Münchner Kirchen Drei neue Glocken für die Münchner Frauenkirche:
Glockenweihe am Sonntag (21.03.2004) mit Schäfflertanz vor dem Dom

Drei neue Glocken werden am 21.03.2004 im Dom geweiht (Foto: Martin Schmitz)
Drei neue Glocken werden am 21.03.2004 im Dom geweiht
Vormerken: original Münchner Schäfflertanz vor dem Dom am 21.03.2004 (Foto: Martin Schmitz)
Vormerken: Original Münchner Schäfflertanz vor dem Dom am 21.03.2004
Die Glocken auf den Kirchtürmen sind nach den Worten des Erzbischofs von München und Freising, Kardinal Friedrich Wetter, Instrumente, die Menschen "an den Rhythmus des Lebens und an das notwendige Maß allen Tuns" erinnern. "Hören wir auf die Glocken, so verlieren wir uns nicht in den Sorgen und Aufgaben dieser Welt – ihr Ruf ist eine Stimme, die von oben kommt und nach oben weist", sagte der Kardinal am vierten Fastensonntag "Laetare" ("Freue dich"), 21. März 2004, während der feierlichen Weihe dreier neuer Glocken für die Münchner Liebfrauenkirche.

Auch Freude und Leid, Frieden und Krieg, Terror und Dank seien immer wieder ein Anlass, die Glocken zu läuten. Im historischen Geläut der Frauenkirche vermischten sich Schicksalsstunden der Stadt, des Erzbistums München und Freising und der ganzen Welt.

"Die Glocken gehören zum Leben unserer Stadt", sagte der Kardinal und zitierte den russischen Schriftsteller Alexander Solschenizyn, der in einer Erzählung über das Abendläuten den Satz formulierte: "Das Läuten bewahrte die Menschen davor, zu vierbeinigen Kreaturen zu werden". Mit ihrem Geläute riefen die Glocken ins Gedächtnis, "woher wir kommen und wohin wir unterwegs sind, zu Gott unserem Schöpfer".

Auch an die Geschwister Scholl und ihren Widerstand gegen den Nationalsozialismus erinnerte der Kardinal in seiner Ansprache. Aus einer Gefängniszelle in Ulm hatten sie 1943 an ihren Vater geschrieben: "In der Zelle wird man hellhörig . . . Den Turm des Ulmer Münsters konnten wir nicht sehen, aber um so eindrucksvoller seine Glocken hören . . . Die Münsterglocken waren das Jenseits der Zelle, verbindend, nicht trennend, tröstend, nicht verletzend. Sie bewegten die Luft, und die Wellen hoben uns über die Gitter weg, hinaus in die Welt." So habe das Läuten der Glocken den vom Tod bedrohten Geschwistern die Gewissheit des Lebens wachgehalten.

In einem feierlichen Ritus salbte der Kardinal jede Glocke mit Chrisam. Er beräucherte sie mit Weihrauch, schlug jede Glocke einzeln an und nannte sie bei ihrem Namen: Michael – Wer ist wie Gott; Speciosa – Die Wohlgestaltete, Schöne; Cantabona – Singe, was gut ist.

"Wir haben als Glaubende der Welt die gute, frohe Botschaft hinauszusingen", sagte der Kardinal und dankte in diesem Zusammenhang den jungen Domsängern, die zusammen mit ihren Eltern die drei neuen Glocken gestiftet hatten.

Im Anschluss an den Gottesdienst tanzte aus Anlass der Glockenweihe die Zunft der Münchner Schäffler den original Münchner Schäfflertanz. Nur aus besonderen Anlässen außerhalb ihres siebenjährigen Festturnus treten sie auf. Dieses Geschenk macht der Münchner Stadtrat Rudi Hierl der Liebfrauenkirche, dem Wahrzeichen der bayerischen Landeshauptstadt. Zum traditionellen Schäfflertanz spielt die Pellheimer Dorfmusik auf.

Die drei neuen Domglocken tragen alte Glockennamen. Die Größte mit dem Ton g1, einem unteren Durchmesser von 108 Zentimetern und 850 Kilogramm heißt Cantabona, "Singe das Gute". Auf diese Glocke sind die 144 Vornamen von Kindern der Stifter geschrieben (mehr).

Die zweite Glocke mit dem h1, mit 84 Zentimetern unterem Durchmesser und einem Gewicht von 540 Kilogramm heißt Speciosa, "Die schön Klingende" (mehr).

Die kleinste Glocke mit dem Ton c2 wird nach dem Erzengel Michael benannt, das heißt "Wer ist wie Gott?". Diese Glocke soll an die Verbindung zwischen Christentum und Judentum erinnern (mehr).

Domkapellmeister Karl-Ludwig Nies, Initiator der drei neuen Glocken, gestaltete den Vespergottesdienst mit festlicher Kirchenmusik. (wr)

Die Glocken im Überblick:

Ton g1 - Cantabona (mehr)
Ton h1 - Speciosa (mehr)
Ton c 2 - Michael (mehr)

Zum Hauptext Neue Glocken für den Dom (mehr)
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Die Glocken der Frauenkirche - eine Übersicht (mehr)
Die Glocken der Frauenkirche wurden aufgehängt am 30.03.2004 (mehr)
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(©alle Fotos der Galerie: Martin Schmitz2004)
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