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München im Winter: Eisstockschießen am Nymphenburger Kanal, auf Münchner Seen und im Umland |
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![]() Eisstockschießen direkt am Schloss ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() oder am Nymphenburger Kanal ![]() ![]() ![]() Eisstockschießen und Schlittschuhlaufen auf dem Ostparksee ![]() ![]() ©Foto: Martin Schmitz, Marikka-Laila Maisel |
In München beliebte Plätze zum Eisstockschießen auf Natureis sind der Nymphenburger Kanal und der Kleinhesseloher See im Englischen Garten vor dem Seehaus - vorausgesetzt, der Winter bringt genug Frost und das Eis ist freigegeben. Ob eine Eisfläche betreten werden darf, zeigen Schilder vor Ort. Für den Nymphenburger Kanal als staatliches Gewässer ist die Schlossverwaltung Nymphenburg zuständig (Tel. 089 17908-0), für die Gewässer im Englischen Garten wie den Kleinhesseloher See die Parkverwaltung Englischer Garten (Tel. 089 38666390). Welche Eisflächen auf den städtischen Seen freigegeben sind, weiß die Grünanlagenaufsicht der Landeshauptstadt unter 089 233-727656. Wo keine Warnschilder stehen, gilt: Betreten auf eigene Gefahr. Eisstockschießen am Nymphenburger Kanal Auf dem Kanal mit Blick auf das Nymphenburger Schloss werden von Pächtern Eisbahnen mit viel Mühe und Arbeitseinsatz präpariert, an kalten Wintertagen kommen dann auch unter der Woche zahlreiche Menschen aufs Eis. In guten Wintern stehen entlang des Kanals mehrere Dutzend gepflegte Bahnen bereit. Am Stand vor dem Schloss bot in den vergangenen Wintern die Familie Mehr einen Eisstockverleih an, dort konnte man sich auch Schlittschuhe ausleihen und auf präparierten Flächen auf dem Kanal Schlittschuh laufen.
Die größte Anlage am Kanal betreiben die Eisstockbahnen Nymphenburg im Mittelteil des Kanals, in Richtung weg vom Schloss zwischen den beiden Brücken nahe dem Hubertusbrunnen. Kasse, Verleih und Kiosk sind in einer Blockhütte untergebracht. Die Anschrift: Südliche Auffahrtsallee 27, 80639 München. Geschossen wird bei Eisbetrieb täglich von 9 bis 22 Uhr, abends unter Flutlicht. Die Preise laut Betreiber pro Person: Montag bis Freitag zwischen 9 und 17 Uhr 4,00 € für vier Stunden, Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 9 bis 17 Uhr ebenfalls 4,00 € für vier Stunden, abends von 17 bis 22 Uhr 5,00 € für vier Stunden. Für Firmen und Gruppen gibt es eigene Preise auf Anfrage. Mehr als 200 Leihstöcke stehen bereit, ein Wechselstock kostet in der Ausleihe 3,00 €, ein Holzstock ebenfalls 3,00 €. Dazu gibt es kleine Snacks und Süßigkeiten, Glühwein sowie viele andere alkoholische und alkoholfreie Getränke, der Glühwein kommt auf 3,50 €. Sofern es die Zeit erlaubt, gibt es außerdem auf Wunsch eine kleine Einweisung. Ohne Vorkenntnisse und mit geliehenen Eisstöcken kann man mit Familie, Freunden oder auch der Firma sofort loslegen. Besonderen Reiz hat das Spielen verschiedener Abteilungen gegeneinander, so haben in den vergangenen Jahren oft „New Business“ gegen „Controlling“, Lehrlinge gegen Meister oder Putzkolonnen gegen Geschäftsführung gespielt. Aber auch spontane Treffen mit Freunden oder Familien machen aus einem Nachmittag oder Abend auf dem Kanal eine gesellige Freizeitbeschäftigung. „Nicht nur die historisch schöne Lage des Schlosskanals in Nymphenburg schafft das richtige Ambiente, die geringe Wassertiefe und die Ost-West-Ausrichtung sorgen dafür, dass der Schlosskanal besonders sicher ist und von allen natürlichen Gewässern in München als erstes einfriert“, so Herbert Fesl, der Pächter. Seine Familie sorgt seit Jahrzehnten für die Pflege der Eisfläche und die gastronomische Betreuung. Damit die frühe Dunkelheit im Winter nicht den Spaß verdirbt, wurde eigens eine Flutlichtanlage installiert. Informationen und Reservierungen gibt es bei Herbert Fesl unter 0179 1077187 und unter www.eisstockbahnen.de. Anfahrt: U1 bis Rotkreuzplatz, Tram 12 bis Renatastraße.
