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Bayerns Katholiken feiern das Hochfest „Mariä Himmelfahrt“. Weihe der Kräuterbuschen drückt Achtung vor der Schöpfung aus - Mehr als 100 Patroziniumsfeste in Pfarr- und Wallfahrtskirchen Die 4.000 katholischen Pfarreien in Bayern feiern am Samstag, 15. August 2026, das Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel, im allgemeinen Sprachgebrauch „Mariä Himmelfahrt“ oder „Frauentag“ genannt. Mit feierlichen Gottesdiensten und den traditionellen Kräutersegnungen begehen Katholiken normalerweise das Hochfest Mariä Himmelfahrt. Mit feierlichen Gottesdiensten und Kräutersegnungen begehen Katholikinnen und Katholiken am Montag, 15. August, das Hochfest Mariä Aufnahme in den Himmel. Es wird auch Mariä Himmelfahrt oder Frauentag genannt und gilt als wichtigstes unter den Marienfesten. Traditionell werden zu Sträußen gebundene Kräuter gesegnet, die Gläubige zu den Gottesdiensten mitbringen. Mehr als 100 Kirchen im Erzbistum München und Freising feiern an diesem Tag auch ihr Patrozinium. In den großen Innenstadtkirchen wird das Hochfest mit besonderer Kirchenmusik und teils mit Kräutersegnung begangen. Im Liebfrauendom beginnt um 10 Uhr ein Festgottesdienst mit der Großen Orgelsolomesse von Joseph Haydn, um 17.15 Uhr folgt die Vesper. In St. Peter wird um 10 Uhr an der Mariensäule die Kräutersegnung vorgenommen, anschließend erklingt im Festamt Mozarts Spatzenmesse. St. Michael feiert um 10 Uhr Hochamt mit Mozarts Missa in G, um 16 Uhr lädt ein kostenloses Orgelkonzert. In der Theatinerkirche St. Kajetan zelebrieren die Dominikaner um 10.30 Uhr ein Lateinisches Hochamt mit der Vokalkapelle, in der Asamkirche beginnt um 10 Uhr das Hochamt. Kurzfristige Änderungen sind möglich, ein Blick in den jeweiligen Gottesdienstkalender der Pfarreien lohnt sich vor dem Kirchenbesuch. Kräuterweihe und Frauendreißiger Zu den bekanntesten Bräuchen an Mariä Himmelfahrt zählt die Segnung der Kräuterbuschen, die Gläubige selbst binden und zu den Gottesdiensten mitbringen. Üblich sind heimische Heil- und Küchenkräuter wie Königskerze, Johanniskraut, Schafgarbe, Salbei, Kamille, Minze oder Thymian, ergänzt um Blumen und Getreideähren. Eine feste Zusammenstellung gibt es nicht, die Buschen werden nach der Segnung meist getrocknet und zu Hause aufbewahrt. Mit dem 15. August beginnt zugleich der sogenannte Frauendreißiger, eine rund dreißig Tage dauernde Zeit besonderer Marienverehrung bis zum Fest Kreuzerhöhung am 14. September. In München zählen die Wallfahrtskirchen Maria Ramersdorf und St. Maria Thalkirchen zu den wichtigsten Zielen für Andachten, Rosenkranzgebete und Wallfahrten. In Thalkirchen finden während dieser Wochen täglich außer freitags eine Wallfahrtsandacht um 16 Uhr, eine Heilige Stunde ab 17 Uhr und eine Pilgermesse um 18 Uhr statt, freitags beginnt um 14 Uhr ein Krankengottesdienst mit Krankensalbung. Einkaufen an Mariä Himmelfahrt: kaum Alternativen im Umkreis Da Mariä Himmelfahrt 2026 auf einen Samstag fällt, bleiben in München und im gesamten Umland die meisten Geschäfte und Supermärkte geschlossen. Anders als an manchen Feiertagen, die nur in einem Teil Bayerns gelten, bringt ein Ausweichen in die Nachbarschaft diesmal kaum eine Lösung: Im Umkreis von München liegt keine Gemeinde mit überwiegend evangelischer Bevölkerung, in der die Geschäfte regulär