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Heilbad Krumbad in Krumbach (Schwaben) - Badstein, Kneipp und LaStone im ältesten Heilbad Schwabens


Das Alte Badhaus im Park des Heilbads Krumbad in Krumbach (Foto: Bad Krumbad)
Umgeben von einem weitläufigen Park ist das Alte Badhaus eines der romantischsten Motive im Krumbad.
Sommerliche Stimmung im Park des Heilbads Krumbad
Sommerliche Stimmung im Park des Heilbads Krumbad
Aqua-Jogging in der Gruppe im Bewegungsbad des Heilbads Krumbad
Aqua-Jogging in der Gruppe im Bewegungsbad
Die barocken Gebäude des Heilbads Krumbad in einem Tal bei Krumbach in Schwaben (Foto: Bad Krumbad)
Die barocken Gebäude des Heilbads Krumbad liegen in einem sanften Tal bei Krumbach in Schwaben, umgeben von Laubwald und Wiesen.
Schwester Monika, damals Oberin des Heilbads Krumbad (Foto: Bad Krumbad)
Schwester Monika, damals Oberin des Heilbads. Über 130 Jahre lang betreuten die Schwestern der St. Josefskongregation das Krumbad, 2023 wurden die letzten drei verabschiedet.
LaStone-Massage im Heilbad Krumbad mit heißen Basaltsteinen und gekühlten Marmorsteinen (Foto: Bad Krumbad)
Eine der Spezialitäten im Heilbad Krumbad: die LaStone-Massage mit duftendem Öl, heißen Basaltsteinen und gekühlten Marmorsteinen.

Fotos: Bad Krumbad

Rund 600 Jahre reicht die Badetradition im Heilbad Krumbad zurück, das als ältestes Heilbad Schwabens gilt. Die barockgelben Gebäude schmiegen sich am Rand von Krumbach im Landkreis Günzburg in ein sanftes Tal, ringsum liegen Laubwald, Wiesen und ein weitläufiger Park. Im Frühjahr sind die Wiesen übersät von Buschwindröschen, deren weiße Blüten mit rosa oder bläulichem Schimmer die Wege säumen. Wer dem Münchner Alltag für ein paar Tage entkommen möchte, erreicht das Krumbad mit dem Auto ebenso wie mit Zug und Bus.

Eine Quelle mit Legende

Am Anfang steht eine Legende aus dem Jahr 1390: Der eifersüchtige Ritter Ulrich von Ellerbach soll seine Frau Adelheid wegen eines vermeintlichen Ehebruchs in eine Scheune gesperrt und diese angezündet haben. An der Stelle trat eine Quelle zutage, die bald als heilkräftig galt und bis heute Adelheidsquelle heißt. 1418 kam das „Bad zu Lexenried“ an das Reichskloster Ursberg, nach der Säkularisation wechselte es mehrfach den Besitzer. 1891 kaufte Dominikus Ringeisen, Gründer der Ursberger Anstalten, das Bad. Er war mit Sebastian Kneipp befreundet und ließ eine eigene Kneipp-Abteilung für Kaltwasseranwendungen bauen. Von 1940 bis 1945 fand der aus seiner Diözese verbannte Rottenburger Bischof Johannes Baptista Sproll im Krumbad Zuflucht vor den Nationalsozialisten, an ihn erinnert heute die Adresse des Hauses.

Seit 1981 wird das Bad von der Heilbad Krumbad GmbH geführt, deren Gesellschafter die St. Josefskongregation Ursberg, der Bezirk Schwaben, der Landkreis Günzburg und die Stadt Krumbach sind. Der Kneipp-Bund erkannte das Krumbad 1979 als Kneippkurbetrieb an, im Dezember 2000 folgte die staatliche Anerkennung als Peloid-Kurbetrieb.

Über 130 Jahre mit den Schwestern

Mehr als 130 Jahre lang prägten die Schwestern der St. Josefskongregation das Haus. Bei einem früheren Besuch der Redaktion empfing die damalige Oberin Schwester Monika die Gäste mit dem Satz, der im Krumbad in vielen Variationen zu hören war: „Lassen Sie sich von uns verwöhnen, Sie sollen sich bei uns wohlfühlen.“ Mit dem Modewort Wellness konnte sie wenig anfangen. „Körper, Geist und Seele sollen bei uns in Einklang gebracht werden, das heißt, der ganze Mensch soll sich wohlfühlen und neue Kräfte sollen geweckt werden“, beschrieb sie den Anspruch des Hauses.

