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Manfred Schauer ist "Der Schichtl"
Manfred Schauer ist "Der Schichtl" (©Foto. Schichtl)





Vorm neuen Schichtl Zelt



die Spagatamazone mit ihrem traditionellen Schmetterlingstanz (©Foto. Schichtl)
die Spagatamazone mit ihrem traditionellen Schmetterlingstanz


drinnen gibts außerdem noch das "Wirtshaus im Schichtl" (©Foto. Martin Schmitz)
drinnen gibts außerdem noch das "Wirtshaus im Schichtl"
Wirtshaus im Schichtl auf dem Oktoberfest (©Foto. Schichtl)

Wirtshaus im Schichtl auf dem Oktoberfest (©Foto. Schichtl)

Wirtshaus im Schichtl auf dem Oktoberfest (©Foto. Schichtl)

Wirtshaus im Schichtl auf dem Oktoberfest (©Foto. Schichtl)

©alle Fotos: Martin Schmitz, Marikka-Laila Maisel, Schichtl (5)

150 Jahre "Auf geht's beim Schichtl" auf dem Oktoberfest

Oktoberfest 2026: Auf geht's beim Schichtl: Das Wiesn-Varieté steht 2026 als frisch gekürtes Kulturerbe wieder an seinem Stammplatz in der Schaustellerstraße

Kaum ein Spruch ist so eng mit dem Oktoberfest verbunden wie "Auf geht's beim Schichtl". Seit 1869 gehört das Varieté Schichtl zur Wiesn, und auch 2026 steht das Traditionstheater dort, wo es die Besucher seit Jahrzehnten suchen: an seinem gewohnten Standplatz in der Schaustellerstraße, unweit der U-Bahn. Neu ist in diesem Jahr etwas anderes: Seit März 2026 zählt das Theater offiziell zum immateriellen Kulturerbe Bayerns.

Kulturerbe seit März 2026

Am 24. März 2026 hat der bayerische Ministerrat auf Empfehlung eines unabhängigen Expertengremiums die Aufnahme des Varieté-Theaters "Auf geht's beim Schichtl" in das Bayerische Landesverzeichnis des Immateriellen Kulturerbes bestätigt. Gemeinsam mit 18 weiteren Kulturformen, darunter der Hopfenanbau, die Alm- und Alpwirtschaft und die Erlanger Bergkirchweih, wuchs das Verzeichnis damit auf 103 Einträge. Als Begründung nannte das Heimatministerium, dass der Schichtl seit 1869 eine feste Institution auf dem Münchner Oktoberfest sei.

Gewürdigt werden ausdrücklich die kontinuierliche Praxis, die Weitergabe des Wissens innerhalb des Ensembles und die kulturelle Bedeutung, von der berühmten Guillotinen-Nummer bis zur charakteristischen Parade vor dem Theater. Inhaber Manfred Schauer hatte die Bewerbung im Vorjahr selbst eingereicht und reagierte auf die Nachricht mit einem für ihn typischen Kommentar: Er habe einen Puls von 295. Die Wiesn 2026 vom 19. September bis 4. Oktober ist damit die erste, auf der das Theater mit diesem Titel spielt.


Film ab: Video - Schichtl auf dem Oktoberfest

Die Enthauptung als Herzstück des Programms

Das Zaubertheater der Künstlerfamilie Schichtl erblickte 1869 zum ersten Mal die noch nicht elektrischen Lichter des Oktoberfests. Michael August Schichtl führte das Unternehmen damals gemeinsam mit seinen Brüdern Franz August und Julius, und mit dem Ruf "Auf geht's beim Schichtl" wurde für die "Extra-Galavorstellung mit noch nie dagewesenen Sensationen" geworben. Das Varieté bot dem staunenden Publikum Zauberei, Puppenspiel und Kuriositäten aller Art.

die Schichtl Truppe auf dem Oktoberfest (©Foto: Schichtl)
die Schichtl Truppe auf dem Oktoberfest

Bis heute wird auf der Bühne die "Enthauptung einer lebenden Person auf offener, hell erleuchteter Bühne mittels Guillotine" zelebriert, die seit 1872 zum festen Programm gehört und lediglich 1955 für ein Jahr durch "Pariser Schönheitstänzerinnen" ersetzt wurde. Die zu köpfende Person wird aus dem anwesenden Publikum ausgewählt, und so mancher Großkopferte war dadurch zeitweilig einen Kopf kürzer.

Selbst schriftliche Anfragen hat es schon gegeben, etwa von einer Dame, die ihren Mann, "der wo mich das ganze Leben bloß schikaniert hat", auf diesem Weg loswerden wollte. Rund 25 Mal am Tag findet die Vorstellung während der Wiesn statt, dazu kommen jedes Jahr zwei komplett neue Stücke sowie der traditionelle Schmetterlingstanz der Spagatamazone. Zu den Konstanten des Schichtl-Kabinetts gehören die Schichtlin und die dicke Biggi. Für Kinder unter zwölf Jahren ist der Eintritt frei.

