über 90 x auf dem Oktoberfest steht der Tobbogan bereits Toboggan
Blick von oben auf den Toboggan
der Trick ist, auf dem Band stehen zu bleiben
aber oben wird man auf jeden Fall in Empfang genommen
oben wird man mit einer grandiosen Aussicht belohnt
Toboggan auf dem Oktoberfest
auf einer LED Leinwand sieht man Filme aus der Vergangenheit des Toboggan
runter geht es von ganz oben mittels Toboggan Rutsche...
Astrid Konrad erhielt 2008 eine Urkunde zum 75. Jubiläum von Tourismuschefin Dr. Gabriele Weishäupl (re.)
Wiesn-Fahrgeschäfte: Toboggan - 90 Jahre auf dem Oktoberfest
Er ist eines der ältesten und zugleich beliebtesten Traditionsgeschäfte auf der Theresienwiese: Der Toboggan der Schaustellerfamilie Konrad steht 2026 seit nunmehr 93 Jahren auf dem Münchner Oktoberfest. Die nostalgische Turmrutschbahn ist eine überaus beliebte Reminiszenz an die gute, alte Wiesnzeit und zieht Jahr für Jahr Trauben von Schaulustigen an, die den mehr oder weniger eleganten Versuchen der Fahrgäste auf dem Förderband zusehen.
Auch auf der Wiesn 2026 vom 19. September bis 4. Oktober steht der Toboggan an seinem gewohnten Platz gleich am Eingang der Matthias-Pschorr-Straße.
Toboggan auf dem Oktoberfest
Toboggan auf dem Oktoberfest 2024: einer fällt noch (Offride)
Der Toboggan: Turmrutschbahn mit Förderband
Rutschbahnen gab es bereits seit dem frühen 19. Jahrhundert, aus dem Jahr 1900 ist eine Postkarte mit einem Toboggan in Paris dokumentiert. 1906 baute der Badener Anton Bausch nach Pariser Vorbild den wahrscheinlich ersten deutschen Toboggan, eine ursprünglich amerikanische Turmrutschbahn. Der Name "Toboggan" stammt aus der Sprache der kanadischen Algonkin und bezeichnet einen leichten Schneeschlitten.
Das Prinzip ist bis heute unverändert: Der Fahrgast wird mittels eines schnell laufenden Förderbandes auf rund sechs Meter Höhe transportiert. Von dort geht es über Treppen hinauf zur Turmspitze, und dann in einer sich spiralförmig um den Turm windenden Holzrinne auf Matten sanft wieder hinunter. Oben wird man mit einer grandiosen Aussicht über das Festgelände belohnt.
Auf dem Oktoberfest 1908 standen gleich drei dieser personalaufwendigen Toboggans zum Vergnügen der Zuschauer wie der Rutschenden bereit. Schon damals entbehrte die Turmauffahrt der Kunden mittels Förderband nicht der Komik, und die sanfte Rutschfahrt machte einfach Spaß.
Toboggan auf dem Oktoberfest
Die eigentliche Attraktion: der Weg nach oben
Die eigentliche Attraktion für die Zuschauer sind die mehr oder weniger eleganten Versuche der Fahrgäste, das Förderband zu betreten. Boshafterweise bewegt sich, anders als bei einer Rolltreppe, der Handlauf nicht mit, und wer sich dort festhält, fällt zur Gaudi der Zuschauer unweigerlich hintenüber. Der Trick ist, auf dem Band stehen zu bleiben und mitzulaufen. Die Gaudi steigert sich noch, wenn Damen im Dirndl ihr Glück versuchen, damals wie heute.
Wer es sanfter mag, sich nicht traut oder zu klein ist, lässt sich einfach helfen und greift zur Hand eines der Mitarbeiter, die einen dann ganz souverän hinaufziehen. Manch eine Besucherin könnte natürlich durchaus von selbst hinaufkommen, zieht die Hilfestellung aber dennoch vor. Dem ist auch 2026 noch so auf der Wiesn. Auf einer LED-Leinwand am Geschäft laufen zudem Filme aus der langen Vergangenheit des Toboggan.