geöffnet hätten, und auch Österreich begeht den 15. August landesweit als arbeitsfreien Feiertag. Wer trotzdem etwas besorgen möchte, findet am ehesten an Bahnhöfen und am Flughafen München geöffnete Verkaufsstellen, dazu vereinzelt Tankstellen und Bäckereien mit angepassten Öffnungszeiten. M-Bäder und Freizeitangebote am Feiertag Wer den freien Tag lieber im Wasser verbringt, kommt bei den M-Bädern auf seine Kosten. An Mariä Himmelfahrt gelten in den Hallenbädern grundsätzlich die üblichen Samstagszeiten, etwa 7 bis 23 Uhr in der Olympia-Schwimmhalle, 7.30 bis 23 Uhr im Michaelibad, Nordbad und Südbad sowie 11 bis 21 Uhr im Müller'schen Volksbad. Das Bad Giesing-Harlaching öffnet von 8 bis 18 Uhr. Die Freibäder starten an Sonn- und Feiertagen meist um 9 Uhr, das Freibad West bereits um 8 Uhr, und schließen je nach Wetter zwischen 19 und 20 Uhr. Auch Museen, Restaurants und weitere Freizeiteinrichtungen können am Feiertag geöffnet haben, ein Blick auf die jeweiligen Feiertagsöffnungszeiten empfiehlt sich vor dem Besuch. Weitere Tipps rund ums Baden in und um München gibt es im Badespecial auf ganz-muenchen.de. Feiertag in München, aber nicht in ganz Bayern Mariä Himmelfahrt ist in Bayern nur in Gemeinden mit überwiegend katholischer Bevölkerung gesetzlicher Feiertag, in München und ganz Oberbayern also durchgängig der Fall. Seit dem 15. August 2025 richtet sich diese Zuordnung nach den Ergebnissen des Zensus 2022, wonach der 15. August in 1.708 der insgesamt 2.056 bayerischen Gemeinden ein arbeitsfreier Tag ist, in 348 überwiegend evangelisch geprägten Gemeinden dagegen ein regulärer Werktag bleibt. Solche Gemeinden liegen jedoch vor allem in Ober- und Mittelfranken und damit weit außerhalb der Reichweite eines Ausflugs ab München. In Maria Ramersdorf wird der Frauendreißiger um 10 Uhr mit dem Pontifikalgottesdienst mit Kardinal Marx eröffnet, in
Im Münchner Liebfrauendom feiert Domdekan Lorenz Wolf um 10 Uhr einen Festgottesdienst. Solisten der Capella Cathedralis singen die Messe und die Motette „Assumpta est Maria“ von Giovanni Pierluigi da Palestrina. Einlass ist mit begrenzter Platzzahl ab 9.30 Uhr. Der Gottesdienst wird unter www.erzbistum-muenchen.de/stream sowie auf dem Facebook-Kanal der Erzdiözese live übertragen. Bekräftigung des christlichen Auferstehungsglaubens Das Brauchtum orientiert sich an einer Marienlegende, wonach die Apostel im Grab der Gottesmutter statt des Leichnams Blumen gefunden haben. Es wird vermutet, dass diese Legende auf eine Äußerung des Bischofs Juvenalis von Jerusalem zurückgeht, der im 5. Jahrhundert lebte und dem Kaiser Marcianus gesagt haben soll, die Grabtücher, in die der Leichnam Marias gewickelt worden sei, hätten „einen unbeschreiblichen Wohlgeruch verbreitet“. Das Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel verbindet die katholische Kirche mit den orthodoxen und altorientalischen Kirchen. Bereits Mitte des 5. Jahrhunderts ist das Fest Mariä Himmelfahrt in der armenischen Kirche bezeugt und wird zunächst als Gedenktag des „Entschlafens“ von Maria begangen. In einer Predigt beim Ökumenischen Konzil von Ephesus heißt es 431 über Maria: „Durch dich wird die gefallene Kreatur zum Himmel erhoben“. In diesem Sinne ist auch das von Papst Pius XII. 1950 verkündete Dogma zu verstehen, dass die „Gottesmutter Maria nach Vollendung ihres irdischen Lebenslaufes