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Die Legende lebt: Johannes "Jopie" Heester präsentiert die ARD Dokumentation "Legenden" im Bayerischen Hof, München
Johannes "Jopie" Heesters (106 Jahre alt) (Foto. Martin Schmitz)
Johannes "Jopie" Heesters (106 Jahre alt)
...mit Frau Simone Rethel-Heesters (Foto. Martin Schmitz
...mit Frau Simone Rethel-Heesters
den Töchtern Wiesje und Nocole(Foto: MartiN Schmitz)
den Töchtern Wiesje und Nocole
und schließlich mit der ganzen Familie (Foto: MartiN Schmitz)
und schließlich mit der ganzen Familie


Ehrengast der Narrhalla 2007: Johannes Heesters (damals noch 103 Jahre alt)

©Fotos: Martin Schmitz

Eine Begegnung der besonderen Art ist die mit einer lebenden Legende. Keiner Eintagslegende, sonderm jemand, der über Jahrzehnten die Menschen begeistern kann.

Johannes "Jopie" Heesters, der am Starnberger See lebt, ist eine lebende Legende. Anders, als all die anderen wirklich großen Legenden dieser Zeit, ist der Niederländer im biblischen Alter von 106 Jahren noch unter uns, rüstig, hellwach im Kopf, akzentuiert in der Aussprache, und wird von Jahr zu Jahr faszinierender.

Zuletzt spielte er 2008 im Alten Schauspielhaus Stuttgart im Jedermann die Rolle des „Gott“, aber auch heute träumt er davon, dass jemand noch mal ein Drehbuch schriebt mit einer schönen Rolle für ihn, sagte er am 15.12.2009 in München bei der Vorstellung der ARD-Dokumentation "Johannes "Jopie" Heesters", die am 23. Dezember 2009 um 21.45 Uhr in der Reihe "Legenden" gezeigt wird (weitere Legenden-Portraits in der ARD 20.12.2009: Lale Andersen, 21.12.2009 Hans Albers)

Lächelnd ertrug die Legende zunächst einmal ein Blitzlichtgewitter der in mehreren Staffeln aufgestellten Fotografenschar, umsorgt von seiner Ehefrau Simone Rethel und seinen Töchtern Wiesje Herold-Heesters (Pianistin in Wien) und Nicole Heesters (Schauspielerin in Hamburg, u.a. war sie die erste TATORT Ermittlerin überhaupt im Fernsehen).


Video: Johannes "Jopie" Heesters bei der Pressekonferenz Hotel Bayerischer Hof München am 16.12.2009

"Sie sind vier Meter vor dir im Halbkreis aufgestellt, in drei Reihen hintereinander", souffliert Simone Heesters ihrem Mann, der in den letzten Jahren zunehmend erblindete, so dass er wusste, die langjährige Erfahrung hat er ja, wie er sich wohin zuwenden musste fürs perfekte Foto. Wenn man die beiden sieht, spührt man das große Vertrauen, dass da herrscht.

Tod sei für uns beide kein Thema „weil wir das bewusst wegschieben. Wenn wir darüber nachgedacht hätten, hätten wie die 23 Jahre, die wir jetzt zusammen sind, kaputt gemacht."

Popps, darf ich eine Zigarette rauchen“, fragt er denn am Ende der Präsentation des ARD Filmes, sie ihm denn auch vergönnt.

Als Legende auf einem Sockel will sich Jopie nicht sehen, ist Rethel überzeugt. "Er will ja einfach aktiv dabei bleiben, das ist sein Lebenscredo."  

Gedanken an einen Abtritt von der Bühne liegen ihm fern. Das schönste für ihn sei es, weiter auf der Bühne zu stehen  .

Pläne für 2010? Ein Auftritt im Februar, Pläne für mehr, aber da hält man sich aus Aberglaube zurück. Aber weiter geht es "Ich bin der Überzeugung, dass das sich zur Ruhe setzen gefährlich ist für Körper und Geist, ich glaube, dass es gesund ist, wenn man dran bleibt." sagt sein Frau Simone denn auch auf Nachfrage.

Er schaut zurück auf ein ganzes Jahrhundert, das sich mit all seinen Glanzpunkten und Katastrophen in seiner Biografie spiegelt. Es gibt daran viel Licht, aber auch braune Schatten - wie bei vielen Künstlern, die in den 30er Jahren in Deutschland für gute Laune sorgte. Der Niederländer Heesters wurde dafür in seiner Heimat verachtet.

Erst mit 104 Jahren ging sein Herzenswunsch in Erfüllung: Er konnte in seiner Geburtsstadt Amerfoorth gastieren. Aber auch in Deutschland gab und gibt es heftige Kontroversen um seine Rolle im Dritten Reich.