Englischer Garten, Ostpark und die Münchner Seen Auch auf dem Kleinhesseloher See drehen die Münchner gerne ihre Pirouetten, Eisstockschützen treffen sich vor dem Seehaus. Schlittschuhlaufen und Eisstockschießen haben im Englischen Garten eine lange Tradition, schon um 1900 wurde auf dem See Eisstock geschossen. Doch Vorsicht: Der Kleinhesseloher See wird von einem Bach durchflossen, sein Eis ist daher unregelmäßig dick. Aufs Eis sollte man nur, wenn die Parkverwaltung die Fläche freigegeben hat. Erst wenn das Eis dicker als 15 Zentimeter ist, kann Eis auf Seen oder Flüssen auch größere Menschengruppen gefahrlos tragen. Auch der Olympiasee ist für Eisläufer tabu, da auch hier ein Gewässer den See durchquert. Kommt es trotz Verbots zu einem Unfall, haftet der Geschädigte selbst. Gesicherter läuft man neben dem See im Olympia-Eissportzentrum. Beliebte Seen Münchens sind im Winter der Fasaneriesee, der Feldmochinger See, der Langwieder See, der Lerchenauer See und der Lußsee, die Gewässer in Ost- und Westpark sowie im Park von Schloss Blutenburg. Der Ostpark ist eine weitläufige, ländlich anmutende Parkanlage und für alle zugänglich. Auf dem Ostparksee neben dem Michaelibad wird im Winter bei tragfähigem Eis gern Eisstock geschossen, die kleine Eislaufbahn eignet sich gut zum Schlittschuhlaufen. Gleich nebenan liegt der Michaeligarten. Auf den bayerischen Seen (Starnberger See, Ammersee, Kochelsee, Tegernsee etc.) darf jeder die zugefrorene Fläche betreten, allerdings ebenfalls auf eigene Gefahr. Unabhängig vom Frost bieten im Winter zahlreiche Münchner Biergärten und Wirtshäuser Eisstockbahnen aus Kunsteis oder Kunststoff an, etwa der Königliche Hirschgarten, der Löwenbräukeller, der Paulaner am Nockherberg oder das Park Café. Die Bahnen werden dort meist stundenweise für Gruppen vermietet. Eisstockschießen im Umland: Natureis vor Bergkulisse Ein Stück Eisstock-Geschichte ist der Riessersee in Garmisch-Partenkirchen, auf rund 785 Metern am Fuß des Wettersteingebirges gelegen. Bei den Olympischen Winterspielen 1936 wurden hier die Eisstock-Vorführwettbewerbe ausgetragen, auf dem See liefen außerdem Eisschnelllauf und ein Teil der Eishockeyspiele. Auch heute wird der zugefrorene See im Winter zum Schlittschuhlaufen und Eisstockschießen genutzt. Rund um den See führt ein etwa zwei Kilometer langer Spazierweg mit Blick auf das Zugspitzmassiv. Rund 80 Kilometer südöstlich von München liegt der Spitzingsee oberhalb des Schliersees, mit gut 28 Hektar einer der größten Bergseen Bayerns. Er bildet im Winter häufig eine tragfähige Eisdecke, dann wird auf dem See Schlittschuh gelaufen, Eisstock geschossen und Eishockey gespielt. Im Berchtesgadener Land locken am Aschauerweiher in Bischofswiesen gut präparierte Eisstockbahnen zu geselligen Partien. Auskunft gibt die Tourist-Info Bischofswiesen (mehr). In Tirol bietet der Gieringer Weiher bei Kitzbühel zwei Naturbahnen am Waldrand, die abends beleuchtet sind, dazu drei Bahnen direkt auf dem See. Reserviert wird beim Waldbad am Gieringer Weiher unter +43 5356 63955. Für die Seebahnen nennt Kitzbühel Tourismus 100 € pro Bahn für zwei Stunden, zehn Eisstöcke inklusive. Bei Tauwetter gilt auf der Eisdecke absolutes Betretungsverbot (mehr). Im benachbarten Pillerseetal ist das Eisstockschießen seit Jahrhunderten Volkssport. Eisstockbahnen gibt es in Fieberbrunn, Hochfilzen, St. Jakob in Haus, St. Ulrich am Pillersee und Waidring, Gäste können sich dort selbst versuchen und den Einheimischen beim Training zusehen (mehr). Was ist aber, wenn trotz aller Vorsicht das Eis unerwartet zu knacken anfängt oder man sogar einbricht? Beim ersten Rumoren