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ganz-muenchen.de Vorgängerprojekte: alles begann mit sidewalk.com

Im Frühjahr 1997 startete der amerikanische Technologiekonzern Microsoft das Projekt Sidewalk.com in seiner Heimatregion Seattle, USA.

Sidewalk.com diente dem lokalen Nutzer als Entertainment-Führer und Einkaufsratgeber und übernahm in seinen späteren Versionen im weitesten Sinne auch Funktionen der Gelben Seiten.

Hinter Sidewalk stand die Marketing- und Technologiekompetenz von Microsoft.

Neben den 1997 gestarteten acht amerikanischen und einer australischen Sidewalk-Stadt sollte Anfang 1998 auch eine erste nicht englischsprachige Version starten: Sidewalk München. Für dieses Projekt wurden eigens völlig neue Softwarelösungen entwickelt. Sidewalk war laut Media Metrix 1998 das dritthäufigst besuchte Network im Internet, aus ursprünglich neun wurden bis 1999 über 70 Städte mit eigenen Sidewalk-Ausgaben.

(Interessant: Banner 1997 zur Eröffnung von neuen Städten)

Die Vorstellung von Sidewalk München war für die CeBIT in Hannover geplant, eine renommierte Agentur hatte bereits Werbematerialien vorbereitet, die Redaktion war im November und Dezember 1997 eingestellt worden.

Im Rahmen einer völligen Neuausrichtung des Microsoft-Konzerns bei Angeboten mit redaktionellen Inhalten, insbesondere beim MSN (Microsoft Network), kam es anders: Über Weihnachten 1997 fuhr der damalige Geschäftsführer in die Zentrale und kehrte mit der Botschaft zurück, dass Sidewalk an Ticketmaster gehen werde und der neue Eigentümer mangels Präsenz in Europa und Deutschland kein Interesse an dem Projekt habe. Im Januar 1998, nur einen Monat vor dem geplanten Start, wurden Sidewalk München und alle übrigen in der Entwicklung befindlichen nicht-amerikanischen Sidewalk-Projekte ersatzlos abgewickelt. Formal abgeschlossen wurde die Übernahme der US-Städte durch Ticketmaster Online-CitySearch im Juli 1999, im Tausch gegen eine Beteiligung von rund neun Prozent, die damals mit etwa 240 Mio. Dollar bewertet wurde. Im Zuge der Zusammenführung mit CitySearch verschwand der Name Sidewalk dann auch in Amerika.

score - medien mit zukunft Dietmar Beyer & Martin Schmitz GbR war seit Frühsommer 1997 an der Entwicklung von Marketingtools und den Verkaufsvorbereitungen von Sidewalk München beteiligt.

Da vergleichbar nutzwertorientierte Angebote, die zugleich die Möglichkeiten einer unkomplizierten technischen Lösung voll ausspielten, in Deutschland zu dieser Zeit nicht existierten, lag es nahe, zusammen mit Partnern ein Folgeprojekt in Angriff zu nehmen, das die regionalen Gegebenheiten noch stärker berücksichtigen sollte als Sidewalk.

Dabei wurde score bei CityWeb fündig. CityWeb, ursprünglich ein reiner Online-City-Guide der WAZ-Gruppe, fusionierte im Frühjahr 1998 seine Aktivitäten an 16 Standorten in NRW mit zwei Projekten des Springer-City-Guides go on in Hamburg und Berlin. Im Zuge der Expansion war eine Ausdehnung auf alle wichtigen Ballungsräume geplant.

Da beide Verlagshäuser in Frankfurt und München nur eine unzureichende Printpräsenz und damit kaum eigene Redaktionen vor Ort hatten, war CityWeb auf Partnersuche und wurde bei dem Projekt fündig, das score anbieten konnte.

Unter dem Namen CityWeb München sollte Ende 1998 eine völlig eigenständige, mit Features ähnlich dem Sidewalk-Modell ausgestattete Variante von CityWeb ins Netz gehen. Diese hätte als Testlauf für die übrigen Städte gegolten, wenn sich das Geschäftskonzept von score (ursprünglich von Microsoft) bewährt hätte.

Am Vorabend der geplanten Vertragsunterzeichnung wurde der CityWeb-Geschäftsführer entlassen. CityWeb war dadurch kurzfristig handlungsunfähig, was die geplante Kooperation betraf.

Kurz danach löste sich Springer aus einigen seiner Internetaktivitäten, so auch aus CityWeb, das dadurch wieder eine regionale Angelegenheit innerhalb der Standorte der WAZ-Gruppe blieb und das Interesse am München-Projekt verlor.

Mit dem neuen munich online ging Ende Januar 1999 eine zunächst verlagsunabhängige, risikokapitalfinanzierte eigenständige Version eines City-Guides ins Netz. Dafür wurden im Auftrag von munich online diverse Software-Tools entwickelt, darunter eine eigene Redaktionssoftware nach vordefinierten Anforderungen.

Das Projekt munich online blieb dem Gedanken treu, höchsten Nutzwert für die potenzielle Nutzerschaft so einfach wie möglich anzubieten.

Geplant war, bei Erfolg des Münchner Startprojektes die technologische Grundstruktur auf weitere Städte zu übertragen. Doch auch daraus wurde nichts.

Durch die Zahlungsunfähigkeit des das Projekt finanzierenden Venture-Fonds ging das Projekt Anfang 2000 mehrheitlich an den Münchner Zeitungsverlag, der nach unserem Ausscheiden Ende 2001 auch die verbliebenen Anteile übernahm und das Projekt seither nach eigenen Ideen fortführt.

Mit der Grundidee von Sidewalk und dem Nutzerversprechen im Hinterkopf ging Anfang 2002 ganz-muenchen.de an den Start.

"Die private Seite Münchens" als Claim (bis 2020) bezeichnete zunächst nur die Tatsache, dass es sich um eine private Seite handelt, erst später wurde daraus das Wortspiel mit der "nicht offiziellen" Sichtweise auf München, was die Inhalte betrifft.

Zunächst gab es hier nur einzelne nichtkommerzielle Seiten zum Thema Fasching (ich bin am 11.11. geboren).

Nach und nach kamen weitere Themen der Ur-Idee hinzu, so entstand eine Grundreichweite, die dazu führte, dass sich ganz-muenchen.de nach elfeinhalb nichtkommerziellen "privaten" Monaten Mitte Dezember 2002 auch für Werbung öffnete.

Um auch nach der allgemein anerkannten Währung der IVW vergleichbar zu werden, meldete sich ganz-muenchen.de dort zur Erfassung an.

Im Juni 2005 wurde ein Spitzenwert von über 170.000 gelesenen Seiten (PageImpressions) an einem einzigen Tag erreicht, im Januar ein Spitzenmonat mit über 372.000 Visits (Lesern). Im Schnitt kamen damals an einem Werktag zwischen 7.000 und 11.000 Leser/Visits auf die Inhalte von ganz-muenchen.de, am Samstag und Sonntag lag die Reichweite zwischen 5.000 und 10.000 Lesern.

Spitzenwerte erreicht ganz-muenchen.de in jedem Jahr zum Ende und damit Höhepunkt der Faschingssaison und zum Oktoberfest.

Seit September 2026 erscheinen neue Beiträge mit einem neuen Redaktionssystem unter aktuell.ganz-muenchen.de, mit Bildergalerien, Videos und responsive für alle Bildschirmgrößen.

Hinzu kommt der YouTube-Kanal ganzmuenchen mit inzwischen über 65 Millionen Gesamtaufrufen (Stand Oktober 2026).


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