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Paulaner Festzelt 2026: Neue Wirte, neue Musik, neue Küche - was sich unter Lorenz und Christine Stiftl ändertDer drehende Maßkrug auf dem 25 Meter hohen Turm bleibt das Wahrzeichen, dahinter aber beginnt zur Wiesn 2026 ein neues Kapitel: Das Paulaner Festzelt am oberen Ende der Wirtsbudenstraße, gleich gegenüber der Löwenbräu-Festhalle, wird erstmals von der Wirtsfamilie Lorenz und Christine Stiftl geführt. Als einziges der großen Wiesnzelte bekommt das frühere "Winzerer Fähndl" damit heuer einen Wirtewechsel, und der bringt gleich eine ganze Reihe von Neuheiten mit sich. Der Wirtewechsel Über zwei Jahrzehnte war das Zelt mit der Familie Schörghuber verbunden, zuletzt führte es Arabella Schörghuber. Mit Lorenz Stiftl übernimmt nun ein Wirt, der in München seit über 40 Jahren Gastronomie betreibt und auf der Theresienwiese bereits mit dem "Zum Stiftl" und zuletzt mit der Schützenlisl auf der Oidn Wiesn vertreten war. Mit dem Paulaner Festzelt führt das Ehepaar jetzt eine der großen Brauereifesthallen. Paulaner hatte die Zusammenarbeit bereits im Vorfeld der Bewerbung bestätigt, seit Juni 2025 betreiben die Stiftls außerdem das Traditionswirtshaus Der Spöckmeier in der Innenstadt, das während der Wiesn als Wirtshauswiesn-Standort dient. Neue Musik: Ludwig Thoma Musikanten kehren auf die Wiesn zurück Die auffälligste Änderung betrifft das Musikprogramm. Als Festkapelle spielen 2026 Rainer Hernek und die Ludwig Thoma Musikanten, die viele Wiesngänger noch aus ihren Jahrzehnten in der Bräurosl kennen. Nach der Pause seit 2019 feiern die Dachauer im Paulaner Festzelt ihr Comeback auf dem Oktoberfest und spielen täglich bis 18:30 Uhr traditionelle Blasmusik und Wiesn-Hits. Da die Stadt den großen Zelten heuer erstmals erlaubt, wochentags ab 11 Uhr und an den Wochenenden ab 10 Uhr Musik zu machen, beginnt das Programm entsprechend früher, am Anstichtag naturgemäß erst ab 12 Uhr. Am Abend setzt das Zelt auf zwei Partybands hintereinander: Von 18:30 bis 20:30 Uhr spielt erstmals Tetrapack aus dem Landkreis Erding, eine junge Formation, die klassische Volksfestmusik mit rockigen Sounds verbindet und zuvor in der Entenbraterei Ammer zu hören war. Ab 20:30 Uhr übernimmt dann bis 22:30 Uhr die bereits aus dem Zelt bekannte Kultband Nachtstark für die abendliche Wiesn-Party. Neue Küche: Bio-Bayern und regionale Erzeuger Auch kulinarisch wird umgestellt. Die Stiftl-Gastronomie bringt ihr Konzept "Bio-Bayern-Wiesn-Revolution" mit, das vom Bayerischen Landwirtschaftsministerium im Rahmen der Initiative "30 für 30" als Leuchtturmprojekt ausgezeichnet wurde. Die Speisekarte setzt auf Produkte aus den Programmen "Geprüfte Qualität Bayern" und "Bayerisches Bio-Siegel", die Wurstwaren kommen aus der eigenen Wirtshaus-Metzgerei von Metzgermeister Andreas Jung. Zu den Lieferanten gehören unter anderem die Bio-Käserei Wohlfahrt, handgeschabte Spätzle vom Scheicherhof, Kartoffelsalat vom Ökoring und Backwaren der Bio-Bäckerei Gürtner. In der Küche führt Küchenchef Andreas Barth Regie, stellvertretender Küchendirektor ist Max Lienert. Das Zelt trägt für 2026 zudem die Auszeichnung "Ausgezeichnetes Festzelt" für regionale Lebensmittel und bayerische Gastlichkeit. Die Maß Paulaner Oktoberfestbier kostet heuer 15,80 Euro. Zahlen, Ausstattung und Öffnungszeiten Das Zelt selbst ist seit dem Neubau von 2010 technisch eines der modernsten auf der Wiesn: stützenfreie Konstruktion mit knapp 40 Metern Spannweite, zentrale Bierversorgung über eine unterirdische Ringleitung und die farbenfrohen Paulaner-Garten-Motive des Hamburger Illustrators Jean-Pierre Kunkel an den Wänden. Nach Angaben der neuen Wirte bietet die Festhalle 6.433 Sitzplätze auf 4.775 Quadratmetern, dazu kommen 1.830 Plätze im 2.000 Quadratmeter großen Biergarten. 