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Halbzeitbilanz der Polizei zum Oktoberfest 2010 |
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Die Jubiläumswiesn anlässlich 200 Jahre Oktoberfest startete mit hohen Besucherzahlen, Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen. Die entsprechend gute Stimmung bei den Besuchern, Wirten und Schaustellern konnte auch von der Polizei mitgetragen werden. Polizeivizepräsident Robert Kopp stellte zufrieden fest: “Die Halbzeitbilanz der Wiesn 2010 fällt erfreulich gut aus! Insgesamt gesehen wurden in diesem Jahr deutlich weniger Straftaten verübt als im Vorjahr. Allerdings hat sich der rückläufige Trend vom Vorjahr bei den Maßkrugschlägereien nicht fortgesetzt, wodurch das insgesamt gute Bild ein wenig getrübt wird.“ Die Einsatzbelastung der Wiesnwache ist in diesem Jahr mit 1.075 Einsätzen zu 1.064 Einsätzen im Jahr 2009 so gut wie gleich geblieben. Die Einsätze in den Zelten gingen um fast 13 % zurück. Insgesamt 244 Mal wurden die Polizeikräfte zur Unterstützung der Ordner in die Bierzelte gerufen (2009: 279). Dieser Umstand ist sicher auf das durchgängig schöne Wetter mit entsprechendem Andrang in den Biergärten und Fahrgeschäften zurückzuführen. Der einsatzstärkste Tag war der mittlere Wiesnsamstag, mit 266 Einsätzen auf dem Festgelände. Auffällig ist auch der starke Rückgang an festgestellten Straftaten. Während in der ersten Festwoche 2010 bisher 555 Straftaten registriert wurden, waren es im letzten Jahr 736 Taten, was einem Rückgang von fast 25 % entspricht. „Noch erfreulicher ist es, dass für den abgetrennten Bereich der historischen Jubiläumswiesn bisher keine Straftaten mitgeteilt wurden“, so Polizeivizepräsident Robert Kopp. Auch die Zahl der Freiheitsentziehungen ist deutlich zurückgegangen. Die Einsatzkräfte der Wiesnwache tätigten bisher insgesamt 248 Festnahmen (2009: 400). Zur Verhinderung von Sicherheitsstörungen wurden mit 93 Personen jedoch annähernd die gleiche Anzahl von Störern in Gewahrsam genommen wie im Vorjahr (94). Entgegen dieses erfreulichen Abwärtstrends entwickelten sich die gefährlichen Körperverletzungen mit Maßkrug, bei denen eine auffällige Steigerung von 18 auf 31 Fällen zu verzeichnen ist. Damit wurden bei den Maßkrugschlägerein wieder annähernd die statistischen Halbzeitwerte der Wiesn 2008 (33) und 2007 (32) erreicht. Zwei dieser Maßkrugschlägereien wurden heuer als versuchtes Tötungsdelikt gewertet (2009: 0). In einem Fall geriet eine Gruppe im Festzelt „Winzerer Fahndl“ gegen 16 Uhr mit einem 20-jährigen arbeitslosen Münchner in Streit, in dessen Verlauf der Münchner aggressiv auf einen kanadischen Ingenieur los ging und versuchte, diesem einen Maßkrug auf den Kopf zu schlagen, was zunächst misslang. Ein erneuter Versuch verletzte den Kanadier am Kopf sowie weitere Beteiligte an Händen und Armen. Das Opfer erlitt durch den Schlag auf den Kopf äußere und innere Verletzungen, die stationär behandelt werden mussten. Es bestand zeitweise Lebensgefahr. Das zweite schwerwiegende Gewaltdelikt ereignete sich kurz nach 17.00 Uhr im Hofbräuzelt. Dort geriet ein 18-jähriger französischer Student mit einem Begleiter eines 32-jährigen Australiers in einen Streit. Als der australische Staatsangehörige schlichtend dazwischen ging und den französischen Studenten beiseite schob, schlug dieser mit einem Maßkrug zu. Der Australier erlitt durch den Schlag auf den Kopf eine Gehirnblutung. In