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Angst um den Job, Lagerkoller daheim Interview mit Erfolgs- und Motivationstrainer Jürgen Höller: So vermeide ich Angst und Stress in der Corona-Krise

Die Corona-Krise ist in vielerlei Hinsicht eine Belastungsprobe: Viele sitzen jetzt mit der Familie auf engstem Raum zusammen oder sind ganz alleine oder isoliert. Wie bekomme ich Home-Office und Familie unter einen Hut? Was mache ich gegen die Langeweile? Und was tue ich gegen die Angst um den Job und vor der Einsamkeit? Fragen, die uns nun beschäftigen.

Wir haben bei Jürgen Höller, dem bekanntesten Erfolgs- und Motivationstrainer Europas, nachgefragt. In seinen Seminaren zeigte fast zwei Mio. Teilnehmern schon seit Jahrzehnten erfolgreich, wie sie in ihrer eigenen Karriere voran und „aus dem Hamsterrad“ herauskommen, wie sie ihre Zweifel überwinden und neue Motivation finden können und ihre Ergebnisse in Erfolge umsetzen.

Im Interview gibt er Tipps gegen den Corona-Koller, erzählt aber auch, inwieweit er selbst von der Krise betroffen und ist und was er dagegen tut.


Viele Menschen haben jetzt Angst um Ihren Job. Was kann man gegen diese Angst tun?

JH: „Zum einen den Chef offen darauf ansprechen. Ihm versichern, dass man in der Krise alles tun wird, um ihn zu unterstützen. Und dass man bereit ist, auch in der Krise über den eigenen Schatten zu springen und dass man gemeinsam versuchen wird, diese Krise zu meistern. Ein zweiter Tipp ist es, in der Krise, falls man eben nicht arbeiten kann, weil Betriebe zum Beispiel geschlossen haben, die Zeit sinnvoll zu nutzen und sich weiterzubilden. Jetzt gilt es, sich neues Wissen und neue Fertigkeiten anzueignen. Das kann einem später im Job hilfreich sein.

Viele Menschen sind nun auf engem Raum zusammen. Wie vermeidet man den Lagerkoller?

JH: „Erstens klare Regeln im Umgang miteinander aufstellen. Wer laut wird oder ausrastet, für den gibt es eine Strafe, die man vorher festlegt. Zum Beispiel einen Tag alleine bei den Mahlzeiten den Tisch decken und wieder abräumen. Ein weiterer Schritt ist es, sich es anzugewöhnen, sich einmal am Tag auszusprechen – in einem ruhigen Ton: Was nervt einen? Was macht einem das Leben schwer? Wie würde man sich den Umgang idealerweise wünschen? Und dieses Gespräch als festes Ritual einführen. Wenn man länger eng zusammen ist, weil man nicht arbeiten kann, ist es auch hilfreich, sich regelmäßig ein Programm auszudenken, das man miteinander, aber auch alleine durchführen kann. Zum Beispiel ein Sportprogramm.

Viele Menschen sind jetzt isoliert und ganz allein zu Hause. Was können sie tun um sich nicht alleine fühlen?

JH: „Das Gefühl, einsam zu sein, ist nur eine Interpretation. Mein Sohn Alexander ist Künstler. Er genießt es, alleine zu sein, weil er dann produktiv arbeiten kann. Das heißt: Für ihn ist das Alleinsein keine Strafe oder Opfer, sondern ein Privileg. Aber man kann natürlich selbst per Telefon oder Computer aktiv werden. Am besten per Skype, Zoom oder Facetime, damit man sich sehen kann.

Man kann auf Familie, Freunde und Kollegen zugehen und die Kommunikation mit diesen Mitteln nutzen. Und man kann sich mit sich selbst beschäftigen und neues Lernen. Und Dinge tun, zu denen man sonst nicht kommt. Also das Buch zu lesen, das schon lange im Regal steht, man aber nie die Zeit hatte, es zu lesen. Aber man kann sich auch selbst verwöhnen und sich Zeit für sich selbst nehmen. Zum Beispiel indem man sich eine Fitness App herunterlädt oder online einen Yoga-Kurs macht.“

Ist jede Krise auch eine Chance?

