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Sauna tut gut (Foto: Klafs Saunabau)
Sauna tut gut (Foto: Klafs Saunabau)

Erd-Loft-Sauna im Michaelibad unter dem Erdhügel (Foto: Martin Schmitz)
Erd-Loft-Sauna im Michaelibad unter dem Erdhügel

Fotos: Martin Schmitz (1), Klafs Saunabau (1)

Entschlacken in der Sauna? Was regelmäßiges Saunieren dem Körper wirklich bringt

Entschlacken gilt seit Jahren als Zauberwort, wenn es um Wohlbefinden, Fitness und eine schlanke Linie geht, und auch der Gang in die Sauna wird gern als Entschlackungskur beschrieben. Die gute Nachricht vorweg: Saunieren tut dem Körper tatsächlich gut, nur eben aus anderen Gründen als lange angenommen.

Den Begriff „Schlacken“ kennt die Medizin nicht. Nach Angaben der Verbraucherzentrale NRW sammelt der Körper weder Schlacken noch Giftstoffe an. Leber und Nieren arbeiten bei gesunden Menschen als Entgiftungsorgane stetig und zuverlässig, nicht verwertbare Stoffe verlassen den Körper über Darm und Nieren. Der Schweiß, der in der Sauna reichlich fließt, besteht zum größten Teil aus Wasser und Salzen. Was nach dem Saunatag auf der Waage fehlt, ist daher vor allem Flüssigkeit, die mit Wasser, Tee oder einer Saftschorle rasch wieder aufgefüllt ist.

Training für Herz und Gefäße

Der eigentliche Gewinn liegt im Wechselspiel von Hitze und Kälte. In der Kabine steigt die Körpertemperatur, die Blutgefäße der Haut weiten sich, das Herz pumpt kräftiger, und das Herzzeitvolumen nimmt um 60 bis 70 Prozent zu. Nach dem Saunagang folgt die Abkühlung unter der kalten Dusche, im Tauchbecken oder im Winter auch einmal im frischen Schnee, und die Gefäße ziehen sich wieder zusammen. Dieses regelmäßige Gefäßtraining bringt den Kreislauf in Schwung und wird gern mit einer leichten Ausdauereinheit verglichen. Dazu kommt, was jeder Saunagänger kennt: die tiefe Entspannung in der Ruhephase danach.

Was die Langzeitforschung aus Finnland zeigt

Besonders gut untersucht ist das Saunabaden im Mutterland der Sauna. In der Kuopio Ischaemic Heart Disease Risk Factor Study (KIHD) der Universität Ostfinnland wurden die Gewohnheiten von mehr als 2.300 Männern über rund zwei Jahrzehnte begleitet, die zu Beginn 42 bis 60 Jahre alt waren. Wer vier- bis siebenmal pro Woche in die Sauna ging, starb nur etwa halb so häufig an Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Männer mit nur einem Saunagang pro Woche, auch die Gesamtsterblichkeit lag niedriger. Eine weitere Auswertung von Jari Laukkanen und dem Innsbrucker Epidemiologen Peter Willeit mit 1.688 Männern und Frauen zwischen 53 und 74 Jahren kam zu ähnlichen Ergebnissen.

Die Forscher weisen selbst darauf hin, dass es sich um Beobachtungsstudien handelt, die einen deutlichen Zusammenhang zeigen, aber keinen ursächlichen Beweis liefern. Als mögliche Erklärungen gelten ein sinkender Blutdruck, elastischere Gefäße, bessere Blutfettwerte und weniger Entzündungsprozesse im Körper.

Sanfte Wärme im Sanarium

Wem die klassische finnische Sauna mit 80 bis 100 Grad zu heiß ist, findet im Sanarium eine mildere Alternative. Der Begriff ist eine geschützte Marke des Saunaherstellers Klafs aus Schwäbisch Hall. Bei rund 60 Grad und einer deutlich höheren Luftfeuchtigkeit als in der Finnsauna wird der Körper schonender erwärmt, was vor allem Sauna-Einsteigern entgegenkommt. Moderne Kabinen mit der Steuerung SaunaPUR regeln Temperatur und Luftfeuchtigkeit automatisch nach den Wünschen der Badenden. Wer Herz-Kreislauf-Beschwerden oder Bluthochdruck hat, bespricht den Saunabesuch am besten vorher mit dem Hausarzt. Fachleute empfehlen in solchen Fällen eher Temperaturen zwischen 45 und 60 Grad.

Saunieren in den Münchner M-Bädern

In München betreiben die Stadtwerke München unter der Marke M-Bäder acht Saunen. Eine Besonderheit ist die Erd-Loft-Sauna unter dem Erdhügel im Michaelibad mit rund 80 Grad, im Cosimawellenbad lockt eine Stollensauna mit rund 95 Grad, und im Müller'schen Volksbad wird im historischen römisch-irischen Schwitzbad mit Warm- und Heißlufträumen geschwitzt. Das Nordbad bietet eine Freiluftterrasse mit Außensauna, die Olympia-Schwimmhalle eine Schneekabine zum Abkühlen und das Westbad gleich drei finnische Saunen sowie eine Meer-Klima-Kabine. Ein Sanarium mit rund 60 Grad gibt es im Cosimawellenbad, im Dantebad, im Michaelibad, im Südbad und im Westbad, das Nordbad hat verschieden temperierte Warmlufträume.

Der Normaltarif für vier Stunden Saunazeit einschließlich Schwimmbad liegt bei 23 Euro, in den meisten Bädern gilt ab 19.45 Uhr ein Abendpreis von 17,50 Euro, die Tageskarte kostet 34,50 Euro. Jedes Bad hat einen festen Damentag, an den übrigen Tagen sowie an Feiertagen ist die Sauna für alle geöffnet. Aktuelle Öffnungszeiten und Revisionstermine stehen auf der Saunaseite der M-Bäder.

Ob finnisch heiß, mild im Sanarium oder im Stollen: Ein Saunaabend ist gerade in der kalten Jahreszeit eine wohltuende Auszeit für Körper und Kopf.

Alle Angaben ohne Gewähr, Stand Oktober 2026.


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