beiden Fällen beantragte die Staatsanwaltschaft München I Haftbefehle wegen versuchten Totschlags, die gegen beide ergingen. Die Mordkommission des Polizeipräsidiums München führt die weiterführenden Ermittlungen. Die gefährlichen Körperverletzungen insgesamt zeigen einen leichten Aufwärtstrend von 63 (2009) auf 72 (2010) Straftaten. Diese entsprechen in etwa dem Niveau der Jahre 2008 und 2007. Bis zur Wiesnhalbzeit wurden drei Raubdelikte auf dem Festgelände (2009: 0) und drei weitere im Umfeld des Oktoberfestes bekannt (2009: 4). Die erste Raubtat ereignete sich am ersten Wiesntag auf der Anliefererstraße West. Hier wurde ein 36-jähriger italienischer Festwiesnbesucher, der sich an einem Automaten eine Packung Zigaretten gezogen hatte, von zwei Personen angesprochen. Einer der beiden Unbekannten packte den italienischen Touristen an der Hand, während die zweite Person dem Opfer die Geldbörse aus der Hose zog. Die beiden männlichen Täter konnten unerkannt flüchten. Bei der zweiten Raubtat, die sich am 3. Festtag ereignet haben soll, sind noch eingehende Ermittlungen erforderlich, da die Angaben der stark alkoholisierten Geschädigten als sehr fragwürdig anzusehen sind. Auch im 3. Fall, bei dem am 1. Wiesnsonntag in der Wirtsbudenstraße versucht wurde, einer Frau die Handtasche zu rauben, sind noch weitere Ermittlungen hinsichtlich des Ablaufes erforderlich. Am 5. Wiesntag forderten drei unbekannte Männer von einem angetrunkenen Studenten aus Friedrichshafen, der sich am Westpark befand, die Herausgabe von Bargeld. Als der 20-jährige Student der Forderung nicht nachkam, wurde er durch einen Fauststoß zu Boden geschlagen und seines Geldbeutels beraubt. Eine weitere Tat mit Wiesnbezug ereignete sich im U-Bahnhof Implerstraße, wo ein 27-jähriger Speditionskaufmann nach dem Wiesnbesuch auf die U-Bahn wartete und von einem Unbekannten plötzlich gewürgt und zur Herausgabe seine Geldes aufgefordert wurde. Der alkoholisierte Münchner kam der Forderung nach, der Täter konnte unerkannt flüchten. Am Mittwoch, den 22.09.2010 wurde ein in München lebender 23-jähriger Brite gegen Mitternacht mit einer Stichverletzung an der Maximilansbrücke aufgefunden. Der deutlich alkoholisierte Mann befand sich alleine auf dem Heimweg vom Oktoberfest und fuhr mit einem Taxi bis zur Luitpoldbrücke. Seinen Angaben nach, wurde er dort von hinten überraschend von einem Unbekannten angegriffen und erlitt hierbei eine Stichverletzung im Schulterblattbereich. Zum Täter sowie zum eigentlichen Tatort liegen bislang keine Erkenntnisse vor. Der Verletzte war ständig ansprechbar und wurde zur stationären Behandlung in ein Münchner Krankenhaus verbracht. Es bestand keine Lebensgefahr. Im Bereich der gesamten Sexualdelikte ist bis einschließlich des zweiten Wiesnwochenendes ein Rückgang von knapp 48% zu verzeichnen. Während im Darunter wurden zwei Vergewaltigungen angezeigt, die sich am 6. und am 7. Festtag auf dem Gelände der Wiesn ereignet hatten. