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Kunst und Kultur in München
Ausstellung: Die Stadt des Monsieur Hulot - Jacques Tatis Blick auf die moderne Architektur
im Architekturmuseum der TU München in der Pinakothek der Moderne (19.02.-02.05.2004)

Die Stadt des Monsieur Hulot - Jacques Tatis Blick auf die moderne Architektur (Foto: Marikka-Laila Maisel)

Ausstellungsliebling: das Modell der Villa Arpel (Foto: Marikka-Laila Maisel)
Ausstellungsliebling: das Modell der Villa Arpel
Auf Knopfdruck speit der Fisch (Foto: Marikka-Laila Maisel)
Auf Knopfdruck speit der Fisch





Fotos: Marikka-Laila Maisel (6), Pinakothek (1)
Irgendwie geht uns ein Lächeln über das Gesicht, wenn der Name Jacques Tati fällt, spätestens aber, wenn man an dessen skurrilen Monsieur Hulot denkt.

Nun widmet ihm das Architekturmuseum der TU München in der Pinakothek der Moderne die Ausstellung "Die Stadt des Monsieur Hulot - Jacques Tatis Blick auf die Moderne Architektur", die noch bis zum 2. Mai 2004 zu sehen ist und eine ganz besondere Empfehlung von ganz-muenchen.de ist.

Der Franzose Jacques Tati (1908 - 1982) gehört nicht nur zu den größten Komikern und Komödienregisseuren des 20. Jahrhunderts, sondern zählt auch zu den schärfsten Kritikern der modernen Architektur und Gesellschaft.

Tatis Themen standen immer am Puls der Zeit und behandelten den Kampf des Menschen gegen die Maschine, den Kampf der alten gegen die neue Welt. In seinen Spielfilmen karikiert Tati unter anderem die städtebaulichen und architektonischen Veränderungen der Fünfziger und Sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts.

Als Regisseur hat Tati nur fünf Kinofilme gedreht, für die er 1977 mit dem höchsten französischenFilmpreis, einem "Cèsar" für sein Gesamtwerk ausgezeichnet wurde:

"Jour de Fète" (Tatis Schützenfest) begann 1949 seine Karriere, "Les Vacances des Monsieur Hulot " (Die Ferien des Monsieur Hulot) 1953, "Mon oncle" (Mein Onkel) 1958, "Play Time" (Tatis herrliche Zeiten) 1967 und "Trafic" (Tati im Stoßverkehr) 1971.

Aber diese Filme und die von ihm geschaffene Figur des Monsieur Hulot reichten aus, ihm den Ruhm als einer der bedeutendsten Komödienregisseure und Komiker der Filmgeschichte zu sichern. Mit dem von ihm selbst gespielten Monsieur Hulot präsentiert Tati einen schüchterne, liebenswerten Mann mit Hochwasserhosen und Ringelsocken.

Hulot scheint den technischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Neuerungen sowie vor allem der modernen Architektur hilflos ausgesetzt zu sein, aber in dieser Rolle macht er die Probleme der Modernisierung erst bewußt.

Im 1959 mit dem Academy Award für den besten ausländischen Film prämierten "Mon Oncle" (1958) werden städtebauliche Gegensätze drastisch aufgezeigt: Durch eine halb abgebrochene Mauer ist ein altes intaktes Pariser Stadtviertel, in dem Monsieur Hulot lebt, getrennt von der auf dem Reißbrett geplanten, hochmodernen Siedlung, in der auch die Familie Arpel wohnt.

Hulots Schwester, Madame Arpel und ihr Mann sind Opfer ihres überorganisierten, entmenschlichten Lebensstils. Die Villa Arpel - ein mondänes, voll automatisches Eigenheim, steht im Mittelpunkt der Handlung. Sie ist in der Ausstellung als Modell im Maßstab 1:10 zu sehen, Druckknöpfe lassen sie dem Besucher aufleben, verschiedene Erinnerungen an einzelne Szenen werden so geweckt.

Tatis Werke zeichnen sich durch einmaligen Beobachtungshumor aus: das Prestigegehabe von Villenbewohnern ist nie auf eine so herrliche Metapher gebracht worden wie in den Szenen mit dem wasserspeienden Blechfisch im Garten der Arpels, der nur angestellt wird, wenn ein "wichtiger Besucher" kommt.

Mit seinem letzten großen Film "Playtime" (1967) kritisierte Tati die monströsen Hochhausstädte wie z.B. "La Défense" bei Paris und die damit verbundene Entfremdung der Bewohner bereits vor deren Errichtung.

Für diesen Film vor den Toren von Paris ließ Tati zusammen mit dem Filmarchitekten Jacques Lagrange auf einem Areal von 15.000 Quadratmetern gewaltige Hochhausattrappen komplett mit Fahrstühlen, Rolltreppen und Supermärkten errichten. Der Film spielt mitten in dieser gigantischen Kulissenstadt, die eine Art Paris der Zukunft, das aber stellvertretend für alle großen Städte dieser Welt steht, vorstellt.

Ein Flughafengebäude, ein Bürogebäude, ein Supermarkt undeine Ausstellungshalle sowie ein Nobelrestaurant - austauschbare Plätze, die sich in jeder westlichen Metropole befinden - werden im Film für 24 Stunden das Spielfeld einer amerikanischen Touristengruppe, die vergeblich das alte Paris sucht.

Gleichzeitig versucht Monsieur Hulot in diesem Labyrinth von Gängen und Büroräumen einen Freund zubesuchen. Letzlich ist "Playtime" eine radikale Abrechnung mit der Moderne und ihren Folgen, die aufgrund der aufwändigen Filmarchitektur Tati in enorme finanzielle Schwierigkeiten brachte. Seine Schulden werden - welch eine Ironie - erst Jahre später von ein Pariser Immobilienhändler bezahlt, den Tatis Utopien wohl nicht schrecken konnten.

Als Tatit 1982 stirbt, hinterlässt er ein Drehbuch mit dem Namen "Confusion", welches nie verfilmt wurde.

Die Ausstellung im Architekturmuseum der TU München zeigt zahlreiche Fotografien und Filmausschnitte aus Tatis Filmen, sowie Originalzeichnungen und Modelle. Sie wurde vom Cité de l´architecture et du patrimoine/ Institut français d´architecture (Ifa), Paris, zusammengestellt und vom Architekturmuseum der TU München übernommen und präsentiert.

Nachdem die Ausstellung zunächst in Paris, und zuletzt in einer Kirche in Italien in höchst unterschiedlichen Umgebungen zu sehen war, wurde für München eine attraktive Präsentation gefunden.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog zum Preis von 12 Euro. Führungen finden ab dem 19.02.2004 jeden Donnerstag um 18.30 Uhr statt.

Folgende Filme werden in der Pinakothek der Moderne, Ernst von Siemens Auditorium, vorgeführt:

19.03.2004, Freitag: 18.00 Uhr "Mon Oncle" (Franz.- Fassung")
26.03.2004, Freitag: 18.00 Uhr "Traffic" (Dt. Fassung)
02.04.2004, Freitag: 18.00 Uhr "Play Time" (Franz- Fassung"

Wir waren für Sie auf der Eröffnung der Ausstellung und haben einige Fotos zum Einstimmen auf Jacques Tati und Monsieur Hulot in München:

Die Stadt des Jacques Tati - Impressionen Teil 1 (mehr)
Die Stadt des Jacques Tati - Impressionen Teil 2 (mehr)

Die Sammlungen in der Pinakothek der Moderne:
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