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Willkommen im Kit Kat Club - Resi goes Musical: „Cabaret“ in der Spielzeit 2025/2026 am ResidenztheaterGezeigt wird brass monkey, russian layback, extended butterfly - im vertikalen Spagat an der Stange, dann wieder kopfüber, gehalten nur durch viel Körperspannung drei, vier Meter über dem Boden. Dass seine Hauptdarstellerin Vassilissa Reznikoff in ihrer Freizeit dem ebenso athletischen wie sexy Sport Pole Dance nachgeht, ist für Regisseur Claus Guth (Semperoper, Scala, Staatsoper Unter den Linden…) ein echter Glücksfall. „Sally Bowles“ und „Kit Kat Club“ und Pole Dance - das passt wie die Faust aufs Auge mit den dicken Klimper-Wimpern. Und so wurde Vassilissas „Stangen-Turnerei“ in die Inszenierung von „Cabaret“ im Residenztheater eingebaut.
Wie? Das berühmte Musical auf Deutschlands renommiertester Sprechbühne? Das funktioniert? Wer mit einem solchen top-Ensemble an Bühnenprofis arbeitet, kriegt auch Musical hin. Erstmals überhaupt an diesem Theater. Heute sind die Bühnenstars die exzentrischen Typen aus dem angesagten Berliner Cabaret der späten 30er Jahre, morgen spielen sie wieder klassisches Repertoire und zeitgenössische Dramatik. Fürs Musical wurden on top eine achtköpfige Band sowie Tänzer und Tänzerinnen engagiert (Choreografie: Sommer Ulrickson). Und die Hauptdarstellerin ist außerdem ausgebildete Ballerina. Passt!
Thomas Hauser und Michael Goldberg spielen den jungen und den alten „Clifford Bradshaw“. Die Geschichte wird als Rückblick erzählt. Bradshaw checkt in seinem Berliner Luxus-Hotel ein (Bühne: Etienne Pluss) , stellt das Radio an. Swing Musik! Und schon erinnert er sich an den Kit Kat Club, Berlins damals angesagtesten Cabaret. Wo jeder mit jeder und jedem das Leben in vollen Zügen genießt. Irgendwo am Horizont erahnt man schon die braune Zukunft, doch noch wird getanzt und geliebt. Money makes the world go around. Regisseur Claus Guth holt im ersten Teil den Kit Kat Club in die Hotel-Suite und bezieht die Räumlichkeiten ein: Der Conférencier (charismatisch: Vincent Glander mit „Willkommen, Bievenue, Welcome“) hat seinen Auftritt übers Fensterbrett oder springt aus der Minibar. Die Zimmermädchen können nicht nur Putzwedel schwingen, sondern auch die Beine. Und dass in einem Doppelbett gleich sechs Menschen Spaß haben können, wird ganz nebenbei auch bewiesen.
Vassilissa Reznikoff, deren Turnkünste eingangs schon gefeiert wurden, zeigt als Sally Bowles natürlich viel mehr als nur ein heißes Solo an der Pole. Mal ist sie ein naives Ding, mal berechnend in der Wahl ihrer Liebhaber. Und im Rampenlicht glänzt sie als Star des sündigen Etablissements. Zerbrechlich und trotzig zugleich singt sie Maybe this time - von ihrer großen Sehnsucht nach Liebe und Ruhm. Die Drehbühne fährt derweil weiter in die Pension von Frl. Schneider. Matrosenliebchen, käufliche Liebe, mittendrin der alte jüdische Obsthändler Herr Schultz (Robert Dölle), der die Pensionswirtin verehrt. Die ganze Welt voll überschäumender Lust am Leben versammelt in den wenigen vermieteten Zimmern. Nach der Pause geht es dem Abgrund entgegen. Es schneit, am Boden liegen die Scherben der Reichskristallnacht. Frl. Schneider muss sich zwischen ihrem jüdischen Verlobten und ihrer Existenz entscheiden. „What would you do? fragt sie das Publikum - und die Darstellerin Cathrin Störmer schaut dabei herausfordernd in die vorderen Reihen.
Überhaupt: Der Lack ist ab, Der ehemals elegante Conférencier trägt jetzt Clownsnase, um fröhlich daher zu kommen. Im Club ist die Leichtigkeit weg, das Leben ist zu ernst geworden. Beklemmend aktuell. Sally bringt es auf den Punkt: Life is a Cabaret. Den Titelsong singt Vassilissa Reznikoff ganz allein im Spot, vorne an der Rampe. So eindringlich, dass es langen Szenenapplaus gibt. Nach drei Stunden hält es das Publikum nicht mehr auf den Sitzen. Standing Ovations! Zum Finale kommt das Ensemble in einer Reihe auf die Bühne. Niemand verbeugt sich alleine, dieses Ensemble gibt es nur im wörtlichen Sinn: zusammen. Gaby Hildenbrandt Fotos: Monika Rittershaus Cabaret Musical nach dem Stück „Ich bin eine Kamera“ Inszenierung: Claus Guth Musikalische Leitung: Stephen Delaney Musical von Joe Masteroff John Kander und Fred Ebb Aus dem Englischen von Robert Gilberg In der reduzierten Orchesterfassung von Chris Walker Residenztheater Nächste Termine: 17. und 25. April 2026 (ausverkauft) 5., 14. 24. und 31. Mai (Ticketverkauf startet am 1. April) Preise: 29 bis 74 Euro Tickets/Termine/Infos: www.residenztheater.de
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