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Verleihung des Karl-Valentin-Ordens 2026 an Christoph Maria Herbst im Deutschen Theater München

Im Deutschen Theater in München fand am Samstagabend die Verleihung des Karl-Valentin-Ordens der Narrhalla statt. In diesem Jahr ging die Auszeichnung an den Schauspieler Christoph Maria Herbst.

Die Veranstaltung, die traditionell Persönlichkeiten ehrt, deren Wirken in der Tradition des Münchner Komikers Karl Valentin steht, setzte sich aus der Laudatio des Autors Moritz Netenjakob und der anschließenden Erwiderung des Preisträgers zusammen.

Analyse des Handwerks: Die Laudatio von Moritz Netenjakob

Die Zeremonie begann mit dem Einzug des Preisträgers, der von Moderator Markus Othmer begrüßt wurde. Musikalisch wurde hierbei auf das Lied „Lasst das mal den Papa machen“ zurückgegriffen, eine Referenz an Herbsts langjährige Rolle in der Fernsehserie Stromberg.


Moritz Netenjakob Laudatio auf Christoph Maria Herbst zur Verleihung des Karl-Valentin-Orden 2026
am 31.01.2026

Moritz Netenjakob Laudatio auf Christoph Maria Herbst zur Verleihung des Karl-Valentin-Orden 2026 am 31.01.2026 (©Foto: Martin Schmitz)
Moritz Netenjakob Laudatio auf Christoph Maria Herbst zur Verleihung des Karl-Valentin-Orden 2026
am 31.01.2026 (©Foto: Martin Schmitz)

Moritz Netenjakob, der als Autor maßgeblich an der Gestaltung dieser Rolle beteiligt war, hielt die Laudatio. Er verzichtete dabei auf eine rein biografische Abhandlung und konzentrierte sich stattdessen auf die handwerkliche Präzision des Schauspielers. Netenjakob betonte, dass Herbsts Fähigkeit, Texte zu interpretieren, über das bloße Aufsagen hinausgehe. Er beschrieb die Zusammenarbeit als einen Prozess, in dem Nuancen, Pausen und die klangliche Gestaltung von Sprache im Vordergrund stünden.

Netenjakob hob hervor, dass Herbst ein Akteur sei, der das Skript veredle: „Es gibt Schauspieler, die spielen einen Text. Und es gibt Christoph Maria Herbst, der den Text so tief inhaliert, dass man als Autor das Gefühl hat, man hätte ihn gar nicht schreiben müssen – er war einfach schon immer in ihm vorhanden.“

Ein zentraler Punkt der Laudatio war die Verbindung zwischen Herbsts Spielweise und dem Humor Karl Valentins. Laut Netenjakob liege die Parallele in der akribischen Auseinandersetzung mit der Absurdität des Alltäglichen. Herbst gelinge es, Figuren darzustellen, die an ihrer eigenen Selbstwahrnehmung und den Tücken der Kommunikation scheitern – ein Motiv, das bereits das Werk Valentins prägte. Netenjakob unterstrich die Bedeutung von Timing und der Ernsthaftigkeit, mit der Herbst auch komödiantische Stoffe behandle, was ihn in die Nachfolge der bisherigen Ordensträger rücke.

Die Dankesrede: Zwischen Selbstironie und geografischer Analyse

Nach der offiziellen Übergabe des Ordens durch die Vertreter der Narrhalla ergriff Christoph Maria Herbst das Wort. Seine Rede war geprägt von einer Mischung aus situativem Humor und einer Auseinandersetzung mit der Bedeutung des Preises.

Herbst thematisierte eingangs die räumliche und zeitliche Einordnung seiner Auszeichnungen in München. Er verwies darauf, dass er fast auf den Tag genau ein Jahr zuvor den Bayerischen Filmpreis im Prinzregententheater erhalten habe.

Maria Herbst bei der Verleihung des Karl-Valentin-Orden 2026 am 31.01.2026 (©Foto: Martin Schmitz)
Maria Herbst bei der Verleihung des Karl-Valentin-Orden 2026
am 31.01.2026 (©Foto: Martin Schmitz)

Den Umzug ins Deutsche Theater beschrieb er als eine langsame geografische Wanderung: „Heute stehe ich im Deutschen Theater. Das sind 5 Kilometer in einem Jahr. Wenn ich in dem Tempo weitermache, bin ich nächstes Jahr am Ostbahnhof.“ In einer satirischen Hochrechnung prognostizierte er seine Ankunft in Salzburg in drei Jahrzehnten, um dort mit 90 Jahren den „Jedermann“ zu geben.


Dankesrede auf Christoph Maria Herbst zur Verleihung des Karl-Valentin-Orden 2026
am 31.01.2026

Inhaltlich setzte sich Herbst mit dem Unterschied zwischen staatlichen Ehrungen und dem Karl-Valentin-Orden auseinander. Während er den bayerischen Filmpreis als „die Sahne“ bezeichnete, charakterisierte er den Orden der Narrhalla als „die Kirsche“. Den Übergang von einer staatlichen Institution zur Münchner Karnevalsgesellschaft beschrieb er pointiert: „Vom Staat zum Frohsinn – das ist so wie wenn man vom Finanzamt direkt ins Wirtshaus geht. Man zahlt zwar immer noch, aber es bekommt einem einfach besser.“

