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Sammlung Brandhorst eröffnet am 21.05.2009 - freier Eintritt vom 21.-24.05.2009
Pinakotheken im Kunstareal - Museum für die Sammlung Udo und Anette Brandhorst

Museum Brandhorst (©Foto: Martin Schmitz)
Museum Brandhorst
Museum Brandhorst (©Foto: Martin Schmitz)

Museum Brandhorst (©Foto: Martin Schmitz)

Museum Brandhorst (©Foto: Martin Schmitz)

Museum Brandhorst (©Foto: Martin Schmitz)

Museum Brandhorst (©Foto: Martin Schmitz)

Museum Brandhorst (©Foto: Martin Schmitz)

Museum Brandhorst (©Foto: Martin Schmitz)

Museum Brandhorst (©Foto: Martin Schmitz)

Museum Brandhorst (©Foto: Martin Schmitz)

Museum Brandhorst (©Foto: Martin Schmitz)

Museum Brandhorst (©Foto: Martin Schmitz)

Museum Brandhorst (©Foto: Martin Schmitz)

Museum Brandhorst (©Foto: Martin Schmitz)

©Fotos: Martin Schmitz

Mit der Eröffnung des Museums Sammlung Brandhorst am 21.05.2009 gewinnen die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen ein Haus von internationaler Strahlkraft hinzu.

Das Museum Sammmlung Brandhorst ergänzt auf dem Museumsareal die Alte und Neue Pinakothek, die Pinakothek der Moderne, die Glyptothek, die Antikensammlung und das städtische Lenbachhaus und bietet ein beeindruckendes Ensemble von Werken moderner und zeitgenössischer Kunst..

Erweitert wird dieses Forum in Zukunft noch durch den Neubau des Ägyptischen Museums und den zweiten Bauabschnitt der Pinakothek der Moderne für die Staatliche graphische Sammlung.


Video: Impressionen Sammlung und Museum Brandhorst

Auch das historische Türkentor als letztes Relikt der ehemaligen Türkenkaserne wird saniert und als Ausstellungsraum genutzt werden.

Das neue Bauwerk für die Sammlung Udo und Anette Brandhorst ist inzwischen fertiggestellt und kann nach Vollendung der Restarbeiten und Platzierung der Kunstwerke am 21.05.2009 eröffnet werden.

Vom 21.-24.05.2009 haben Besucher Gelegenheit, bei freiem Eintritt die Sammlung zwischen 10.00 – 22.00 Uhr kennen zu lernen.

Ab sofort kann man sich für Ihren Besuch verbindlich voranmelden. >>Anmeldung

Bereits am Montag, 18. Mai 2009, 15.00 Uhr, eröffnet Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer im Rahmen eines Staatsakts das Museum Brandhorst in München. Weitere Redner sind Kunstminister Dr. Heubisch, der neue Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen Prof. Dr. Schrenk und der Architekt des Museumsgebäudes Prof. Sauerbruch.

Nach dem Staatsakt gegen 16.30 Uhr informiert sich Seehofer im Rahmen eines Rundgangs über die Konzeption und die Ausstellung im Museum Brandhorst. Seehofer betonte im Vorfeld, dass mit dem Museum Brandhorst der Ruf Münchens als Kulturstandort von Weltrang in unvergleichlicher Weise bestätigt und weiterentwickelt wird. Seehofer: "Mit der Eröffnung des Museum Brandhorst erhält die Museumslandschaft in München und damit der Kulturstandort Bayern ein neues Glanzlicht. Der Freistaat Bayern ist stolz auf die einzigartige Sammlung moderner Kunst, die Udo Brandhorst und seine Frau Anette unserem Land anvertraut haben."

Die Stiftung Brandhorst

Gemälde, Skulpturen und Installationen der Sammlung Brandhorst bieten ästhetische Erfahrungsmöglichkeiten von ungewöhnlicher Präsenz und Vielfalt, wie sie in kaum einer anderen Sammlung privaten Ursprungs in Deutschland erlebbar sind. Werkgruppen von ausgesuchten Künstlern der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sowie internationalen Vertretern der Gegenwartskunst machen den besonderen Charakter dieser über 700 Kunstwerke umfassenden Sammlung aus.

