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Weihnachten in München: Krampus-Sternlauf auf dem Münchner Christkindlmarkt 2026 am 13.12.2026 ab 15.00 UhrDie jahrhundertealte alpenländische Tradition des Krampus-Laufens geht zurück auf die christlich-mythologischen Figuren des gütigen Bischofs Nikolaus und seines Begleiters Krampus als Abgesandter des Bösen, der „schlechten Zeitgenossen“ und „ungezogenen“ Kindern Angst einjagt. Heute beleben wieder zahlreiche junge Menschen dieses rund 500 Jahre alte Brauchtum. Am Sonntag, 13. Dezember 2026, sind von 15 bis 17 Uhr wieder die wilden Gesellen in der Münchner Altstadt unterwegs. Der große Krampuslauf ist ein Veranstaltungshöhepunkt des Münchner Christkindlmarkts, der 2026 erstmals schon am Freitag vor dem Totensonntag beginnt und vom 20. November bis 24. Dezember dauert. Mittlerweile lockt der Lauf bis zu 50.000 Schaulustige an. Erwartet werden rund 25 Gruppen mit mehr als 300 Mitwirkenden. Der Laufweg 2026: Aufgestellt wird an der Augustinerstraße beim Frauenplatz. Von dort ziehen die Gruppen durch die Fußgängerzone in der Kaufingerstraße, über Färbergraben, Rosental, Sendlinger Straße, Dultstraße, Oberanger, Rindermarkt und Petersplatz zum Viktualienmarkt. Ziel ist das Alte Rathaus. Seit etwa 500 Jahren gibt es die Krampus-Tradition im Alpenraum. Schon im 16. Jahrhundert zogen in München die sogenannten Klabaufe durch die Straßen: Studenten, Kantoren und Schulmeister von Frauenkirche und St. Peter verkleideten sich als Bischöfe und sorgten dabei für so viel Unruhe, dass die Ordnungshüter einschreiten mussten. Den ersten Münchner Krampus-Sternlauf der Neuzeit gab es am 12. Dezember 2004, damals mit rund 100 Gestalten in Fellkostümen und geschnitzten Holzmasken. Veranstaltet und finanziert wird der Lauf heute vom Referat für Arbeit und Wirtschaft der Landeshauptstadt München, in enger Zusammenarbeit mit der ersten Münchner Krampusgruppe, dem Sparifankerl-Pass.
„Krampus-Läufe“ sind als traditionelles Brauchtum in Österreich und Bayern noch lebendig. Als Pass bezeichnet man eine Gruppe, die aus Nikolaus, Krampussen und anderen Begleitern bestehen kann. Die Astei-Masken der Krampusgruppe, aus langsam gewachsenem Zirbenholz gefertigt, stammen aus dem österreichischen Großartal.
Die Kultschnitzer Astei, das sind der Bildhauer Rupert Kreuzer und der Restaurator Gerhard Seer aus Astlhof. Das Wort Sparifankerl steht für "Teufel". Wegen der vielen nicht-alpenländischen Besucher geht es beim Münchner Lauf vergleichsweise gesittet zu, man wird schon mal vorher gefragt, bevor man geschüttelt wird oder gar einen Klaps abbekommt.
Und, zumindest da sind wir uns halbwegs sicher, beim Krampuslauf in München sind die Teilnehmer (noch) nüchtern, im Gegensatz zu manch "innergebirgigen" Krampusläufen, wo nach etlichen Hausbesuchen mit Nikolaus und Krampussen bei Familien dank offerierter Getränke aller Art dann schon mal einzelne Krampusse es etwas wilder hergehen lassen.
Die Gruppen reisen aus dem Salzburger Land, der Steiermark, Tirol, Südtirol und dem Allgäu an, eine sogar aus Kötschach-Mauthen in Kärnten. Perchten, die ursprünglich den Winter austreiben sollten, tragen Masken mit vier bis zehn Hörnern, der Krampus dagegen zwei. Ein Kostüm kostet zwischen 1.800 und 2.500 Euro, eine Maske kann gut zehn Kilo wiegen, entsprechend außer Atem sind die Teilnehmer nach dem Lauf.
„Wir zeigen einen Querschnitt aller möglichen Krampus-, Perchten- und Klausen-Varianten, einen Schaulauf des Brauchtums“, so der Organisator des Laufs Tom Bierbaumer, Gründer und Leiter des Sparifankerl-Pass, und bestätigt: „Für alle Teilnehmer ist dieser Lauf in München der absolute Höhepunkt der Saison“. Er betont, dass der Münchner Krampus ein lustiger Teufel ist, den man beim Schaulauf bestaunen und sogar anfassen kann. Er komme nicht, um unartige Kinder zu rügen, sondern um gute Laune zu verbreiten. Fotos mit den Gruppen gehören ausdrücklich dazu. Beim Krampus-Sternlauf 2025 zeigten sich Teilnehmer und Besucher begeistert. Im Video kommen zwei zentrale Akteure zu Wort: Dr. Christian Scharpf, Wirtschaftsreferent der Stadt München, lobte die Veranstaltung als „ein wirklich tolles Event in der Adventszeit“. Er merkte an, dass der Brauch, den Krampus zu Hause beim Nikolausbesuch zu erleben, zwar seltener geworden ist, man hier aber die Gelegenheit hat, die düsteren Gesellen live zu erleben. Mit einem Augenzwinkern fügte er hinzu, er müsse selbst schauen, dass er brav bleibe, „weil sonst nimmt er mich mit“. Veranstalter Tom Bierbaumer gab im Anschluss Einblicke in die Zahlen des Laufs 2025: Er berichtete von rund 700 Krampussen in insgesamt 28 Gruppen, die aus Bayern, Österreich und Südtirol angereist waren.
Termin: Sonntag, 13.12.2026, 15.00 bis 17.00 Uhr, Laufweg von der Augustinerstraße bis zum Alten Rathaus, www.sparifankerl-pass.de
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