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MUC / Schmuck Perspektiven auf eine Münchner Privatsammlung - ab 20.03.2021 im Münchner Stadtmuseum


Die Goldschmiedekunst spielt in München seit Ende des 19. Jahrhunderts eine zunehmend bedeutende Rolle.

Bis heute leben und arbeiten hier überdurchschnittlich viele Goldschmied*innen und Schmuckkünstler*innen. Die international bekannte Klasse für Schmuck und Gerät der Akademie der Bildenden Künste leistet dazu einen entscheidenden Beitrag.

In der Ausstellung werden insgesamt knapp 100 historische Schmuckstücke mit etwa 50 zeitgenössischen Arbeiten der Klasse Prof. Karen Pontoppidan in Dialog gesetzt.

Die durch das Münchner Stadtmuseum erworbene Sammlung Münchner Schmuck, deren zeitlicher Schwerpunkt von den 1880er Jahren bis in die 1930er Jahre reicht, setzt den Rahmen für diese Ausstellung, die gemeinsam mit den Studierenden der Akademie der Bildenden Künste und ihrer Professorin Karen Pontoppidan konzipiert wurde.

Darin werden die historischen Arbeiten und ihr Hintergrund beleuchtet sowie das Studium, die Herangehensweisen und die Werke angehender Schmuckkünstler*innen von heute vorgestellt.

Der Ankauf der Sammlung Münchner Schmuck, die über mehrere Jahrzehnte mit großer Kennerschaft von Frau Dr. Beate Dry-von Zezschwitz zusammengetragen worden ist und eine entscheidende Lücke im Bestand des Münchner Stadtmuseums füllt, wurde von der Kulturstiftung der Länder gefördert

In einer umfangreichen und über 700 Objekte versammelnden Schau werden zu einem der bedeutendsten Industriezweige und wesentlichen kulturellen Quellen der Stadt Geschichten erzählt und Fragen diskutiert.

Im Dialog zwischen dem Münchner Stadtmuseum und der Klasse Pontoppidan wurden sieben Themen festgelegt, die für die historische Sammlung relevant sind und von den Student*innen aus zeitgenössischer Perspektive beleuchtet werden. Ein Themenfeld befasst sich mit historischen Rückgriffen.

Die Münchner Schmuckkunst des 19. Jahrhunderts war geprägt von der Rezeption und dem Wiederaufgreifen historischer Stile und Techniken. Theodor Schallmayer (geb. 1861) etwa entwarf Schmuckstücke im Stil der Renaissance und des Rokoko.

Auch nach der Jahrhundertwende wurde die Beschäftigung mit historischen Stilen und Techniken fortgesetzt. Goldschmiede wie Adolf von Mayrhofer (1864 Miesbach – 1929 München) und Max Strobl (1861 München – 1946 ebenda) befassten sich in ihren ab 1907 entstandenen Arbeiten bevorzugt mit vor- und frühgeschichtlichen Formen und Ornamenten wie dem bronzezeitlichen Spiralmotiv.

In der ersten Hälfte der 1920er Jahre griff Johann Michael Wilm (1885 Dorfen – 1963 München) erfolgreich die in etruskischer Zeit perfektionierte Technik der Granulation wieder auf. Künstler wie Martin Seitz (1895 Passau – 1988 Passau) und Friedrich Schmid-(Geiler) (geb. 1889 München) belebten – ebenfalls ab den 1920er Jahren – die historische Technik des Steinschnitts neu.

In welcher Form setzen sich die Student*innen der Akademie der Bildenden Künste heute mit historischen Stilen und Techniken auseinander? In Arbeiten, die für die Ausstellung neu entstanden, reagieren die Student*innen auf die historischen Stücke und deren soziale und kulturelle Hintergründe.

Ein anderes Ausstellungsmodul ist dem Thema Flora und Fauna gewidmet. Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts verwendeten Münchner Schmuckkünstler*innen verstärkt von der Natur inspirierte Motive.

An den 1902 in München gegründeten Lehr- und Versuch-Ateliers für angewandte und freie Kunst („Debschitz-Schule“) erfolgte im Erkennen von in der Natur wirksamen, aber eigentlich unsichtbaren Kräften und deren künstlerischer Übertragung auf kunsthandwerkliche Gegenstände gar der Schritt in Richtung Abstraktion, wie es eine Gürtelschließe von Marie von Ortloff (1871 Themar – 1947 München) veranschaulicht.

In den zeitgenössischen Arbeiten der Student*innen wird ein nochmal erweiterter Naturbegriff künstlerisch reflektiert. Durch die Verwendung von Naturmaterialien beleuchten die Student*innen deren Bedeutung innerhalb verschiedener Kulturen, sie thematisieren durch die Imitation von Naturmaterialien gesellschaftsrelevante Fragen und diskutieren durch das Einbeziehen künstlicher Materialien, wie etwa Ozeanplastik, unser heutiges Verhältnis zur Natur.

Die weiteren Ausstellungsmodule befassen sich mit zeitgenössischen Strömungen, außereuropäischen Einflüssen, Anlässen/Ereignissen, München und dem Thema Gesichter/Porträts.

Ein besonderer Stellenwert kommt in der historischen Sammlung den Arbeiten von Karl Rothmüller (1860 Teisbach – 1930 München) zu, der den Auftakt der Ausstellung bildet. Rothmüller wurde nicht nur als „Münchener Lalique“ bekannt, sondern bewog auch Therese Danner dazu, 1920 die deutschlandweit einzigartige Benno und Therese Danner‘sche Kunstgewerbestiftung (Danner-Stiftung) zu gründen, die in diesem Jahr ihr 100-jähriges Jubiläum feiert.

Anlässlich dieses Jubiläums zeigt auch die Neue Sammlung in der Ausstellung „Danner-Preis 2020. 100 Jahre Danner-Stiftung“ in der Pinakothek der Moderne noch bis 17.01.2021 Werke von Karl Rothmüller neben den Arbeiten der diesjährigen Gewinner*innen des Danner-Preises und denen einiger Wettbewerbsteilnehmer*innen.

Öffnungszeiten

Das Münchner Stadtmuseum ist teilweise geöffnet

Dienstag bis Sonntag: 10:00 - 18:00 Uhr
montags geschlossen.

MittwochAbendGeöffnet!
Jeden 2. Mittwoch im Monat sind ausgewählte Ausstellungen des Münchner Stadtmuseums bis 20.00 Uhr geöffnet.

Filmmuseum – Vorstellungen
Dienstag - Sonntag 20.00 Uhr
Bei Überlänge andere Uhrzeiten

Eintritt

Gesamtes Haus:

ab 18 Jahren EUR 7,-; Personen unter 18 Jahren Eintritt frei, Schüler, Studenten, Rentner, Menschen mit Schwerbehinderung ermäßigt EUR 3,50; Jahreskarte EUR 20,-;

Dauerausstellungen:

ab 18 Jahren EUR 4,-;
Schüler, Studenten, Rentner, Menschen mit Schwerbehinderung ermäßigt EUR 2,00;




Münchner Stadtmuseum
St.-Jakobs-Platz 1
80331 München
Tel: 089-233 22370
Fax: 089-233 25033
www.muenchner-stadtmuseum.de

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