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neue Avenio-Trambahn des MVG wurde am 04.11.2013 in München vorgestellt

neue Avenio-Trambahn des MVG wurde am 04.11.2013 in München vorgestellt
neue Avenio-Trambahn des MVG wurde am 04.11.2013 in München vorgestellt

neue Avenio-Trambahn des MVG wurde am 04.11.2013 in München vorgestellt

neue Avenio-Trambahn des MVG wurde am 04.11.2013 in München vorgestellt



©Fotos: Martin Schmitz
Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) und Siemens präsentierten am 04.11.2013 im Straßenbahnbetriebshof, Einsteinstraße 148 die neue Tram für München – die Variobahn.

Der erste Zug vom Siemens-Typ Avenio befindet sich seit wenigen Tagen im Betriebshof der MVG. Kaum angekommen hatte jetzt seinen ersten großen Auftritt: Die neue Straßenbahn mit der MVG-Typbezeichnung T1 wurde Ehrengästen aus Stadtverwaltung, Politik und Wirtschaft, Mitarbeitern und Medien vorgestellt. Dem ersten Avenio werden in den nächsten Wochen sieben weitere folgen.


neue Tram für München: Aveniobahn vorgestellt 2013

Wann die ersten Züge genau in den Fahrgastbetrieb gehen können, ist derzeit noch offen. Das Zulassungsverfahren befindet sich auf einem guten Weg; alle Anforderungen wurden parallel zur Produktion zwischen Technischer Aufsichtsbehörde (TAB), Hersteller und MVG abgestimmt.

Nun beginnen der Inbetriebnahmeprozess und die erforderlichen Tests für die Zulassung. Hierzu wird parallel gearbeitet: Während das erste Fahrzeug die notwendigen Testfahrten auf der Siemens-Teststrecke in Wegberg-Wildenrath absolvieren wird, erfolgen mit dem zweiten Fahrzeug umfängliche Einstellungsarbeiten und Tests in München.

Zeitgleich erstellen die Gutachter der TAB ihre Prüfgutachten. Die Dauer bis zum Fahrgasteinsatz wird daher unter anderem vom Verlauf und den Ergebnissen der Testfahrten, der Erstellung der Gutachten und einem etwaigen Korrekturbedarf – sei es am Fahrzeug selbst, sei es an den Nachweisdokumenten – abhängen.

Wegen der Probleme mit den Variobahnen konnten SWM/MVG die Beschaffung zusätzlicher Züge erst 2012 auslösen. Der Zeitplan war daher von Anfang an sehr ehrgeizig: Zwischen Bestellung Ende September 2012 und angestrebtem Einsatzbeginn lagen nur 15 Monate.

Ziel des beschleunigten Beschaffungs- und Herstellungsprozesses war eine möglichst rasche Reaktion auf die hohen Nachfragezuwächse bei der Tram. Die Auslieferung des ersten Zuges nach gut einem Jahr ist daher eine bemerkenswerte Leistung und Hersteller Siemens arbeitet weiterhin mit Hochdruck daran, auch die weiteren Fahrzeuge zeitnah auszuliefern Die SWM investieren rund 29 Millionen Euro in die neuen Züge. Eine Förderung beim Freistaat Bayern ist beantragt.

Avenio vereint Komfort, Design und Wirtschaftlichkeit

Der Avenio ist eine Neuentwicklung von Siemens; er wird in München weltweit erstmals zum Einsatz kommen. Bestellt sind Varianten dieses neuen Zugtyps auch für Den Haag und Doha (Katar). Allerdings hat der Avenio bewährte Vorläufer, die schon in Budapest und Almada bei Lissabon unterwegs sind. Aber auch in München fahren bereits viele Züge, die ihm konzeptionell ähneln:

Das Konzept des Avenio baut nämlich grundsätzlich auf dem bewährten R3 auf; dieser ist bereits seit dem Jahr 2000 zuverlässig bei der MVG im Einsatz.

