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Georg Baselitz - Afrika-Sammlung
in der Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne 25.09. – 16.11.2003

Generaldirektor Reinhold Baumstark und Georg Baselitz erläutern der Presse die Ausstellung (©Foto: Marikka-Laila Maisel)

Baselitz Afrika Ausstellung in der Pinakothek der Moderne (©Foto: Marikka-Laila Maisel)

Baselitz Afrika Ausstellung in der Pinakothek der Moderne (©Foto: Marikka-Laila Maisel)

Baselitz Afrika Ausstellung in der Pinakothek der Moderne (©Foto: Marikka-Laila Maisel)
©Alle Fotos: Marikka-Laila Maisel
Georg Baselitz (* 1938 in Deutschbaselitz) nimmt seit vielen Jahren international eine herausragende Position als Maler und Bildhauer ein.

Ein großartiges Beispiel ist dafür die Präsentation zentraler Werke aus unterschiedlichen Schaffensperioden in einem ihm gewidmeten Künstlerraum der Sammlung Moderne Kunst | Pinakothek der Moderne.

Weniger bekannt ist Georg Baselitz als ebenso kenntnisreicher wie leidenschaftlicher Sammler afrikanischer Kunst. Meisterwerke dieser erlesenen Sammlung, die vorher in K 20 Kunstsammlung NRW gezeigt wurde, präsentiert die Pinakothek der Moderne in einer individuellen Ausstellungsarchitektur, die sich auf die architektonischen Besonderheiten der Schauräume bezieht.

Vor farbig gestalteten Wänden zeigt die Sammlung Moderne Kunst die einzigartige, für den Künstler Baselitz sehr charakteristische Sammlung afrikanischer Kunst in der Pinakothek der Moderne im Übergang von klassischer Moderne zur Kunst der Gegenwart. Diese Kombination eröffnet reizvolle Dialoge und ungewohnte Perspektiven.

Die Sammlung, deren Ruf weit über die Kreise der Kenner hinausgeht, folgt keinen gängigen Vorlieben oder einer ethnologischen Systematik. Sie spiegelt vielmehr eine Haltung, die auch das Werk von Baselitz selbst prägt:

Die ebenso eindringlichen wie höchst sensiblen Stoffpuppen der Bembe und Bwende und die oft rauen, aus unterschiedlichem Material bestehenden Figuren der Teke, die das Zentrum bilden, markieren den Spannungsbogen. Wie in seinem eigenen Oeuvre, scheut Baselitz weder das Risiko der neuen, ungewohnten Form noch den ästhetischen Bruch. Er konzentriert sich vielmehr als Künstler und Sammler auf die Intensität des jeweiligen Werkes.

In ihrer Gesamtheit stellen diese Arbeiten damit das landläufige Sammeln afrikanischer Kunst „auf den Kopf“ und zeigen uns ein überraschend anderes Afrika.

„Vollständigkeit“ im Sinne einer Belegsammlung strebte Baselitz nicht an; stattdessen baute er Schwerpunkte konsequent aus. Die Ausstellung zeigt daher mehrere einzigartige Spezialsammlungen.

Von den insgesamt rund 140 Objekten bilden die Figuren der Teke aus dem Kongo den größten und bekanntesten Komplex.

Am Zustandekommen dieser magischen Objekte hat neben dem Bildhauer der Ritualspezialist (nganga) maßgeblichen Anteil, indem er mit zauberkräftigen Substanzen gefüllte Stoff -und Lehmpackungen an den Holzkörpern befestigte.

Die daraus entstehenden „Störungen“ einer im herkömmlichen Sinne plastischen Schönlinigkeit mögen Baselitz hier besonders interessiert haben, geht es doch auch in seinem malerischen und bildhauerischen Werk nicht um tradierte Vorstellungen von Proportion, harmonischer Gestaltung und glatten Oberflächenstrukturen.

Das Herzstück der Sammlung bilden – weltweit einmalig – die kostbaren Stoffpuppen der Bwende und Bembe: Ahnenfiguren aus der Republik Kongo, die zum Teil Reliquien beinhalten und die sich durch eine auffällige Gestik auszeichnen. Baselitz interessiert sich darüber hinaus besonders für ostafrikanische Skulptur. So erwarb er zum Beispiel monumentale Grabfiguren aus dem Sudan, aus Äthiopien und Kenia. Diese Grab- oder Memorialfiguren zeichnen sich durch besondere Strenge und Archaik aus.

