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125 Jahre Bayerischer Brauerbund - Historisches

Auszug Gründungsurkunde

altes Brauerhaus am Oskar von Miller-Ring


Fotos: Bayerischer Brauerbund

Heute ist die Vielfalt an Biersorten weiterhin gewahrt, das Festival Bayerischer Bierkultur zeigt die aktuellen Flaschen bayerischer Brauerei an einem Ort (Foto. Martin Schmitz)
Heute ist die Vielfalt an Biersorten weiterhin gewahrt, das Festival Bayerischer Bierkultur zeigt die aktuellen Flaschen bayerischer Brauereien an einem Ort

Foto: Martin Schmitz

Vor rund 125 Jahren schrieb eine Pariser Zeitung: „Die Bayern sind ein derbes, aber gemütliches Volk, sie ließen eher Holz auf sich spalten, als dass sie zu einem Aufstand zu bringen wären; aber man nehme oder verkümmere ihnen ihr Bier, und sie werden wilder revoltieren als irgendein anderes Volk“.

Zu dieser Zeit war der Malzaufschlag (die heutige Biersteuer) die Hauptsteuerquelle des Königreiches Bayern.

Die Einnahmen von den damals rund 8100 bayerischen Brauereien waren seit 1806 gesetzlich zur Tilgung und Verzinsung der Staatsschulden bestimmt. Als der bayerische Finanzminister Riedl am 30. September 1879 in den bayerischen Landtag einen Gesetzentwurf zur Erhöhung des Malzaufschlages von 4 auf 6 Mark je Hektoliter verwendeten Malzes (1 hl Malz = ca. 53,5 kg) einbrachte, um im Staatshaushalt wieder ein Defizit zu decken, fühlten sich die bayerischen Brauereien in ihrer Existenz bedroht.

Sie lieferten zu dieser Zeit das Bier mit 16 Mark je Hektoliter an ihre Abnehmer – 2 Mark Erhöhung des Malzaufschlages hätten eine erhebliche Anhebung auch des Brauerei-Abgabepreises nach sich gezogen. Das war den bayerischen Brauern Anlass zum Protest gegen die Obrigkeit.

In einer großen Kundgebung, zu der Brauer aus ganz Bayern nach München kamen, forderte der Münchner Brauer Georg Pschorr am 18. Oktober 1879 einen Bayerischen Brauerbund, um gemeinsame Interessen zu wahren. Bereits im Januar 1880 wurde der Verband formal gegründet und am 15. Juli 1880 genehmigte der erste Bayerische Brauertag seine Satzung.

462 Brauereien trugen sich in schwungvollem Sütterlin in die Gründungsurkunde ein. Zusammen vereinigten sie 75% des damaligen bayerischen Bierausstoßes, der bei 11,8 Mio Hektolitern lag. Aus ihrer Mitte wählten sie Johann Sedlmayr aus München zum ersten Präsidenten ihrer Berufsorganisation.

Die Folgejahre waren nicht weniger turbulent: Bereits im März 1910 wurde der Malzaufschlag erneut angehoben. Es kam, was kommen musste: Bierstreiks, Unruhen, Brandstiftung!

Wenn auch die Bierfreunde in Bayern die Versteuerung ihres Nationalgetränks mit größerer Gelassenheit ertragen als zu der Gründerzeit des Verbandes, ein Politikum ist sie bis heute im Freistaat.

Dass der Verband unverändert gegen wachsende Begehrlichkeiten des Staates anzukämpfen hat, zeigt sich an einer Auseinandersetzung um die Biersteuer, die der Bayerische Brauerbund auch im 125. Jahr seines Bestehens zu führen hat: Erst zum 1.1.2004 wurde die Biersteuermengenstaffel für kleinere und mittlere Brauereien schmerzhaft erhöht, wogegen sich der Verband seither bis hinauf zum Bundesverfassungsgericht energisch zur Wehr setzt.