  • Wie der R3 besteht der Avenio für München aus vier Wagenteilen, jedes Wagenteil hat mittig ein eigenes Fahrwerk.
  • Neu: Die Zahl der Türen wurde auf 8 erhöht (R3 und Variobahn: 6). Dies ermöglicht gerade auf den hoch belasteten Streckenabschnitten der Tram einen noch schnelleren Fahrgastwechsel und damit mehr Pünktlichkeit – ein Plus für alle Fahrgäste.
  • Selbstverständlich speisen die Avenio-Bahnen – wie bereits ihre Vorgänger und die U-Bahnen vom Typ B und C – beim Bremsen einen Teil der Energie zurück ins Netz. Überschüssige Energie verpufft also nicht als Wärme, sondern kann von anderen Zügen genutzt werden.
  • Laut Hersteller ist die Konstruktion besonders wartungsfreundlich. 90 Prozent des Fahrzeugs sind recyclingfähig.

Platzangebot und Ausstattung

Die Ausstattung der neuen Straßenbahn entspricht grundsätzlich dem bekannten MVG-Standard:

  • Wie alle modernen Trambahnen der MVG sind die Avenio-Züge niederflurig. Fargäste können stufenlos ein- und aussteigen. In den vier Fahrwerksbereichen, die wegen des Platzbedarfs der Räder naturgemäß erhöht sind, konnten 24 vollwertige Sitzplätze geschaffen werden, die vom Gang aus über eine einzelne, seitliche Stufe zu erreichen sind.
  • Die Münchner Züge bieten 216 Fahrgästen Platz: Sie haben mit 69 Sitzplätzen und 147 Stehplätzen ein praktisch identisches Platzangebot wie die Typen R3 und S (Variobahn). Während sich auf der linken Fahrzeugseite durchgängig zwei Sitze nebeneinander befinden, gibt es rechts – ähnlich wie vorne beim Bus – extra breite Einzelsitze. So wird der vorhandene Raum optimal ausgenutzt.
  • Fünf von acht Eingangsbereichen wurden bewusst mit weniger Sitzplätzen ausgestattet. Sie dienen als Multifunktionszonen, die einen raschen Fahrgastwechsel an den Haltestellen unterstützen und vor allem auch ausreichend Platz zum Beispiel für Kinderwagen und Rollstühle bieten.
  • Wie bei allen modernen Münchner Trambahnen befindet sich an der ersten Tür ein Hublift für Rollstuhlfahrer, der das Ein- und Aussteigen erleichtert.
  • Der Fahrgastraum ist wie bereits bei der Variobahn klimatisiert: Ein Heizungs- und Lüftungssystem sorgt zu jeder Jahreszeit für gutes Klima.
  • Sicherheit und Kundenservice haben ebenfalls ihren festen Platz: Der Fahrgastraum wird mit zehn Kameras videoüberwacht. Jeder Zug verfügt über vier Monitor-Einheiten, die die nächsten Haltestellen und Umsteigemöglichkeiten anzeigen. Zwei Automaten mit erweitertem Angebot geben Tickets aus.
  • Die Haltestangen entlang der Sitzreihen zum Gang sind im unteren Bereich in Kontrastfarbe ausgeführt. Auf diese Weise entsteht ein „gelbes Band“, das sich durch den kompletten Zug zieht und damit die Orientierungsmöglichkeit für sehbehinderte Fahrgäste verbessert

Gestaltung

Der neue Zug gehört sichtbar zur MVG-Familie: Die farbliche Gestaltung orientiert sich am modernisierten R2 sowie an der Variobahn. Kennzeichen ist außerdem ein stimmiges Design mit klarer Linienführung innen und außen. Der schnittige Fahrzeugkopf ist im unteren Bereich weit vorgezogen; darunter verbergen sich die nach den neuesten EU-Normen vorgeschriebenen Crash-Elemente.