270 Bedienungen sind im Einsatz, ihre Tracht stammt heuer vom Münchner Modehaus Ludwig Beck. Der Paulanerturm ohne Kellnerinnenparade Optisch die wohl größte Veränderung betrifft den Turm selbst. Seit er 2011 mit dem 42.000 Liter fassenden Drehkrug aufgestellt wurde, zierte ihn die "Kellnerinnenparade", jene Reihe von Bedienungen in schwarzen Dirndln mit Maßkrügen in den Händen, die der Münchner Karikaturist Emil Kneiß (1867-1956) um das Jahr 1910 gezeichnet hatte. Das Motiv war über Jahrzehnte fest mit der Marke verbunden und prangte bis 2025 auch auf Dosen und Flaschen des Paulaner Oktoberfestbiers. Schon während des Aufbaus im Juli fiel auf, dass die Köpfe der Kellnerinnen am Turm mit schwarzer Folie verhüllt waren, kurz darauf wurden die Motive ganz entfernt. Hintergrund ist nach übereinstimmenden Presseberichten eine Vergütungsforderung einer Nachfahrin des Künstlers, die Brauerei selbst verweist auf länger bestehende Pläne für einen Neuanstrich und einen Umbau des Biergartens, bei dem am Turm eine zusätzliche Ausgabestelle für Speisen und Getränke entsteht und dadurch weniger Fläche für ein Wandbild bleibt. Das Oktoberfestbier kommt heuer bereits mit einem neuen Etikett in den Handel, einem Mann in grünem Janker mit grünem Hut. Ob dieses Motiv oder ein anderes künftig den Turm schmückt, hatte Paulaner Ende Juli noch offengelassen. Fest steht: Der drehende Riesenkrug bleibt, der Turm bekommt sein neues Gesicht in diesem Jahr im Stehen aufgemalt, und das Fotomotiv am oberen Ende der Wirtsbudenstraße sieht zur Wiesn 2026 erstmals seit 15 Jahren anders aus. Geöffnet ist das Paulaner Festzelt Montag bis Freitag von 10 bis 23:30 Uhr, an Samstagen, Sonntagen und am Feiertag von 9 bis 23:30 Uhr, der Bierausschank endet jeweils um 22:30 Uhr. Wer nach Zeltschluss weiterfeiern möchte, findet in der ROY Schlagerbar im Gewölbekeller des Alten Hackerhauses die zugehörige After-Party von 22 bis 5 Uhr. Reservierung und Anfahrt Reservierungen laufen über die Website des Zelts, das München-Kontingent für Samstage und Sonntage wurde bereits am 16. August vergeben. Die Wirte weisen ausdrücklich darauf hin, dass ausschließlich oktoberfest-booking.com als offizielles Weiterverkaufsportal der Stadt gilt und gefälschte Reservierungsunterlagen im Umlauf sind. Das Paulaner Festzelt steht in der Wirtsbudenstraße 11 am Fuß der Bavaria, nächste U-Bahn-Stationen sind Theresienwiese (U4/U5) und Poccistraße (U3/U6). Das 191. Oktoberfest findet vom 19. September bis 4. Oktober 2026 statt. Alle Zelte, Fahrgeschäfte und tagesaktuellen Infos gibt es im Oktoberfest-Special auf ganz-muenchen.de,
Das Paulaner Festzelt war übrigens das erste mit zentraler Bierversorgung. Künftig muss nicht mehr jede einzelne Schänke beliefert werden, die Befüllung erfolgt an einer zentralen Stelle, das Bier gelangt von dort aus über eine Ringleitung direkt zu den Schänken. Das spart Lieferzeit und vereinfacht die Logistik erheblich. Zahlen zur Ringleitung: 240 Meter lang, Durchmesser 10 Zentimeter, 1,5 bar Druck permanent. Leitung liegt ca. 1 Meter tief im Boden. Bis zu 15 Maß pro Minute fließen aus 11 Zapfhähnen. Optimale Biertemperatur sichern an den Zapfstellen eingebaute Durchlaufkühler. Das Bier wird mit etwa 3 Grad Celsius gezapft und wird mit etwa 6 Grad Celsius serviert.
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