der Eisschicht sollte man sich sofort, aber langsam, auf die Eisfläche legen und vorsichtig zum Ufer zurückrobben. Schlittschuhläufer und Spaziergänger sollten nicht auf Eislöcher zugehen und sich vor Einbruch der Dunkelheit oder bei plötzlich aufkommendem Nebel rechtzeitig ans Ufer begeben. Bricht man trotz allem ein, heißt es zunächst, ruhig zu bleiben und Panik zu vermeiden. Ist der erste Schreck überstanden, sollte man versuchen, sich in Bauch- oder Rückenlage flach auf das Eis zu schieben und dabei das Körpergewicht auf eine möglichst große Fläche zu verteilen. Schlägt dieser Selbstrettungsversuch fehl, gilt es, unnötige Bewegung zu vermeiden, damit die gegen Kälte isolierende Luftschicht in der Kleidung erhalten bleibt. Wer beobachtet, wie jemand ins Eis einbricht, sollte sofort die Rettungsleitstelle unter 112 alarmieren und Hilfe holen, denn schon nach wenigen Minuten ist der Eingebrochene durch die Kälte so geschwächt, dass er sich nicht mehr an der Eiskante festhalten kann. Das Wichtigste für Laienhelfer ist dabei der Eigenschutz, allein sollte man nichts unternehmen. Das Unfallopfer muss beruhigt werden, weitere Personen auf dem Eis können den Helfer absichern. Mit einer Leiter, einem Brett oder einem Schlitten lässt sich das Eigengewicht auf eine große Fläche verteilen und eine langsame Annäherung an den Eingebrochenen ist möglich. Geschichte und Regeln des Eisstockschießens Bereits auf einem Bild von Pieter Bruegel dem Älteren (1565), das zugefrorene Grachten in den Niederlanden zeigt, sind "Eisstockschützen" zu sehen. Erste Ansätze zum sportlichen Wettkampf gab es zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Bei den Olympischen Spielen 1936 in Garmisch-Partenkirchen wurde Eisstockschießen auf dem Riessersee als Vorführwettbewerb ausgetragen. 1951 fanden in Garmisch-Partenkirchen die ersten Europameisterschaften statt, die ersten Eisstock-Weltmeisterschaften wurden 1983 in Frankfurt am Main durchgeführt. Das Eisstockschießen fand von Anfang an schnell Anklang in der Bevölkerung. Besonders für Bauern und Handwerker war es eine willkommene Möglichkeit, die durch den Frost bedingte Untätigkeit im Winter spielerisch zu überbrücken. Nach und nach entwickelte sich das Eisstockschießen vor allem in Bayern und Österreich zu einem Volkssport. Im Winter in Kunsteisstadien, auf Natureis oder auf zugefrorenen Seen, im Sommer auf Asphaltbahnen kann dieser Sport von der Jugend bis ins hohe Alter ausgeübt werden. Gerade die Geselligkeit während und nach dem Eisstockschießen ist für viele ein Anreiz, sich dieser Sportart zu widmen. Heute sind Zehntausende Eisstockschützen in Vereinen organisiert. Das moderne Wettkampfgerät besteht aus dem Stockkörper, verschiedenen Laufsohlen und dem Stiel. Der komplette Eisstock hat ein zulässiges Gesamtgewicht von ca. 4,3 kg. Auf Eis sind die Laufsohlen aus Gummi, auf Asphalt aus Kunststoff. Je weicher die Mischung des Materials, desto "strenger" geht die Laufsohle im Wettkampf. Die Laufsohlen sind in verschiedenen Härtegraden (Shore genannt) verfügbar, was zu unterschiedlichen Reibwerten auf dem Untergrund führt. Den Härtegraden sind Farben zugeordnet, um die Laufsohlen leicht identifizieren zu können. Am meisten Kraft benötigt der Spieler für die besonders weiche blaue Laufsohle, die Abstufung läuft dann über gelb, orange, grau, schwarz, grün und weiß. Im Sommer gibt es noch eine leichte, rote Laufsohle mit einem besonderen Profil.
Deutscher Eisstock-Verband: www.eisstocksport.de - München im Winter: Eislaufen in und in Ausflugsreichweite rund um München, Ausflugstipps (weiter) |
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