Von Michael August Schichtl bis Manfred Schauer

Nach dem Gründer übernahm dessen Ziehsohn Johann Eichelsdörfer das Theater und führte es bis zu seinem Tod im Jahr 1954. Seine Frau Franziska Eichelsdörfer lenkte die Geschicke des Varietés anschließend weiter und verkaufte es 1985 aus Altersgründen an Manfred Schauer, einen Quereinsteiger aus der Münchner Großmarkthalle.

Als vierter Inhaber in der Geschichte des Theaters steht Schauer seither als spruchfrecher Rekommandeur vor dem Zelt und lockt gemeinsam mit seiner Truppe die Passanten mit Sprüchen an, für die sich allein schon ein Vorbeischauen lohnt. An die 400 Auftritte absolviert er pro Wiesn, 2023 wurde die 15.000ste gespielte Enthauptung gefeiert, was in etwa der Bevölkerung einer bayerischen Kleinstadt entspricht.

Der gebürtige Münchner, dessen Humor gern mit dem von Karl Valentin und Gerhard Polt verglichen wird, ist auch an wiesnfreien Tagen nicht untätig: Auf seinen Isar-Floßfahrten (mehr) heißt es "Leinen los und o'zapft is", und mit seiner Veranstaltungsfirma bietet er Moderation, Präsentation, Firmenfeiern und Unfug jeder Art (mehr).

Der frühere Oberbürgermeister Christian Ude brachte die Bedeutung des Hauses einmal auf den Punkt: Eine Wiesn ohne Schichtl sei nicht denkbar, der Schichtl sei so unerlässlich wie das Bier, der Radi und die Hendl.

Das Wirtshaus im Schichtl: Musik, Frühschoppen und Papa-Schichtl-Bar

Seit 2006 ist das Theater um das Wirtshaus im Schichtl erweitert, das 2025 in ein komplett neues, größeres Festzelt mit 364 Plätzen umgezogen ist. Die renovierungsbedürftige Fassade wurde dabei nach altem Vorbild wiederhergestellt, Theater und Wirtshaus befinden sich unter einem Dach.

Ausgeschenkt wird Spaten Oktoberfest-Bier, dazu gibt es Franziskaner Weißbier, alkoholfreie Getränke, Weine und eine Auswahl an Spirituosen an der Papa-Schichtl-Bar. Die Küche setzt auf traditionelle bayerische Gerichte aus regionalen Zutaten und saisonale Spezialitäten. Montags bis freitags (außer an Feiertagen) gibt es von 10 bis 11:30 Uhr den Frühschoppen mit Original Münchner Weißwurst-Frühstück, bestehend aus zwei Weißwürsten, Brezn und Weißbier oder einem Glas Prosecco, sowie von 11:30 bis 14:30 Uhr Schichtls Mittagsangebote mit täglich wechselnden Gerichten.

Musikalisch ist täglich etwas geboten: Tagsüber spielt das Duo Larissa & Klaus, abends wechseln sich Echt fetzig und Da Waitler & Friends ab. Geführt wird die Gastronomie von Julia und dem Gastro-Ensemble des Wirtshauses im Schichtl-Kabinett. Reservierungswünsche für Tische ab sechs Personen können über das Online-Formular auf der Schichtl-Website für die Zeitfenster zwischen 10 und 18 Uhr angefragt werden, die Abendplätze ab 18 Uhr sind aktuell nicht verfügbar. Weitere Informationen zum Zelt gibt es auf der Seite zum Wirtshaus im Schichtl auf ganz-muenchen.de.

Standort und Orientierung

Der Schichtl steht auf dem Oktoberfest 2026 wie in all den Jahren zuvor in der Schaustellerstraße, die parallel zur Wirtsbudenstraße durch den Festbereich verläuft. Wer sich an den Fahrgeschäften der Straße 1 orientiert, findet das Theaterzelt mit seiner nostalgischen Fassade nur wenige Schritte entfernt. Eine Übersicht aller Standorte der Wiesn 2026 gibt es im Artikel zum Lageplan, die Historie des Theaters mit vielen Fotos auf der Schichtl-Seite auf ganz-muenchen.de. Der Schichtl im Internet: www.schichtl.de.

Standort auf dem Oktoberfest 2026: auf der Schaustellerstraße

Der Schichtl im Internet: www.schichtl.de

Schichtl Zelt (©Foto. Martin Schmitz)

Schichtl Zelt (©Foto. Martin Schmitz)

Vorm neuen Schichtl Zelt (©Foto. Marikka-Laila Maisel


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150 Jahre "Auf geht's beim Schichtl" auf dem Oktoberfest


150 Jahre "Auf geht's beim Schichtl" auf dem Oktoberfest



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