Ein weiterer Schwerpunkt umfasst Gefäße für Wahrsagung und Schutzzauber aus Zentralafrika. Auch die Gruppe der Nagel- und Spiegel- „Fetische“ aus der Region des Unteren Kongo ist bemerkenswert. Darüber hinaus enthält die Sammlung einmalige Spitzenwerke aus den verschiedensten Regionen West- und Zentralafrikas, unter anderem von den Songye, Lengol (Demokratische Rep. Kongo), Mbembe, Igbo (Nigeria) und Fon (Benin).

Baselitz’ Interesse gilt primär der Holzfigur, bevorzugt in ihrer monumentalen Ausprägung. Bezeichnenderweise sind Masken, bis auf zwei eher untypische Ausnahmen, nicht vertreten.

Er gab einer schroffen Plastizität den Vorzug. Seine Sammlung ist unklassisch und „antiästhetisch“. Damit steht sie im Gegensatz zu den durch eine franko-belgische Rezeption geprägten Sammlungen überwiegend westafrikanischer Kunst.

Die ostafrikanischen Skulpturen hinterfragen entschieden eine primär „kubistische“ Betrachtungsweise afrikanischer Kunst. Baselitz setzt jedoch auch nicht die Tradition der Brücke-Künstler mit ihrer Vorliebe für Werke aus dem Kameruner Grasland fort, die ihrer Vorstellung des Expressiven entsprachen.

Georg Baselitz ist in der Pinakothek der Moderne wie in keinem anderen Museum mit einer sein gesamtes Oeuvre umfassenden, gewichtigen Werkgruppe vertreten.

Gemeinsam mit PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne konnte nach der ersten großen Retrospektive des Künstlers 1976 kontinuierlich eine repräsentative Sammlung aufgebaut werden.

Die Ausstellung seiner Afrika Sammlung gibt deshalb nicht nur Gelegenheit, afrikanische Kunst im Kontext der Moderne zu sehen, sondern darüber hinaus Fragen im Werk des Künstlers durch den unmittelbaren Vergleich neu zu gewichten und pointierter zu begreifen.

Ungeklärt bleibt sicherlich der "Beschaffungsweg" mancher der Exponate, den Baselitz auf Nachfrage bei vielen der ausgestellten Objekten auch nicht bis zum Ursprung nachverfolgen kann. Er kauft offensichtlich, wie es auf den Kunstmarkt kommt.

Baselitz zeigt sich fasziniert von den dann erworbenen Kunstwerken. Deren bisweilen auf gewalttätige, räuberische Weise erfolgte Beschaffung (welcher Stamm ließ sich wohl freiwillig die Heiligtümer wegnehmen?) kann jedoch nicht durch die Stufen des Kunsthandels geheilt werden. Aber wen interessierts?

Über Beutekunst in Europa diskutiert man, führt ganze Kreuzgänge wie kürzlich erst aus Nürnberg nach Frankreich zurück. Geht es um Afrika, fühlt sich offenbar (noch?) niemand verantwortlich, zu erforschen, wie es um die Quellenlage so mancher Exponate steht. Man stellt aus und erfreut sich der Exponate. Vor Ort war Baselitz selbst nie, er sammelt und kauft "nur" - meist in Brüssel, Paris, London oder New York, denn das "sind heute die Zentren für akrikanische Kunst". So einfach geht das.

Ausstellungsarchitektur: Nina Simonis

Der im Prestel Verlag erschienene Katalog ist im Museumsshop und unter service@cedon.de für Euro 25,- sowie im Buchhandel als gebundene Ausgabe für Euro 49,95 erhältlich.

Ein Projekt von K20 Kunstsammlung Nordrhein Westfalen, Düsseldorf, in Zusammenarbeit mit der Pinakothek der Moderne | Sammlung Moderne Kunst, München, und den Kunstsammlungen Chemnitz.

Kurator: Peter Stepan

Kuratorische Betreuung: Carla Schulz-Hoffmann

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Die einzelnen Teilmuseen:
Staatsgalerie moderner Kunst - Bayerische Staatsgemäldesammlungen
Architekturmuseum der Technischen Universität München
Die Neue Sammlung. Staatliches Museum für angewandte Kunst
Staatliche Graphische Sammlung


Hier der Link auf die offizielle Website.


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