Über 100 Jahre in Familienbesitz: die Geschichte der Familie Konrad
Bereits der Urgroßvater des 1988 verstorbenen Toboggan-Besitzers Rudolf Konrad, Josef Huber (1812-1901), war Schausteller und Karussellbesitzer. Dessen Tochter führte das Schaustellergewerbe mit Karussell, Kettenflieger und Schiffschaukel weiter und heiratete den Zollbeamten Max Klapp (1854-1916), den Großvater von Rudolf Konrad. Deren Tochter Hedwig Klapp heiratete den Konditormeister Hans Konrad (1892-1967), und beide kauften 1920 den in München heute so bekannten Toboggan.
Damals sah das Geschäft allerdings noch anders aus, nämlich mit gleich zwei Rutschbahnen und dem sogenannten Hexenkessel. Auch nannte sich der Betrieb noch anders: "Trottoir Roil- and Canadian Elektro Toboggan - H. Konrad".
Im Laufe der Zeit wurde der Turm verkürzt und nur noch mit einer Rutschbahn betrieben. Mit diesem Geschäft bereiste das Ehepaar Hans und Hedwig Konrad Ungarn, Kroatien, Italien und von 1926 bis 1932 alle Hauptstädte der österreichischen Bundesländer.
Rudolf Konrad (1925-1988), der den Schaustellerbetrieb schon von Kindheit an miterlebte, übernahm nach dem Tod seines Vaters 1967 zusammen mit seiner Mutter Hedwig den Toboggan und wurde nach deren Tod 1976 Besitzer. Er führte das Geschäft zusammen mit seiner Ehefrau Astrid Konrad, an die der Betrieb nach seinem Tod 1988 überging. Astrid Konrad, die 2008 zum 75. Wiesn-Jubiläum des Toboggan eine Urkunde von der damaligen Tourismuschefin Dr. Gabriele Weishäupl erhielt, führte den Betrieb über Jahrzehnte gemeinsam mit ihrem Sohn Claus Konrad weiter, der das Familienunternehmen heute in der nächsten Generation fortführt. Damit besteht die Tradition der Schongauer Familie Konrad mit dem Toboggan seit inzwischen 106 Jahren.
Interessant ist der Zufall, dass bei einer Eheschließung zur Fortsetzung der Tradition stets ein Ehegatte aus dem Schaustellergewerbe stammte, während der andere Partner mit diesem Gewerbe nichts zu tun hatte.
Seit 1933 jedes Jahr auf dem Oktoberfest
Seit 1933 steht der Toboggan alljährlich auf dem Münchner Oktoberfest, einschließlich der Herbstfestjahre 1946 und 1948, ausgenommen natürlich die Kriegsjahre 1939 bis 1945 und die beiden Corona-Jahre 2020 und 2021, in denen die Wiesn ausfiel. Seit Mitte der 1960er Jahre ist der Münchner Toboggan nur noch auf dem Oktoberfest zu finden, für die Reise ist dieses Traditionsgeschäft nicht mehr rentabel. Immerhin sind, wenn es hoch zugeht, zwischen 10 und 12 Personen am Toboggan beschäftigt. Alles noch gute alte Handarbeit.
Treuekarte für Stammkunden
Für Fans und Stammkunden gibt es die Toboggan-Treuekarte, erhältlich an der Toboggan-Kasse. Sie wird bei jeder Fahrt abgestempelt, für jede Fahrt gibt es einen Treuepunkt. Bei Rückgabe von zehn Treuepunkten gibt es eine Freifahrt.
Toboggan auf dem Oktoberfest 2025
Standort auf dem Oktoberfest 2026
Der Toboggan steht auch 2026 wie immer in der Matthias-Pschorr-Straße 59 am Eingang Esperantoplatz, gegenüber dem XXL Racer und dem neuen Shake & Roll. Wer die Wiesn in Richtung Goetheplatz verlässt, kommt direkt daran vorbei und kann zumindest als Zuschauer kostenlos mitfiebern.
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