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Die Auer Dult: Maidult, Jakobidult und Kirchweihdult am Mariahilfplatz


Auer Dult am Mariahilfplatz (Foto: Martin Schmitz)

Russenrad auf der Auer Dult (Foto: Martin Schmitz)

Der Dultbiergarten lockt (Foto: Martin Schmitz)

Töpferwaren auf der Auer Dult (Foto: Martin Schmitz)

alle Fotos: Martin Schmitz

Die Auer Dult findet dreimal im Jahr auf dem Mariahilfplatz in der Au statt und gehört zu den ältesten Traditionsveranstaltungen Münchens. Jede Dult dauert neun Tage, beginnt an einem Samstag und endet am übernächsten Sonntag. Den Anfang macht im Frühjahr die Maidult ab dem letzten Samstag im April, im Sommer folgt rund um den Jakobitag Ende Juli die Jakobidult, und im Herbst beschließt die Kirchweihdult ab dem Samstag vor dem Kirchweihsonntag im Oktober das Dultjahr.

Die Termine 2026 und 2027: Die Maidult lief vom 25. April bis 3. Mai, die Jakobidult vom 25. Juli bis 2. August, die Kirchweihdult folgt vom 17. bis 25. Oktober. 2027 läuft die Maidult vom 24. April bis 2. Mai, die Jakobidult vom 24. Juli bis 1. August und die Kirchweihdult vom 16. bis 24. Oktober. Zur Mai- und Jakobidult ist der Markt täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet, die Fahrgeschäfte laufen ab 10.30 Uhr. Zur Kirchweihdult schließen Markt und Schausteller bereits um 19 Uhr. Veranstalter ist das Referat für Arbeit und Wirtschaft der Landeshauptstadt München.

Rund 250 Standl bieten auf jeder Dult ihre Waren an, vom Kochlöffel über den passenden Deckel für die Zuckerdose bis zum ausgefallenen Türgriff. Besonders bekannt ist die Dult für ihren Geschirrmarkt mit Porzellan, Steingut und Keramik, der zu den größten in Europa zählt. Dazu kommen Haushaltswaren und Putzgeräte, Korbwaren, Gardinen, Filzpantoffeln, Gewürze, Marmeladen, Trachtenzubehör und Zirbenkissen.

Bei den Tandlern stöbern Sammler nach Antiquitäten, altem Schmuck, Bauernmöbeln, asiatischer Kunst, Vintagemode und historischem Spielzeug, und so manches Stück erweist sich als echte Rarität. Ein eigenes Schauspiel bietet die Neuheitengasse, in der Küchenhelfer und praktische Haushaltsgeräte live vorgeführt werden.

Nach dem Bummel geht es in die Dultgastgärten zu Steckerlfisch, Brathendl oder Käsespezialitäten, süß wird es mit handgemachten Auszogenen, Dampfnudeln oder Bavesen. Zwei Trinkwasserbrunnen, einer gegenüber der Mariahilfkirche und einer am Dult-Büro am Liesl-Karlstadt-Platz, sorgen für kostenlose Erfrischung.

Für Kinder gibt es Autoscooter, Kettenflieger, das Russenrad, Kasperltheater und Wurfbuden. Am Dienstag ist Familientag mit ermäßigten Preisen bei den Schaustellern, Wickel- und Stillplätze sowie Abstellplätze für Kinderwagen sind vorhanden.

Die Pfarrei Mariahilf begleitet die Dulten mit Musik: Samstags, sonntags und mittwochs erklingt um 15 Uhr bei "Orgel um Drei" zwanzig Minuten lang Orgelmusik in der Mariahilfkirche, täglich um 12 Uhr gibt es eine zehnminütige Mittagsmeditation. Zur Kirchweihdult 2026 lädt die Pfarrei am Samstag, 24. Oktober, um 19.15 Uhr zu einem Orgelkonzert.

Wer mehr über Geschichte und Geschichten der Dult erfahren möchte, kann die Erlebnistour Auer Dult von München Tourismus buchen. Der etwa zweistündige Rundgang mit offiziellen München Guides führt zu den Dult-Originalen, mit Verkostungen an fünf Standln und einem Ratsch mit den Standlleuten. Zum Abschluss gibt es Tickets für eine Fahrt mit dem Riesenrad.

Anfahrt: Der Mariahilfplatz ist mit den U-Bahn-Linien U1 und U2 (Haltestellen Fraunhoferstraße oder Kolumbusplatz) und mit der Tram 18 bis zur Haltestelle Mariahilfplatz gut erreichbar.

Ein wenig Geschichte: Ursprünglich bedeutete das Wort "Tult" oder "Dult" Kirchenfest. Zu solchen Festen, meist zu Ehren eines Heiligen, wurden rund um die Kirche Verkaufsstände aufgebaut und Waren feilgeboten. Mit der Zeit wandelte sich die Bedeutung, und die Dult stand für den Jahrmarkt. Im Mittelalter öffneten diese Märkte auch für fremde Händler, die Fernhandelsgüter wie Tuche, Pelze, Gewürze, Gold- und Silberwaren anboten. Im 19. Jahrhundert wurden daraus Verkaufsmärkte der Klein- und Landkrämer, auf denen auch Quacksalber und Gaukler, Zahnbrecher und Taschenspieler, reisende Ärzte und Marionettenspieler ihr Publikum fanden.

Die erste Münchner Dult, die Jakobidult, wurde bereits 1310 am Anger veranstaltet, dem heutigen St.-Jakobs-Platz. 1796 verlieh Kurfürst Karl Theodor der damals noch eigenständigen Vorstadt Au das Recht, zweimal im Jahr einen Markt abzuhalten. Ab 1799 fanden jeweils im Mai und im Oktober rund um die damalige Wallfahrtskirche Mariahilf die Dulten statt, damals noch vor den Toren Münchens. Mit der Eingemeindung der Au im Jahr 1854 wurden sie fester Bestandteil des Münchner Volksfestlebens, und seit 1905 auch die Jakobidult auf den Mariahilfplatz umzog, ist das Dreigespann der Dulten komplett.

Weitere Infos, Ausstellersuche und Lageplan: www.auerdult.de

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