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Nachtleben, Wiesn und Werksviertel: Wie sich das Konsumverhalten junger Münchnerinnen und Münchner wandelt München hat sich in den vergangenen zehn Jahren verändert. Wer jetzt hinter dem Ostbahnhof durch das Werksviertel-Mitte spaziert, durch die Sonnenstraße zieht oder auf dem Tollwood-Areal im Olympiapark unterwegs ist, sieht ein anderes Bild als noch zur Mitte der 2010er Jahre. Vor den Clubs stehen weniger Menschen mit brennender Zigarette in der Hand, dafür deutlich mehr mit kleinen bunten Geräten. Der Rückgang klassischen Tabakrauchens geht einher mit einer immer breiteren Verbreitung alternativer Nikotinprodukte. Was auf den ersten Blick nach reiner Mode aussieht, lässt sich mit belastbaren Zahlen aus der Suchtforschung untermauern.
Rauchverhalten in Deutschland: die Datenlage aus der DEBRA-StudieDie zentrale Quelle für die Beobachtung dieser Entwicklung ist die Deutsche Befragung zum Rauchverhalten (DEBRA-Studie) der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Alle zwei Monate werden dort rund 2.000 Personen ab 14 Jahren repräsentativ zu ihrem Konsum befragt. Laut DEBRA-Zahlen für 2025 nutzen 3,0 Prozent der 14- bis 64-Jährigen aktuell E-Zigaretten, weitere 0,8 Prozent Tabakerhitzer. Der Anteil der Rauchenden liegt bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und 25 Jahren mit 26,3 Prozent deutlich über dem Wert bei Jugendlichen (6,8 Prozent nach der Drogenaffinitätsstudie 2023). Ein Blick auf die Entwicklung zeigt: Der Konsum von E-Zigaretten in der deutschen Bevölkerung ist von 2016 bis 2023 um rund 38 Prozent gestiegen, während der Anteil der Zigarettenrauchenden mit etwa 30 Prozent stabil blieb. Diese Zahlen sind für München relevant, weil die Stadt mit ihrer jungen Bevölkerung, ihren rund 130.000 Studierenden und einem dichten Netz an Bars, Clubs und Festivals genau jene Altersgruppe versammelt, in der sich das Verhalten am schnellsten verschiebt. Wer im Bahnhofsviertel oder in Haidhausen abends unterwegs ist, kann diese Verschiebung an fast jeder Straßenecke beobachten. Besonders Einweg-Modelle haben sich durchgesetzt, weil sie klein, aromatisiert und ohne Vorwissen sofort nutzbar sind. Wer die Produktkategorien vergleichen möchte, findet in einem Vapes Online Shop einen Überblick über gängige Bauformen, Nikotinstärken und Geschmacksrichtungen. Die Auswahl im stationären Handel in Bayern folgt weitgehend denselben Trends. Warum sich das Verhalten gerade in Städten wie München verändertMehrere Faktoren wirken zusammen. Zum einen greift die schrittweise Verschärfung des Nichtraucherschutzes. Seit dem 1. August 2010 gilt in Bayern nach einem Volksentscheid ein striktes Rauchverbot in Gaststätten, das laut Bayerischem Gesundheitsministerium auch Bierzelte, Diskotheken und Einraumgaststätten einschließt. Das Oktoberfest ist damit seit 2011 in allen Zelten rauchfrei. Wer dampfen möchte, unterliegt formal denselben Regeln, da das bayerische Gesundheitsschutzgesetz E-Zigaretten seit 2020 mit einbezieht. In der Praxis wird der Umstieg auf nikotinhaltige Alternativen dadurch aber nicht gebremst, sondern eher aus dem Zelt vor die Tür verlagert. Zum anderen spielt die Preisentwicklung eine Rolle. Der Konsum verwandter und neuartiger Nikotinprodukte nimmt seit 2018 zu, besonders bei jungen Erwachsenen. Eine Schachtel Zigaretten in München kostet Stand 2025 etwa acht bis neun Euro. Der Griff zur Einweg-E-Zigarette wirkt für viele Konsumierende zunächst günstiger, auch wenn die Rechnung pro Zug je nach Modell nicht immer aufgeht. Hinzu kommt der Aromenmarkt, der klassische Tabakgeschmäcker längst hinter sich gelassen hat und Produkte in Richtungen wie Beere, Menthol oder Cola bewirbt. Ein dritter Faktor ist der Umgang mit dem eigenen Körper. Studien wie die Global Adult Tobacco Survey der Weltgesundheitsorganisation zeigen, dass jüngere Zielgruppen bewusster mit Geruch, Kondition und Passivrauch umgehen. Der Wechsel zur E-Zigarette wird von einem Teil der Nutzenden explizit als Zwischenschritt zum Rauchstopp begründet. Nach DEBRA-Daten hatten 28,1 Prozent der Rauchenden im vergangenen Jahr einen Aufhörversuch unternommen, die häufigste dabei genutzte Methode war die E-Zigarette mit 9,1 Prozent. Rechtlicher Rahmen und JugendschutzIn Deutschland gilt seit 2016 die Umsetzung der Tabakproduktrichtlinie über das Tabakerzeugnisgesetz (TabakerzG). Zentrale Vorgaben sind eine Nikotinobergrenze von 20 mg/ml in Liquids, ein maximales Tankvolumen von 2 ml bei Einweg- und nachfüllbaren Systemen, eine maximale Nachfüllflaschengröße von 10 ml sowie Warnhinweise auf mindestens 30 Prozent der Verpackungsfläche. Seit 2021 gelten die Vorgaben des Jugendschutzgesetzes auch für nikotinfreie E-Zigaretten und deren Liquids. Verkauf und Abgabe an Personen unter 18 Jahren sind untersagt, ebenso das Konsumieren in der Öffentlichkeit. Bayern hat zusätzlich das Gesundheitsschutzgesetz (GSG), das Rauchen und Dampfen in Bildungseinrichtungen, Krankenhäusern, Sportstätten und öffentlichen Verkehrsmitteln untersagt. Für Veranstalter von Festivals wie Tollwood, dem Sommernachtstraum im Olympiapark oder Konzerten in der Muffathalle bedeutet das, klare Bereiche auszuweisen und den Verkauf altersgerecht zu regeln. Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bleibt der Jugendschutz bei aromatisierten Einweg-Produkten ein politisch umstrittenes Feld. Diskutiert wird auf EU-Ebene aktuell eine Überarbeitung der TPD, die unter anderem ein Aromenverbot und strengere Regeln für Einweg-Geräte vorsieht. Was das für München heißtDie Kombination aus jungem Publikum, dichter Gastronomie, großer Festivalkultur und strengem Nichtraucherschutz macht München zu einem interessanten Beobachtungsraum für den Wandel im Konsumverhalten. Klassische Zigarettenautomaten verschwinden nach und nach aus dem Straßenbild, während spezialisierte Fachgeschäfte und Online-Anbieter ihren Marktanteil ausbauen. Wer sich für die gesundheitlichen und rechtlichen Aspekte im Detail interessiert, findet weiterführende Informationen beim Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg, das regelmäßig Faktenblätter zu E-Zigaretten und Tabakerhitzern veröffentlicht. Für tagesaktuelle Zahlen bleibt die DEBRA-Studie die verlässlichste Quelle im deutschsprachigen Raum. - Restaurant Vorstellungen auf ganz-muenchen.de (weiter) |
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