mit Leib und Seele zur himmlischen Herrlichkeit aufgenommen worden ist“. Eine Jahrhunderte lange Überlieferung wurde damit bestätigt und ist als Bekräftigung des christlichen Glaubens an die Auferstehung zu verstehen. Traditionelle Buschen mit 77 Kräutern In Bayern ist Maria Himmelfahrt trotz der Ferien ein beliebtes Fest, das im Brauchtum fest verwurzelt ist. In vielen Pfarrgemeinden binden Frauen des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB) und der Katholischen Frauengemeinschaft (kfd) Kräuterbuschen. Diese werden an die Gläubigen ausgeteilt und bei den Gottesdiensten gesegnet. In der Kräuterweihe wird auf die Fürsprache Mariens Gottes Heil erbeten. Darin drückt sich nicht nur die Achtung vor der Schöpfung aus, sondern die Heilkraft der Kräuter symbolisiert auch die liebende Zuwendung Gottes zu den Menschen. Im Münchner Dom wird seit einigen Jahren die mittelalterliche Marienfigur am Eingang des Chorraums mit Kräuter- und Blumenbouquets geschmückt. Nach einer Überlieferung aus dem 19. Jahrhundert wurden einst 77 verschiedene Kräuter in die Buschen eingebunden. Den Mittelpunkt bildet in der Regel eine Königskerze, auch Wetterkerze genannt. Hinzu kommen Rohrkolben und Rainfarn, sowie heimische Heilkräutern gehören etwa Johanniskraut, Schafgarbe, Kamille, Frauenmantel, Mariendistel, Baldrian und Lavendel. Bei den Würzkräutern werden vor allem Liebstöckl, Dill, Majoran, Pfefferminze, Knoblauch oder Salbei aber auch Petersilie, Thymian, Rosmarin und Melisse für die Buschen verwendet. Nicht fehlen dürfen Getreideähren wie Weizen, Gerste und Hafer. Oft wird der Kräuterbuschen auch mit Blumen aus dem sommerlichen Garten und einer Rose, dem Symbol für Maria, geschmückt. Gerade in bäuerlichen Familien werden die Kräuterbuschen kopfüber an einem schattigen Ort aufhängt, getrocknet und später im Herrgottswinkel aufgesteckt. Die Tradition der Kräuterweihe ist seit dem 10. Jahrhundert überliefert. In Anlehnung an einen Text im Hohenlied Salomons im Alten Testament wird Maria in der Liturgie der Kirche als „Blume des Feldes und Lilie der Täler“ bezeichnet. In der Kräuterweihe wird auf die Fürsprache Mariens Gottes Heil erbeten. Darin drückt sich nicht nur die Achtung vor der Schöpfung aus, sondern die Heilkraft der Kräuter symbolisiert auch die liebende Zuwendung Gottes zu den Menschen. Im Münchner Dom wird die mittelalterliche Marienfigur am Eingang des Chorraums mit einer Kräutersäule geschmückt, die mit verschiedenen Heil- und Würzkräuter und Blumen aus heimischen Gärten und Feldern gestaltet wird. In bayerischen Regionen werden die Kräuterbuschen sehr unterschiedlich gestaltet. Während in München und Umgebung die Kräuter und Blumen zu einem bunten Strauß gebunden werden, bilden im Werdenfelser Land lange Wetterkerzen den Mittelpunkt des Buschens. Bei Gewitter und Unwetter werden diese Kerzen zum fürbittenden Gebet angezündet, um Menschen, Tiere, Häuser und Felder vor Schaden zu bewahren. In Berchtesgadener Land werden nach Auskunft des Katholischen Deutschen Frauenbundes besonders Königskerzen und auch Rosen, ein altes Symbol für Maria, in die Buschen eingebunden. In der Pfarrei St. Nikolaus in Bad Reichenhall sind am Tag vor Maria Himmelfahrt die Kinder eingeladen, die Kräuter am Wegrand selbst zu sammeln und gemeinsam die Buschen zu binden.
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