Zwei Schwerpunkte bestimmen die Sammlung Brandhorst: Mit mehr als 60 Gemälden, Zeichnungen und Skulpturen des amerikanischen Künstlers Cy Twombly (* 1928) bietet sie den größten Überblick zur Entwicklung des amerikanischen Künstlers außerhalb der USA.

Der wegweisende Protagonist der Pop Art, Andy Warhol, ist mit über 100 Arbeiten in einem in Europa wohl einzigartigen Werkpanorama vertreten.

Während Twombly das mediterrane Umfeld mit vielen kulturhistorischen Anspielungen in verschlüsselten Andeutungen reflektiert, bevorzugt Warhol vorgeprägte Bilder aus der Medienwelt. Der subtilen Vergegenwärtigung von Geschichte von höchstem ästhetischem Anspruch steht damit ein OEuvre gegenüber, in dem vor allem Konsum, Glamour und Sensationen thematisiert werden.

Dabei bediente sich Warhol einer zunehmend entpersonalisierten Formensprache und standardisierten Produktionsweise, die individuelle Merkmale vermeidet.

Dagegen arbeitet Twombly bis heute auf sich allein gestellt und hat von Beginn an eine unverwechselbar eigenständige Bild- und Zeichensprache gepflegt.

Andere Positionen bereichern dieses Spektrum und erweitern es: Sigmar Polke, Georg Baselitz, Gerhard Richter, Alex Katz, Eric Fischl, Jean-Michel Basquiat, Ed Ruscha.

Hinzu kommen Objekte und Installationen von Mario Merz, Jannis Kounellis, Franz West, Katharina Fritsch, Christopher Wool, Robert Gober und anderen.

In jüngster Zeit konnte darüber hinaus ein weiterer Akzent gesetzt werden durch den Erwerb der Videoarbeit Western Union: Small Boats des britischen Künstlers Isaac Julien (*1960).

Mit der Präsentation dieser und anderer Gegenwartskünstler wie Mike Kelley oder Damien Hirst sucht die Sammlung Brandhorst bewusst die Auseinandersetzung mit kontroversen, jüngeren Strömungen.

1999 konnte die gleichnamige Stiftung, deren Bestandteil die Sammlung ist, dauerhaft für den Freistaat Bayern gesichert werden.

München gewinnt damit über die Pinakothek der Moderne hinaus ein außergewöhnlich vielschichtiges Förderpotential, das als prägender kultureller Standortfaktor weit reichende Ausstrahlung haben wird.

Mit dem Ertrag des Kapitals der Stiftung wird die Sammlung in Absprache mit den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen kontinuierlich weiter ausgebaut und präzisiert. Es ermöglicht darüber hinaus eine Vielzahl künstlerischer und wissenschaftlicher Förderungsmaßnahmen.

Das Museum Brandhorst

Der Freistaat Bayern errichtet für die Sammlung Brandhorst ein eigenes Gebäude auf dem an die Pinakothek der Moderne angrenzenden Baugelände. Die Preisträger des Wettbewerbes vom Dezember 2002, Sauerbruch Hutton Architekten (www.sauerbruchhutton.de), haben in enger Zusammenarbeit mit allen Beteiligten ihren Museumsentwurf ausgearbeitet und weiterentwickelt.

Der dreigeschossige, klare Raumkörper mit ca. 3200 qm Ausstellungsfläche öffnet das Kunstareal München durch eine Erschließung über die Theresienstraße nach Schwabing.

Der Entwurf traf in der internationalen Architekturkritik auf eine breite positive Akzeptanz und entspricht in seiner Leichtigkeit, inneren Logik und selbstverständlichen Eleganz dem Profil der Sammlung, die private Passion mit musealem Anspruch verbindet.