Am 29. Juni 2023 wurden die letzten drei Schwestern aus dem Krumbad verabschiedet. Der ganzheitliche Gedanke ist geblieben, und in der Hauskapelle St. Felizitas wird weiterhin sonntags um 10 Uhr Gottesdienst gefeiert.

Der Krumbader Badstein

„Unser Badstein bringt Sie wieder auf die Beine“, versprach damals Stationsschwester Fridolina, bevor sie die Gäste zur Schlammpackung schickte. Der Krumbader Badstein ist bis heute das ortseigene Heilmittel des Hauses. Gewonnen wird der weißgraue Tonstein nördlich des Krumbads aus dem Bergrücken des Buchenwalds, in drei bis fünf Metern Tiefe. Vermutlich ist er aus vulkanischer Asche im einstigen Molassemeer hervorgegangen, nach der Analyse des Instituts Fresenius besteht er zu über 60 Prozent aus Kieselsäure.

Nach rund einem Jahr Trocknung wird der Stein in den Ursberger Werkstätten des Dominikus-Ringeisen-Werks von Hand zerklopft und anschließend in einer Steinmühle gemahlen. Mit Wasser angerührt, kommt der Naturschlamm auf etwa 45 Grad erwärmt oder gekühlt zum Einsatz, als Packung und Wickel, beim Schlammkneten und Schlammtreten oder als Peeling im Rasulbad. Das Haus setzt ihn unter anderem bei Arthrose, Rheuma und Erschöpfungszuständen ein.

LaStone-Massage mit heißen und kalten Steinen

Zu den bekanntesten Anwendungen im Krumbad zählt die LaStone-Massage, eine ganzheitliche Behandlung, die aus den USA stammt. Zunächst wird der Körper auf der Massageliege mit duftendem Öl eingerieben, dann massiert die Therapeutin oder der Therapeut mit heißen Basaltsteinen. Im Wechsel kommen gekühlte Marmorsteine zum Einsatz, ganz ähnlich wie beim Kneippen. Die Wärme soll die Muskulatur lockern und den Weg in eine tiefe Entspannung bereiten. Beim damaligen Test der Redaktion dauerte die Ganzkörperbehandlung 90 Minuten, und selbst der Wechsel von heiß zu kalt wurde als angenehm empfunden. Buchbar ist die LaStone-Massage als Teil- oder Ganzkörperbehandlung.

Daneben umfasst das Programm Aromamassagen, die Bürstenmassage nach Kneipp, Kräuterstempelmassagen mit Kräutern aus dem eigenen Kräutergarten, die tibetisch-ayurvedische Himalaya-Abhyanga-Massage sowie Klang- und Edelsteinmassagen.

Hotel, Restaurant und Kneipp

Das Hotel ist vom DEHOGA mit vier Sternen klassifiziert, Hotelgäste nutzen Sauna und Bewegungsbad kostenlos. Zum Wohlfühlbereich gehören außerdem eine Infrarotkabine, das Rasulbad und Kosmetikbehandlungen, die Kneipp-Anwendungen folgen den fünf Säulen Wasser, Bewegung, Heilkräuter, Ernährung und Lebensordnung. Für Kurzentschlossene stellt das Haus Wohlfühltage als Pauschalen zusammen, Gutscheine gibt es im Onlineshop des Krumbads.

Das Restaurant mit Wintergarten und Terrassen blickt auf Laubwald und Wiesen, serviert werden Menüs, Buffets oder Gerichte à la carte. Neben Hotel und Wohlfühlangeboten führt das Krumbad eine Rehaklinik, ambulante Badekuren, Physiotherapie, Gerätetraining und Präventionskurse, für Tagungen stehen fünf Räume zur Verfügung.

(Redaktion ganz-muenchen.de, nach einem Bericht von Inés Berber)

HEILBAD KRUMBAD GMBH
Kneipp- und Peloidkurbetrieb
Bischof-Sproll-Str. 1
86381 Krumbach
Tel.: 0 82 82/9 06-0
www.krumbad.de
info@krumbad.de

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