der erste Maibaum im Glockenbachviertel wurde künstlerisch
Robert C. Rore und Michael Borio gestalten bayerisches Brauchtum zeitgenössisch
Das Sub stellte im Glockenbachviertel einen Maibaum auf

Die Ismaninger hatten den Maibaum geklaut, jetzt durften sie ihn mit Muskelkraft aufstellen

die Mädchen durften den Ismaningern vorangehen...
schleppen mussten die Burschen aber selbst.. (Foto: MartiN Schmitz)
...schleppen mussten die Burschen aber selbst...
Die vorgeschlagene Auslöse in Form von Eierlikör fand nicht so recht Gefallen bei den Ismaningern.. (Foto: Martin Schmitz)
Die vorgeschlagene Auslöse in Form von Eierlikör fand nicht so recht Gefallen bei den Ismaningern..
Die Tafel am Maibaum erinnert künftig an die Ismaninger Maibaumdiebe (Foto: Martin Schmitz)
Die Tafel am Maibaum erinnert künftig an die Ismaninger Maibaumdiebe
Vorprogramm mit den "Schwiuplattlern" (Foto: Martin Schmitz)
Vorprogramm mit den "Schwiuplattlern"

Tafeln von Robert C. Rore für den Maibaum im Glockenbach Viertel 2008



weitere Motive kamen vom Künstler Michael Borio

©Video und Fotos: Martin Schmitz

Das Aufstellen von Maibäumen hat eine lange Tradition, die in Bayern noch immer lebendig ist. Auf dem Land stiftet der Baum Gemeinschaft, seine Sprossen, oft kunstvoll verziert, stehen für den kulturellen Reichtum eines Dorfes. Festlich geschmückte Maibäume gibt es auch in der Landeshauptstadt:

Auf dem Münchner Viktualienmarkt steht einer und seit 1. Mai 2008 ist es auch im Glockenbachviertel soweit:

Am 1. Mai 2008 wurde der lang erwartete 12 m hohen Maibaum im Glockenbachviertel auf dem Karl-Heinrich-Ulrichs-Platz aufgestellt.


Video: Maibaum aufstellen im Glockenbachviertel am 1.5.2008

Fotogalerie Maibaum Glockenbachviertel 2008, Teil 1, 2, 3, 4, 5, 6. 7. 8, 9 (©Foto: Martin Schmitz)

Die Aufgabe hatte der Burschenverein Ismaning (www.burschenverein-ismaning.de) übernommen, hatte er es doch geschafft, den prestigeträchtigen Integrationsspargel wenige Tage zuvor aus dem Atelier des Künstlers Robert C. Rore zu entwenden. Bei einer Nachbarin hatte man geklingelt, und ihr "etwas vom toten Hund" erzählt. Bei der bedankte man sich auch artig auf der Bühne des Karl-Heinrich-Ulrichs Platz namentlich. Drei Wochen hatte man oberviert, 30 Minuten dauerte der Abtransport, womit man der lokalen CSU zuvorkam, die auch an den Raub des Baumes dachte...

Dem Brauch entsprechend gab es nun eine öffentliche Verhandlung über die Auslöse für den Integrationsmaibaum in Form von Brotzeit und Freibier, wobei die Ismaninger starke Argumente in der Hinterhand hatten: "Wir haben noch eine Kettensäge dabei für den Fall, dass wir uns nicht einig werden". 40 Brotzeiten und 50 Liter Freibier waren aber drin, den auf der Bühne ausgemachten Wettkampf um den Prosecco bzw. Eierlilör verloren sie später beim Tauziehen gegen Vertreter des Glockenbachviertels. Vielleicht war der ausgelobte Eierlikör dann doch nicht Anreiz genug, sich kräftiger ins Zeug zu legen.

Für die Ismaninger war es in der Vormaibaumzeit bereits der dritte gelungene Coup: auch in Berg am Laim konnte man in diesem Jahr einen Maibaum stibizen, und Söders Maibaum in Brüssel hatte man ebenfalls entführren können.

Der Maibaum im Glockenbachviertel war übrigens nur einige Tage in voller Pracht zu bewundenr, bereits am Sonntagvormittag (4.5.2008) entdeckten Nachbarn, dass wohl nächtliche Vandalen die Tafeln teilweise mit grauer Farbe übermalt hatten. Jetzt wird überlegt, ob die Tafeln gereinigt oder neue Tafeln angeschafft werden sollten... Anzeige wurde auf jeden Fall erstattet, denn ein Übermalen von Tafeln zudem nach einer erfolgten Aufstellung eines Maibaumes hat nun wirklich nichts mit Brauchtum zu tun und ist daher strafbar. Und ein Frevel sowieso.