JH: „Ja. Ich glaube fest daran, dass jede Krise auch eine Chance sein kann, weil ich es selbst in meinem Leben zweimal erlebt habe. Ich war mit 21 Jahren fast pleite - mit einer Million Schulden. Und mit 40 Jahren war ich richtig pleite und habe alles verloren was ein Mensch verlieren kann. Aber im Nachhinein betrachtet war es das Beste, was mir passieren konnte, weil ich dadurch etwas in meinem Leben geändert habe.

Es war jeweils der Startschuss für einen langhaltenden Erfolg. Dass eine Krise eine Chance ist, sieht man aber nicht, wenn man drinsteckt, sondern in der Regel erst danach in der Retrospektive. Im Chinesischen besteht das Wort „Krise“ übrigens aus vier Schriftzeichen. Die beiden ersten beiden Schriftzeichen bedeuten „Achtung Gefahr“ und die beiden letzten Zeichen „Chance zur Veränderung und Möglichkeit zum Wachstum“.“

Viele Menschen fehlt nun Antrieb sich zu motivieren – zum Sport zum Beispiel.

JH: „Es geht auch hier darum, sich klare Ziele zu setzen und Rituale einzulegen. Man sollte nicht Sport machen, wenn man Lust dazu hat und dann wieder nicht wenn man keine Lust hat. Sondern man sollte sich ganz klar sagen: „Wenn ich jetzt zu Hause bin, dann teile ich mir den Tag in feste Rituale ein: Ich stehe um 7 morgens auf, mache meinen Frühsport, dann frühstücke ich, und dann ist der Haushalt dran.

Dann gibt es Mittagessen um 13 Uhr und dann wird zwei Stunden lang gelernt. Danach nehme ich mir die Zeit, um Familienangehörige zu kontaktieren“. Feste Rituale, die man immer zu einer bestimmen Zeit wiederholt, machen es leichter, denn sie werden zu einer fest stehenden Gewohnheit.

Viele Menschen verdienen jetzt weniger. Wie kann ich meine Ausgaben minimieren?

JH: „Indem ich mir zunächst alle meine Ausgaben aufschreibe und aufliste. Am besten nimmt man sich die Kontoauszüge vom letzten Monat zur Hand und schreibt alles auf, was abgebucht wurde. Und dann geht man durch, was man darüber hinaus bar ausgibt. Und dann überlegt man sich - wie ein Unternehmer auch – bei jeder Position: Ist das wirklich notwendig?

Und: ist es jetzt notwendig? Muss jetzt mein Fitness-Abo weiterlaufen? Brauche ich jetzt Disney-Channel und Netflix? Brauche ich Spotify und Apple News oder reicht vielleicht eines? Also wirklich alles genau durchgehen und jede Ausgabe auf den Prüfstand stellen. Jede Ausgabe, die nicht notwendig ist, streichen. Und auch darüber nachdenken, was ich aussetzen kann, wenn das Geld gerade jetzt knapp wird: Kann ich eventuell meine Lebensversicherungsbeiträge einen Monat lang aussetzen? Oder meine Abos?

Inwieweit trifft Sie die Krise?

JH: „Wir wurden natürlich auch getroffen, massiv sogar. Wir als Europas größter Seminarveranstalter sind natürlich besonders betroffen, da alle Arten von Veranstaltungen seitens der Regierungen ausgesetzt wurden. Wir haben aber sofort reagiert und unser Geschäftsmodell umgestellt und erweitert. Wir machen jetzt auch Online-Seminare, sogar als Online-Live-Version. Das hat richtig eingeschlagen.

Wir werden jetzt viele neue Onlineprodukte auf den Markt bringen. Und das, was wir früher auf der Bühne gemacht haben, nun online machen. Wenn wir irgendwann wieder Seminare durchführen können, dann haben wir sogar zwei Standbeine. Und werden vielleicht im Nachhinein sagen: Die Krise war das Beste, was uns passieren konnte. Eine riesige Chance, da sie uns gezwungen hat, ins digitale Zeitalter hineinzuschießen.“

Text: Andrea Vodermayr

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