Georg Pschorr und Johann Sedlmayr haben die Zeichen ihrer Zeit also rechtzeitig erkannt und der bayerischen Brauwirtschaft einen bis heute starken und unverändert stark benötigten Wirtschaftsverband gegeben.

In den vergangenen 125 Jahren hat sich der Bayerische Brauerbund den Bedürfnissen seiner Mitgliedsbetriebe stän-dig angepasst und vom reinen Interessenverband zu einem modernen leistungsfähigen Dienstleistungsunternehmen gewandelt.

Als erster Wirtschaftsverband hat sich der Bayerische Brauerbund bereits 1993 ein „Leitbild“ gegeben. Es ist sowohl die Richtschnur, an der der Verband seine Arbeit ausrichtet, als auch der Maßstab für den gemeinsamen Erfolg der Branche.

„Durch Zwietracht wird man große Dinge los,
durch Eintracht macht man kleine Dinge groß“

Dieser Wahlspruch, den bereits die Gründer des Verbandes 1880 über die Verbandsarbeit schrieben, ist noch heute Bestandteil des Leitbildes des Bayerischen Brauerbundes.

Die Aufgaben, die sich für den Verband über die Jahre seines Bestehens zum Wohle der Mitgliedsbetriebe ergaben, waren und sind vielfältig. Die Konzentration der Branche selbst zieht sich jedoch wie ein roter Faden durch die 125-jährige Geschichte. Zum 100-Jährigen sank die Zahl der Braustätten im Freistaat erstmals unter 1000 Betriebe. Heute sind wie damals ca. 75% des bayerischen Bierausstoßes im Brauerbund vereinigt, der im Jahre 2004 23,1 Mio. Hektoliter betrug und von 629 Brauereien gebraut wurde.

Der moderne Wirtschaftsverband hat sich jedoch auf die anhaltende Konzentration in der Branche und den daraus erwachsenden Bedürfnissen seiner Mitgliedsbetriebe in seinem Leistungsangebot eingestellt. Die Veränderungen im europäischen Binnenmarkt haben den Bayerischen Brauerbund bereits 1991 veranlasst, die Bezeichnung „Bayerisches Bier“ als „geschützte geographische Angabe“ europaweit schützen zu lassen.

Nach 10-jährigem Rechtsstreit gab der Ministerrat der EU dem Antrag des Verbandes statt und trug 2001 „Bayerisches Bier“ in die Liste der europäischen Spezialitäten mit der Bezeichnung „geschützte geographische Angabe“ (g.g.A.) ein. Nur Bier, das aus bayerischen Sudkesseln stammt, nach dem Reinheitsgebot gebraut ist und einer in Brüssel hinterlegten sortenspezifischen Spezifikation entspricht, darf forthin als „Bayerisches Bier“ bezeichnet werden.

Seit 2001 ist Michael Weiß, geschäftsführender Gesellschafter der Meckatzer Löwenbräu, Benedikt Weiß KG, Präsident des Verbandes. Er ist der 20. Präsident nach Johann Sedlmayr. Die Herausforderungen, die der Verband an seinen ersten Repräsentanten stellt, sind sicherlich nicht weniger oder leichter geworden.

Doch kann Weiß in diesem Jahr das 125-jährige Jubiläum des traditionsreichen Wirtschaftsverbandes gebührend feiern. Von den 462 Gründungsmitgliedern haben 63 Betriebe die wechselvollen Zeiten überdauert.

Viele von ihnen werden vom 15. bis 17. Juli 2005 am Ort der Verbandsgründung, im Herzen Münchens, ein „Festival Bayerischer Bierkultur“ aus Anlass dieses Jubiläums feiern

Das Festival Bayerischer Bierkultur - Highlights (mehr)
Das Programm für Freitag, 15.07.2005 (mehr)
Das Programm für Samstag, 16.07.2005 (mehr)
Das Programm für Freitag, 17.07.2005 (mehr)





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