Großes Maifest unterm Glockenbachbaum

Die Gemeinschaftsaktion feierte das Sub mit seinen Partnern und allen Stadtviertelbewohnern am 1. Mai 2008 mit einem großen Fest am Karl-Heinrich-Ulrichs-Platz, auf dem nun der Maibaum steht.

Der Platz wurde im Jahr 1998 geschaffen. Im Jahr 1867 hatte sich Ulrichs auf dem Deutschen Juristentag in München erstmals öffentlich dafür ausgesprochen, homosexuelle Handlungen straffrei zu stellen. Ihm zu Ehren hat die Stadt den Platz benannt.

Das Maifest unterm Glockenbachbaum bestreiten von 11 Uhr bis 19 Uhr zahlreiche Musiker und Künstler.

Neben den altbekannten und allseits beliebten Schwuhplattlern und den Philhomonikern treten auf: der Attac Chor aus dem Eine-Welt-Haus, die Blasmusikkapelle Krinoline, bekannt vom Oktoberfest, sowie das junge Volksmusikensemble Kofelgschroa.

Außerdem auf dem Programm: Pamuzinda, Volksmusik aus Simbabwe, und
Silvia Francesca, Schlagersängerin und Entertainerin. Im Publikum wird ein Tanz um den Maibaum versteigert.

Es moderierte der Kabarettist und Figurenspieler Josef Pretterer. Den Maibaum selbst enthüllte Alexander Miklosy, Vorsitzender des Bezirksausschusses Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt (Rosa Liste).

Das Maifest unterm Glockenbachbaum bestritten die Schwuhplattler und Volksmusikanten, die das Fraunhofer stellte. Das Wirtshaus ist für seine bayerisch-schrägen Volksmusiktage überregional bekannt.

Die Deutsche Eiche, das Wirtshaus im Fraunhofer und das Café Selig sind Kooperationspartner des Sub; sie unterstützten das Projekt Maibaum und sorgen am 1. Mai für Speis und Trank. Löwenbräu hatte 1.000 Liter Bier gespendet, die die Wirte nun gegen Entgelt fürs Sub ausschenken. Rischarts Backhaus und die Schwusos von der SPD trugen ebenfalls zum Fest bei.

Vor und nach dem 1. Mai ludt das Sub (www.subonline.org) zu einem Rahmenprogramm in die Müllerstraße 43 ein.

Programm:
30. April 2008
, ab 20 Uhr: Wahl der Maikönigin im Café Selig / Tanz in den Mai, Hans-Sachs-Straße 3, 80469 München

1. Mai 2008, 11 Uhr bis 19 Uhr: Maifest am Karl-Heinrich-Ulrichs-Platz
- 11.00 Uhr: Die Krinoline Blasmusik, Schwuhplattler, Schwullesbischer Volksmusikkreis, Philhomoniker
- 12.30 Uhr: Enthüllung des Glockenbachmaibaums. Die Ansprache hält Alexander Miklosy, Vorsitzender des Bezirksausschusses.
- 13.00 Uhr: Schwuhplattler, Attac Chor München, Pamuzinda
- 14.30 Uhr: Moderator Josef Pretterer versteigert einen Tanz um den Maibaum.
- 15:00 Uhr: Kofelgschroa, Silvia Francesca; Tanzfest mit Polka, Walzer und Schieber
1. Mai, ab 19 Uhr: P.R.O.D. People’s Republic of Disco Spezial, Sub-Zentrum, Müllerstraße 43, 80469 München

Vorgeschichte des Maibaums im Glockenbachviertel

Nachdem schon vor 2 Jahren Versuche, einen solchen zu inititieren, im Ansatz steckenblieben, nun im neuen Anlauf tatsächlich der ersehnte Maibaum. Nein, Rosa wird er nicht werden, wie manche Brauchtumsfreunde schon befürchtet hatten.