  • Der Avenio verfügt über große Panoramafenster, die auch stehenden Fahrgästen einen guten Blick nach draußen ermöglichen. Erfreulicherweise war es möglich, die Rückwand des Fahrerstandes durch eine durchdachte Anordnung notwendiger technischer Ausrüstungen im oberen Bereich auf ganzer Breite durchsichtig zu gestalten, was den Fahrgästen den Blick nach vorne ermöglicht und die insgesamt möglichst transparente Gestaltung des Innenraums unterstreicht.
  • Sämtliche ergonomisch geformten Sitzplätze sind gepolstert und bieten damit guten Sitzkomfort.
  • Die Innen- und Deckenverkleidung ist in neuralen Grautönen gehalten. Ein „Lichtband“ über dem Gang sorgt für eine optimale Ausleuchtung.

MVG-Chef Herbert König: „Mit Blick auf den straffen Zeitplan haben wir den Avenio quasi aus dem Katalog gekauft. Dennoch ist das neue Fahrzeug ein echter Hingucker und unterstreicht: Die Münchner Tram ist ein modernes, zukunfts-orientiertes Verkehrsmittel. Besonders bemerkenswert ist, dass Siemens mit seiner Neuentwicklung nun ein Fahrzeugkonzept anbietet, das sich in München bereits bewährt hat. Der T1 baut auf dem erfolgreichen R3 auf, von dem wir seit inzwischen mehr als zehn Jahren jeden Tag 20 Züge zuverlässig im Einsatz haben. Mit den spezifischen Anforderungen unseres Münchner Tramnetzes sollte der Avenio also kein Problem haben.

Mit Hilfe der neuen Züge wird die MVG ihr Leistungsangebot im Betriebszweig Tram im Rahmen ihrer Angebotsoffensive 2010-2020 weiter auszubauen bzw. verbessern. Sie werden mit den vorhandenen Großraumwagen vom Typ R3 und Variobahn einen gemeinsamen Fahrzeugpool bilden und überall dort eingesetzt, wo eine besonders hohe Kapazität erforderlich ist.

Das sind aus heutiger Sicht vor allem die Linien 17, 19, 20, 21 und 22. Die Aufstockung des Wagenparks wird zudem die geplanten Taktverdichtungen auf der Tram St. Emmeram (5- statt 10-Minuten-Takt im Berufsverkehr nachmittags auf der Linie 18) und auf der Linie 27/28 (5- statt 7,5-Minuten-Takt im Berufsverkehr morgens) ermöglichen. Dafür benötigt die MVG zunächst sechs weitere Züge. Weitere zwei Züge sind für die geplante Verlängerung zum S-Bahnhof Berg am Laim (Tram Steinhausen) erforderlich.

MVG-Chef König: „Was mich besonders freut: Mit diesen neuen, großen Fahrzeugen wächst unsere Fahrzeugflotte und damit das mögliche Platzangebot für die Kunden weiter an; sie sind also ein weiterer Beitrag zu noch mehr ÖPNV-Angebot in München. Wenn alle neuen Züge ausgeliefert sind, werden wir über 110 Niederflurbahnen verfügen. Unser Wagenpark umfasst damit über 20 Prozent mehr Fahrzeuge als noch Mitte der 90er-Jahre. Beim Platzangebot verzeichnen wir sogar ein Plus von etwa einem Drittel, was ca. 5.000 zusätzlichen Plätzen entspricht. Die Zahlen verdeutlichen die Renaissance der Trambahn in München. Der nächste Meilenstein beim Ausbau des Tramnetzes ist die Verlängerung der Tram 19 bis zum Pasinger Bahnhof zum kommenden Fahrplanwechsel. Zu den weiteren Projekten zählen unter anderem die Tram-Westtangente und die Tram Steinhausen. Die vor zwei Jahren eröffnete Tram St. Emmeram zeigt eindrucksvoll, welches Potenzial in der Straßenbahn steckt. Daran wollen und sollten wir anknüpfen!“

Weitere Infos: www.mvg-mobil.de

Avenio Tram wurde am 4.11.2013 vorgestellt (©Foto: Martin Schmitz)
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