Das Museumsgebäude ermöglicht Konzentration und Bündelung der zentralen Werkgruppen um Cy Twombly, Andy Warhol, Sigmar Polke, Damien Hirst oder die Künstlerbücher von Pablo Picasso wie auch den vergleichenden Rundgang durch einen facettenreichen Sammlungskosmos. Gemeinsam mit der Pinakothek der Moderne ergibt sich dadurch eine ungewöhnliche Verdichtung und die Möglichkeit, die Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts im pointierten Überblick wie auch der bewussten Fokussierung auf Einzelpositionen im Dialog zu sehen.

Im Verbund der Pinakotheken, die zusammen mit der Glyptothek, der Antikensammlung und der Städtischen Galerie im Lenbachhaus ein einzigartiges kulturelles Gefüge bilden, versteht sich die Sammlung Brandhorst nicht als Solitär, sondern als gleichberechtigter Partner. Das Museum erweitert das Kunstareal München und schärft dessen Profil, das auf Schwerpunktbildung ausgerichtet ist.

Die Sammlung Brandhorst

Zentren der Sammlung Udo und Anette Brandhorst, die seit der Ausstellung »Food for the Mind« 1999 im Haus der Kunst zielgerichtet ausgebaut und vertieft werden konnte, bilden Werkgruppen von Künstlern der Klassischen Moderne sowie der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Im Dialog damit stehen internationale Vertreter aktueller Kunst. Historisch setzt die Sammlung mit Blättern von Kasimir Malewitsch, Kurt Schwitters und Joan Miró ein: Mirós Collage war die erste gemeinsame Erwerbung von Anette (gest. 1999) und Udo Brandhorst, deren Sammeltätigkeit in den frühen siebziger Jahren begann. Die mit 112 Exemplaren fast vollständigen illustrierten Bücher von Pablo Picasso bilden den ersten Höhepunkt der Sammlung. Zugleich vermitteln diese Meisterwerke der Buchkunst höchst sinnfällig ein Leitmotiv des Konzeptes, in dem die Liebe zur bildenden Kunst und zur Literatur eine selbstverständliche Synthese eingeht.

So enthält die umfangreiche Bibliothek Erstausgaben der für die Entwicklung der Moderne wie für die Literaturgeschichte des 20. Jahrhunderts maßgeblichen Schriftsteller.

Dem entspricht die große Affinität zu Cy Twombly, dem eigentlichen Grundpfeiler der an Werkgruppen einzelner Künstler des 20. Jahrhunderts so reichen Sammlung.

Twombly, wichtigster Repräsentant der lyrisch-musikalischen Richtung des American Abstract Expressionism, der mit fast fünfzig Werken vertreten ist, wird ein zentraler Bereich des Museums gewidmet sein.

Der 1928 in Lexington/ Virginia/ USA geborene Künstler verbindet in seinem malerischen und plastischen Werk unterschiedlichste literarische, musikalische und bildnerische Impulse, Erinnerungen an Vorgewusstes, an Vergangenheit und Gegenwart. Linien und skripturale Zeichen sind die formalen Grundelemente einer offenen Bildstruktur von meditativer Gelassenheit.

In Werken voll sinnlicher Intensität konzentrieren sich Gefühle, Stimmungen und Sehnsüchte wie in einem Brennspiegel.

Dem entsprach über viele Jahre eine zurückhaltende Farbigkeit, die an verwitterten Putz voller Farbreste und Graffitispuren oder an das stumpfe Schiefergrau alter Schultafeln erinnert, wie dies die frühen Arbeiten der Sammlung eindrucksvoll zeigen.

Der zwölfteilige Gemäldezyklus »Lepanto« von 2001 hingegen konfrontiert mit ungewöhnlich heftigen, ja gewagten Farbakkorden in einer Palette von Gelb-, Rot-, Türkis- und Aquamarintönen, die die Dramatik der Bildfolge bestimmt und eine der symbolträchtigsten Schlachten der Weltgeschichte thematisiert.