Es wird ein ganz traditioneller bayerischer Maibaum mit Krone, der für die Buntheit des ganzen Quartiers steht. Münchens schwullesbische Gemeinde, die zwischen Glockenbach und Gärtnerplatz traditionell stark vertreten ist, ergreift die Initiative und stellt den Baum auf. Das Schwule Kommunikations- und Kulturzentrum München, Sub e.V., tritt als Träger auf.

Die Idee, einen Maibaum im Viertel fürs Viertel aufzustellen, hatte im vergangenen Jahr der Künstler Michael Borio. Den Baum selbst hat die Deutsche Eiche besorgt.

Einem alten Brauch folgend wächst der Maibaum alljährlich um mehrere Quersprossen, bis er nach vier bis sechs Jahren komplett erneuert wird. In den kommenden drei Jahren gestalten verschiedene Künstler den Glockenbachmaibaum, die kulturelle und soziale Einrichtungen des Viertels für diesen Zweck engagieren.

Die erste Station ist dem Brauchtum und der Tradition verpflichtet. Die Bildmotive dafür legt der Maler Robert C. Rore vor, der regelmäßig in der Galerie Kunstbehandlung ausstellt.

Der Künstler Michael Borio konzipiert 2008 außerdem Sprossen zum Thema Lesben und Schwule, die das Glockenbachviertel seit jeher stark prägen.

2009 folgt eine Tafel von einem Künstler, den das Wirtshaus im Fraunhofer aussucht. In diesem Jahr entsteht auch eine Station vom Nord Süd Forum im Eine-Welt-Haus (Thema: „Heimat“). 2009 kommen daneben die Jugendlichen des Stadtbezirks zum Zuge; für die künstlerische Gestaltung ihrer Sprosse hat sich das Kinderund Jugendzentrum Kunterbunt angeboten.

Im dritten Jahr schließlich, 2010, soll sich unter anderem das Gärtnerplatztheater daran beteiligen, den Glockenbachmaibaum auszuschmücken. Gespräche laufen.

Der Glockenbachmaibaum zeigt, was das Viertel ausmacht“, sagt Sub-Vorstand Uwe Hagenberg. Das Münchner Schwulenzentrum hofft darauf, dass der Baum zum Symbol wird für die Gemeinschaft und das Zusammenleben der Menschen, „unabhängig von Hautfarbe, Religion, Einkommen und sexueller Orientierung“. Darüber hinaus soll der Maibaum eine Touristenattraktion werden. „Er ist etwas ganz Besonderes.“

Robert C. Rore bemalte den Maibaum in oberbayerischer Tradition.

Das heißt, der Maibaum wird spiralförmig von unten links nach oben rechts weiß-blau bemalt - in Anlehnung an die bayerischen Rauten.

Außerdem gestaltet Rore zwei Tafeln für den "geschnürten" Maibaums, und zwar mit Trachtenträgerin und Trachtenträger in zeitgenössisch-bayerischer Manier.

Weitere Tafeln für den 12 Meter hohen, traditionellen bayerischen Maibaum mit Krone entwarf der Künstler Michael Borio.

Robert C. Rore

Seit 1997 zeigt Robert C. Rore seine Werke jährlich in einer Einzelausstellung und bei Gruppenausstellungen in der Galerie Kunstbehandlung (www.kunstbehandlung.de) in der Münchner Müllerstraße. Die Arbeit an seinem soeben erschienenen dritten Bildband über seine Heimat, das Berchtesgadener Land, hat ihn neben aller Landschaft auch ein anderes Sujet ins Auge fassen lassen: Bayerisches Brauchtum.

Inspiriert von seiner weitläufigen Verwandtschaft, die alle ganz selbstverständlich im Alltag Tracht tragen, entstand 2007 eine Serie von Aquarellen und Ölbildern, in der bayerische Mannsbilder in Tracht mit weißblauer Flagge zu sehen sind.

Als Künstler führt Robert C. Rore seit 1995 einen Werkstattbetrieb in bester Tradition: in seinem großen Atelier in München-Neuhausen entstehen neben freier Malerei zahlreiche Auftragsarbeiten, darunter Portraits, Illustrationen und Dekorationsmalereien.

Vormerken: Jahresausstellung 2008 von Robert C. Rore in der Galerie Kunstbehandlung vom 26. Juli bis 4. Oktober 2008.

Internet: www.robert-c-rore.com

Fotogalerie Maibaum Glockenbachviertel 2008, Teil 1, 2, 3, 4, 5, 6. 7. 8, 9 (©Foto: Martin Schmitz)

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