Er sei immer „unpolitisch" gewesen, sagt er bis heute. „Ich wollte Karriere machen. Ich bin 1936 nicht zu den Nazis gegangen, ich bin zu den Deutschen gegangen" erzählt er heute. Und er hat die Größe zu sagen, dass er sich heute für vieles schämt.

Mit den Niederländern hat er sich offenbar versöhnt: zum 106. Geburtstag Anfang Dezember 2009 erhielt er mehr Post aus Holland als von deutschen Fans, Großmütter kommen mit ihren Töchtern und Enkelinnen zu seinen Auftritte, und gerade letztere finden es „cool“, wenn jemand in dem hohen Alter noch so auftreten kann.

Ich bin Holländer, ich bleibe Holländer und ich liebe mein Land trotz alles...“, dazu steht Jopie, an einer östereichischen Staatsbürgerschaft (wie es z.B. Wikipedia behauptet) war und ist nichts dran.

An Holland schätzt er die Fröhlichkeit, „kein schwerer Gedanke, und ich finde es auch sehr schön so“.

Die beiden Töchter Wiesje und Nicole sind gerührt, sie haben am Vorabend schon den Film gesehen, ihre Mama mittendrin, und die alten Fotos haben sie auch schon lange nicht mehr gesehen.

Vater und Mutter haben uns geschützt in dieser Zeit“, erzählten die beiden 1931 und 1937 geborenen Schwestern, die auf eine Diplomatenschule gehe mussten, bei den Nonnen und nicht das Dritte Reich Regime führte. Auch so wurden die Kinder abgeschottet.

Im Gedächtnis ist den Töchtern noch, wie eine nette alte Nachbarin abgeführt wurde, und ein Hitlerjunge einem Polizisten das Gewehr wegnahm, und damit die alte Dame ins Gesicht schlug so dass diese zusammenbrach und wegtransportiert wurde. „Wir haben stundenlang geweint damals“.

Im Mittelpunkt dieser anrührenden, differenzierten Filmbiografie der ARD-Reihe „Legenden" steht das vermutlich letzte große Interview mit Heesters selbst, in dem er offen über sein Leben, seine Karriere und seine beiden großen Lieben spricht.

Es zeigt einen Heesters, der sich im Interview mit dem fast 70 Jahre jüngeren Filmemacher Philipp Engel trotzig eine Zigarette ansteckt und der mehrfach abbrechen will, weil er „jetzt wirklich keine Lust mehr hat, über den alten Kram zu reden" und der sich dann doch öffnet, ebenso wie die anderen Familienmitglieder, Freunde und Weggefährten.

Offen erzählen die beiden Töchter Wiesje und Nicole über den Vater, den liebevollen Familienmenschen und charmanten Frauenhelden, der trotz seiner Affären ihrer Mutter, der Schauspielerin Louise "Wiske" Ghijs, ein Leben lang treu verbunden war. „Er wusste, wo sein Hafen ist", erzählt Tochter Wiesje.

Zuhause war er der strenge, aber liebevolle Papa und brave Ehemann, der sich gerne verkleidete und die Familie immer wieder mit Scherzen überraschen konnte. Diesen bubenhaften Charme hat er sich bis ins hohe Alter bewahrt, weshalb sich auch seine zweite Frau Simone, trotz des großen Altersunterschiedes, in ihn verliebt hat.

Auch Simone Rethel Heesters spricht erstaunlich offen - über ihre Ehe, die Angst vor dem Tod und ihren Mann, dessen große „Herzenswärme" sie vor allem bezaubert habe. Gemeinsam mit den Töchtern aus erster Ehe, Nicole Heesters und Wiesje Herold, sowie dem Schwiegersohn Pit Fischer zeichnen sie das Bild des privaten Johannes Heesters.

Für seine Dokumentation hat HR-Autor Philipp Engel außerdem den langjährigen Pianisten Uli Kofler, den Freund und Manager Jürgen Ross sowie eine Reihe weiterer Weggefährten getroffen.

Entstanden ist ein sehr nahes, differenziertes Porträt eines Mannes, der schon aufgrund seines Alters zweifellos eine Ausnahmeerscheinung ist, eine lebende Legende eben.

“und das Lied ist damit aus“, sind die abschliessenden Worte im Film. Doch wenn man Jopie so sieht, war das wohl vielleicht noch nicht das letzte Wort...

Johannes Heester – Portrait (Archivbeitrag zu einem Auftritt im Großen Russischen Staatszirkus 2004) (weiter)


Johannes "Jopie" Heesters im Kreise seiner Familie

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