Twombly vermittelt hier das Klima einer von extremen Emotionen geprägten, existentiellen Situation, die einen sonnendurchfluteten und zugleich blutgetränkten Tag sichtbar werden lässt.

Mit diesem Zyklus und weiteren Erwerbungen des Künstlers in den letzten Jahren, ist die Twombly Sammlung die bedeutendste außerhalb der USA und nur noch derjenigen in Houston/Texas vergleichbar.

Dominiert bei Twombly der Eindruck zeitloser Ruhe und Ausgeglichenheit, so ist es bei Ed Ruscha, besonders jedoch bei Andy Warhol die banale Alltagsrealität, die er wie kein anderer seiner Zeitgenossen zum Thema gemacht hat. In den fast vierzig, zum Teil sehr großformatigen Werken der Sammlung, die das gesamte Spektrum seines Schaffens zeigen, reflektiert Warhol zentrale Fragestellungen und Wahrnehmungsmechanismen unseres modernen Medienzeitalters.

Spielerisch hinterfragt wird diese Haltung in den letzten Lebensjahren des Künstlers durch die ungestüme, ungemein vitale Malerei des früh verstorbenen Freundes, des legendären Jean Michel Basquiat, der mit Hauptwerken vertreten ist.

Die Sammlung Brandhorst enthält zudem prägnante Werke von Sigmar Polke, die auf das Erhabene bei Twombly und auf die Akzeptanz des Faktischen bei Warhol mit einer Ironie antworten, die alle Verbindlichkeiten unterläuft.

In einer globalen Mediengesellschaft, die Alles und Jedes perfekt simuliert, die Original und Fälschung kaum noch zu trennen vermag, erschafft Polke permanent seine eigenen Plagiate und ist sich selbst der liebste Widerspruch.

Die Frage nach der Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart verknüpft inhaltlich die Werke von Joseph Beuys, Mario Merz und Jannis Kounellis. Sie wollen das Vertrauen in die Kraft natürlicher Zusammenhänge mobilisieren. Demgegenüber vertritt Bruce Nauman, von dem die Sammlung gleichfalls wichtige Arbeiten enthält, eine deutlich härtere Sicht. In sezierender Perfektion werden alltägliche Gewalt und zwischenmenschliche Probleme schonungslos wie irritierend nah hinterfragt.

Klassisch malerische Positionen markieren Alex Katz, Erik Fischl und Georg Baselitz in spezifisch amerikanischer bzw. europäischer Brechung. Das kühl distanzierte Statement von Katz oder Fischl und der expressive Duktus von Baselitz stehen sich wie zwei Seiten einer Medaille gegenüber.

Eine weitere Gruppe umfasst britischer und amerikanische Kunst der 90er Jahre:

Markante Beispiele sind Robert Gober, Damien Hirst, Ron Mueck oder Mike Kelley. Auf verblüffend vielfältige Weise loten diese Künstler, wie schon Andy Warhol, das Thema des unspektakulären Alltagsgegenstandes aus.

Die künstlerische Inszenierung verwandelt eine ins riesenhafte vergrößerte Skulptur nach einem anatomischen Lehrbuch (Hirst) oder ein unscheinbares, banales Hundekörbchen (Gober) in zutiefst irritierende Gegenstände. Es zeigt sich darin, wie gefährlich schmal die Brücke zwischen unseren Bedrängnissen, Ängsten, Zwängen und den scheinbar reibungslos ablaufenden Gewohnheiten des Alltags ist, für die diese Objekte gleichsam als Zeugen aufgerufen werden.

Museum Brandhorst: "Georg Herold. Multiple Choice" vom 19.04.-02.09.2012 (mehr)

Die Sammlung Brandhorst eröffnet am 21.05.2009 (mehr)
Fotogalerie Impressionen Sammlung und Museum Brandhorst, 18.05.2009, Teil 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7 (©Fotos: Martin Schmitz)
Die Sammlung Brandhorst im Kontext (mehr)
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Benisch "Strumpfmodell" Olympiastadion (Bild: Martin Schmitz)


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