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Fit wie Ruder-Ass Oliver Zeidler: So trainiert der Münchner Top-Sportler für die Olympischen Spiele 2021 und gibt gute Tipps fürs Training daheim


Er hat das Ruder fest in der Hand: Oliver Zeidler. Der 24-Jährige ist DER aktuelle Shooting-Star der Ruderszene. Er ist der amtierende Weltmeister im Einer, frisch gebackener zweifacher Ruder-Europameister und vor allem auch heißer Anwärter für Olympia 2021 – und das quasi als Quereinsteiger. Zeidler begann seine Karriere als Ruderer erst relativ spät, im Alter von 19 Jahren, und war davor als Schwimmer aktiv.

Auch seine immer größer werdende Fan-Gemeinde findet den 203 cm großen blonden Hünen einfach nur Weltklasse….

Was wie ein (Sport-)Märchen klingen mag ­– hinter seinem Erfolg stecken Disziplin und Fleiß – und vor allem Training!

Wie sieht das tägliche Sportprogramm des Profis aus, gerade jetzt in Zeiten von Corona? Und liegt ein Ruder-Weltmeister auch mal faul auf der Couch mit einer Tüte Chips? Uns gibt der Bayer – lebt privat nördlich von München im beschaulichen Schwaig in der Nähe des Flughafen Münchens – einen Einblick in sein tägliches Training.

Oliver Zeidler mit Schwester Marie, Vater und Großvater (©Foto: Privat)
Oliver Zeidler mit Schwester Marie, Vater und Großvater

Denn auch nach seinem EM-Sieg im April gibt für ihn keine Verschnaufpause. Sein nächstes ehrgeiziges Ziel: Die Olympischen Spiele 2021 in Tokio im Juli 2021, für die er derzeit fleißig trainiert.

Für uns Leistungssportler gibt es zum Glück fast keine Einschränkungen mehr“, so Zeidler. „Lediglich das Schwimmtraining kann ich derzeit nicht durchführen“, erzählt er. Dafür sitzt er täglich mehrere Stunden im Ruderboot: „Ich trainiere zwischen drei und fünf Stunden täglich. In der Regatta-Saison zu 75% im Boot.

Aber das ist längst nicht alles: „Hinzu kommen Krafttraining, Laufen und Ergometer-Training“, zählt er auf. „Ich joggen, hebe Gewichte oder trainiere auf Rad- oder Ruderergometer.“ Das corona-bedingte Arbeiten von zu Hause aus kommt ihm beim Training zugute: „Das Home-Office verschafft mir zeitliche Freiräume für zusätzliches Hometraining mit dem besten Rudergerät am Markt, dem Technogym Skill-Row.“

Oliver Zeidler beim Training mit Technogym Skillrow (©Foto: Prime Technogym)
Oliver Zeidler beim Training mit Technogym Skillrow

Wie kann sich jedermann bzw. jederfrau in Zeiten des Lockdown fithalten? Der Profisportler hat gute Tipps parat; „Sport ist sehr wichtig für die Stärkung des Immunsystems. Daher sollte jeder die Möglichkeit zur Bewegung nutzen - am besten an der frischen Luft. Sei es Laufen, Radfahren oder Yoga – jegliche Art von Bewegung hält fit und ist wichtig für den Körper. Wichtig beim Outdoor-Sport ist die passende Kleidung.

Was wenn das Wetter mal nicht mitspielt und man nicht nach draußen kann? „Auch in der Wohnung kann man sich fit halten: Hometraining mit einem Rudergerät wie dem von Profis entwickelten Skill Row ist auch ein perfektes Ganzkörpertraining. Neben einem guten Aufwärmprogramm empfehle ich realistische Ziele. Denn die Freude muss sich jeder erhalten.“

Kennt auch er so etwas wie den inneren Schweinehund? Und falls ja, mit welchen Tricks überwindet er diesen? „Ja, natürlich versucht es der Schweinehund auch bei mir“, erzählt er schmunzelnd. „Es gibt Tage, an denen es auch mir schwer fällt zu trainieren. Allerdings sind die bevorstehenden Olympischen Spiele und der Gedanke an die leistungsstarken Gegner eine große Motivation“, so Zeidler.

Mit welchen Gefühlen sieht er Olympia entgegen? „Tokio bereitet mir große Vorfreude und viel Motivation! Es werden meine ersten Olympischen Spiele sein. Und darauf habe ich meine ganze Sportlerlaufbahn hingearbeitet.“

Sein jüngster Erfolg: Im April wurde er zum zweiten Mal in seiner Karriere Ruder-Europameister. Mit einer halben Bootslänge Vorsprung holte er sich im italienischen Varese die Goldmedaille bei den Ruder-Europameisterschaften.

Wie hart war dieser Weg? „Um ins EM-Finale zu kommen geht jeder Ruderer einen sehr langen Weg, und das über Jahre: Mit vielen Stunden hartem Training tagtäglich – und das auch im Winter. Das Trainingslager im März war für mich die entscheidende Vorbereitung für die EM, da ich dort drei Wochen lang ein intensives Training unter Wettkampfbelastungen absolviert habe.

Er kann auf familiäre Unterstützung zählen. Sein Vater Heino Zeidler trainiert ihn seit Beginn seiner Karriere. Wie wichtig ist dieser familiäre Zusammenhalt für ihn?

Zeidler: „Meine Familie ist mir sehr wichtig. Sie hat mich in meiner gesamten Sportkarriere finanziell und moralisch unterstützt. Auch mit kleinen Lebensweisheiten. Besonders mein Vater spielt eine wichtige Rolle, da er mich nicht nur trainiert, sondern viele organisatorische Aufgaben für mich übernimmt. Und er ist auch seelischer Motivator direkt vor einer Regatta.“

Der Rudersport hat in der Familie große Tradition. Oliver Zeidlers Großvater Hans-Johann Färber gewann 1972 mit seinem „Bullen-Vierer-Boot“ 1972 das erste deutsche Rudergold bei der Münchner Olympiade. Und auch Olivers Schwester Marie ist ebenfalls großer Fan des Rudersports.

Dennoch begann Oliver Zeidler erst eine Karriere als Schwimmer. 2016 hängte er die Badehose quasi an den Nagel und verabschiedete sich vom Chlorwasser und wechselte zum Rudern. Und erzielte rasch große Erfolge.

Was macht er in seiner Freizeit bzw. wenn er mal nicht trainiert? Couch, Chips, Fernseher – gibt es auch solche Abende bei ihm? „Momentan schreibe ich in der Zeit neben meinem Training, wenn es reinpasst an meiner Masterarbeit. Allerdings gibt es auch einige wenige Abende, an denen die Energie nur noch für leichte TV-Unterhaltung reicht“, erzählt er.

Bleibt bei allem Training Zeit fürs Privatleben bzw. für eine Freundin oder ist er derzeit mit dem Ruderboot verheiratet? „Der Rudersport ist natürlich der wichtigste Teil meines Lebens. Ich habe mich vor drei Jahren in das Einer-Rudern verliebt, allerdings sind wir noch nicht verheiratet“, sagt er lachend.

War er früher im Sportunterricht auch schon überall der Beste? „Ich war schon immer sehr ehrgeizig und diszipliniert. Ich habe Leichtathletik, später Basketball und Schwimmen gemacht. So gut wie jetzt im Rudern war ich aber in keiner der Sportarten.“ Gibt es eine Sportart, die ihm gar nicht liegt? „Alles, was mit Leichtfüßigkeit und Rhythmus zu tun hat, lasse ich bewusst lieber sein.“

Text: Andrea Vodermayr
©Foto Technogym, privat (1)

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