Kulturelle Beobachtungen und das Erbe Valentins

Ein wesentlicher Teil der Rede befasste sich mit den Mentalitätsunterschieden zwischen seinem Wohnort Köln und seinem Gastspielort München. Herbst analysierte das Reaktionsverhalten des Publikums und stellte fest, dass die „Achse Köln-München“ eine hochexklusive Mischung darstelle: „Der Rheinländer lacht, bevor er den Witz verstanden hat. Der Bayer versteht den Witz, lacht aber nicht, weil er ihn ja schon längst verstanden hat.“

Gegen Ende seiner Ausführungen ging Herbst auf die persönliche Bedeutung Karl Valentins ein. Er würdigte dessen Methode, das Alltägliche so weit zu sezieren, bis die zugrundeliegende Leere oder Absurdität sichtbar werde. „Valentin hat gezeigt: Das Leben ist ein ewiges ‚Mögen hätten wir schon wollen‘. Ich darf heute dürfen, und das ist viel mehr, als man verlangen kann“, so Herbst in Anlehnung an eines der bekanntesten Zitate des Münchner Komikers.

Ein bemerkenswertes Detail seiner Rede war der Hinweis auf eine biografische Übereinstimmung, die er als „Fun Fact“ einleitete: Karl Valentin verstarb am 9. Februar 1948, während Christoph Maria Herbst an einem 9. Februar geboren wurde. Diese zeitliche Koinzidenz nutzte er als Anknüpfungspunkt für die Frage nach der geistigen Nachfolge: „Sollte ich vielleicht aus seiner Asche erstanden sein? Beantworten Sie das bitte.“

Laudator Moritz Netenjakob, Preisträger Christoph Maria Herbst, Moderator Markus Othmer bei  Ordenverleihung am 31.01.2026 im Deutschen Theater (©Foto: Martin Schmitz)
Laudator Moritz Netenjakob, Preisträger Christoph Maria Herbst, Moderator Markus Othmer bei Ordenverleihung am 31.01.2026 im Deutschen Theater (©Foto: Martin Schmitz)

Abschluss und Ausblick

Herbst schloss seine Rede mit einem Dank an seinen Laudator Moritz Netenjakob, dessen Worte er sich „im Herzen einrahmen“ werde. Er betonte, dass er dem Orden mit einer gewissen Demut begegne: „Ich verspreche Ihnen, ihn so vorsichtig zu behandeln, dass er gar nicht merkt, dass er bei mir ist.“

Sein abschließender Wunsch galt dem Namensgeber des Preises. Er hoffe, Valentin im Publikum nicht enttäuscht, sondern eher irritiert zu haben: „Irritation ist nämlich der Anfang vom Nachdenken, und Nachdenken ist der Anfang von – ja, was eigentlich? Wahrscheinlich von der nächsten Parkplatzsuche.“

Die Verleihung des Karl-Valentin-Ordens 2026 an Christoph Maria Herbst ordnete sich in die Tradition der Narrhalla ein, Künstler zu ehren, die sich durch einen sprachkritischen oder hintergründigen Humor auszeichnen. Die Veranstaltung dokumentierte die berufliche Verbindung zwischen Netenjakob und Herbst sowie die Einbettung des Preisträgers in die deutsche Kulturlandschaft.

Mit der Übergabe des Ordens wurde Herbst offiziell in die Reihe der Persönlichkeiten aufgenommen, die das Erbe Karl Valentins in der Gegenwart pflegen.

(Auswertung der Reden nach Zitaten mit Hilfe von Gemini AI)

*Karl Valentin Orden: Diese höchste karnevalistische Auszeichnung Bayerns wird gemäß Stiftungsprotokoll alljährlich an eine Persönlichkeit aus Politik, Kunst, Wissenschaft oder Literatur „für die humorvollste bzw. hintergründigste Bemerkung im Sinne von Karl-Valentin für eine Rede oder Handlung, für ein Zitat, welches in der Öffentlichkeit publik wurde“, verliehen.

Dieser Orden wurde erstmals im Jahre 1973 anlässlich des 80-jährigen Jubiläums der Narrhalla an den Kabarettisten Werner Fink und in Folge an Victor von Bülow (Loriot, 1974), Sigi Sommer (1975), Gerd Fröbe (1976), Dr. h.c. F.J. Strauß (1977), Luis Trenker (1978), Professor August Everding (1979), Dr. Bruno Kreisky (1980), Sir Peter Ustinov (1981), Hans Dietrich Genscher, Georg Lohmeier, Dr. Helmut Kohl, Ephraim Kishon, Emil Steinberger, Norbert Blüm, Rudi Carell, Seine Heiligkeit Papst Benedikt XVI, Aenne Burda, Prof. Peter Weck, Jürgen Möllemann, Harald Juhnke, Kurt Wilhelm, Prof. Otto Schenk, Dr. Edmund Stoiber, Mario Adorf, Senta Berger, Christian Ude, Prof. Dr. Roman Herzog, Thomas Gottschalk (2001), Christiane Hörbiger (2002), Prof. Dr. jur. Alfred Biolek (2003), Fritz Wepper (2004), Helmut Dietl (2005), Sir Peter Jonas (2006), Iris Berben (2007), Dr. Günther Beckstein , Hape Kerkeling (2009), Dr. Maria Furtwängler (2010), Bully Herbig (2011), Vitali und Wladimir Klitschko (2012), Til Schweiger (2013), Horst Seehofer, (2014), Heino (2015), Miroslav Nemec & Udo Wachtveitl (2016), Dieter Reiter (2017), Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl (2017), sowie Andreas Gabalier (2019), Markus Söder (2020), Monika Gruber (2023), Heißmann & Rassau (2024) und Günther Jauch (2025)

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