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres wurden drei Taten bekannt. Ein Pärchen hielt sich zum Austausch von Zärtlichkeiten zwischen einem Lkw auf. Nach Angaben der Beiden kamen zwei Männer auf sie zu, wobei einer der beiden Unbekannten den Freund der Geschädigten wegstieß und festhielt. Der zweite Täter stieß sein Opfer zu Boden und vergewaltigte es. Aufgrund der Gegenwehr ließ der Unbekannte schließlich von der Geschädigten ab und entfernte sich mit seinem Begleiter. Der Tatbestand der zweiten Vergewaltigung muss durch das Fachkommissariat erst noch nach Anhörung der Geschädigten geprüft werden. Bei den anderen neun Sexualstraftaten handelte es sich um sexuelle Nötigungen (1), Exhibitionismus (2) oder Beleidigungen (6) wie erzwungene Küsse oder Busengrapschen. Nicht enthalten ist bei diesen Anzeigen die Unsitte des Fotografierens unter den Rock, die als Beleidigung gewertet wird. Auf dem Oktoberfest wurden bisher insgesamt 181 (188) Taschendiebstähle angezeigt. Im Vergleich zu den registrierten Delikten in der ersten Woche des Oktoberfestes 2009 beträgt der Rückgang knapp 4 %. Taschendiebfahndern des Polizeipräsidiums München, die auch dieses Jahr von Zivilbeamten aus Österreich, Belgien, Schweiz, Berlin und Hamburg sowie der Bundespolizei unterstützt werden, gelang die Festnahme von 42 (2009: 51) Taschendieben. Bei den Tätern handelt es sich überwiegend um 31 (2009: 21) nichtdeutsche Taschendiebe mit ost- bzw. südosteuropäischer Herkunft. Die Täter hatten es hauptsächlich auf Bargeld, Mobiltelefone und Fotoapparate abgesehen. Insgesamt wurden 18 Täter dem Ermittlungsrichter vorgeführt, der in acht Fällen Haftbefehl erließ. Bei den sonstigen Straftaten ist anzumerken, dass ca. 34 % weniger Betäubungsmitteldelikte festgestellt (2010: 92 zu 2009: 140) wurden. Erwähnenswert erscheint auch die Festnahme von drei bulgarischen EC-Automaten-Betrüger. Das Trio hatte einen sogenannten Outdoor-Bankomaten mit einem Aufsatzleser und einer eigenen Tastatur zur Kreditkartennachbildungen manipuliert. Am Samstagmorgen des mittleren Wiesnwochenendes wurde ein 57-jähriger Deutscher in der Schalterhalle im Hauptbahnhof kontrolliert, wobei sich herausstellte, dass der Mann als vermisst gemeldet ist. Im weiteren Verlauf wurde bei dem 57- Jährigen eine griffbereite, scharfe Pistole samt Munition aufgefunden. Der als vermisst gemeldete Mann gab an, zuvor auf dem Oktoberfest gewesen zu sein, zudem hätte er zu Hause noch zwei Langwaffen. Das Motiv für das Führen der Waffe ist bislang nicht bekannt. Die Person wurde in die Haftanstalt im Polizeipräsidium München eingeliefert. Zu einem weiteren Zwischenfall mit einer Waffe kam es am gleichen Tag auf der Wiesn. Zivilbeamte der Festwiesnwache wurden auf einen 17-Jährigen aus Vaterstetten aufmerksam, als dieser aus seiner Jacke eine Schusswaffe zog und diese hinter seinem Rücken durchlud. Anschließend näherte sich der 17-Jährige einer Person, mit der er zuvor offensichtlich einen Streit hatte. Die Beamten brachten den Vaterstettener zu Boden und fesselten ihn. Zur Absicherung der Festnahme zogen mehrere Polizeibeamte ihre Dienstwaffe. Bei der Waffe des Festgenommenen handelte es sich um eine Gaspistole, die einer scharfen Waffe täuschend ähnlich ist. Der 17-Jährige wurde nach Anzeige und Vernehmung wieder entlassen. Im Vorfeld des Oktoberfestes hat das Kreisverwaltungsreferat auf Antrag der Polizei insgesamt 55 (2009: 49) Betretungsverbote gegen Personen ausgesprochen, die im vergangenen Jahr auf dem Oktoberfest durch Gewaltdelikte und Taschendiebstähle auffielen. Während der ersten Festwoche wurden gegen weitere 13 Personen Verbotbescheide (in 8 Fällen wegen Körperverletzung und 4 x Taschendiebstahl und 1 x Waffengesetz) ausgesprochen. Bei den Betroffenen handelt es sich um vier Jugendliche, fünf Heranwachsende und vier Erwachsene. Verstöße gegen bestehende Betretungsverbote sind bislang nicht bekannt. Das Festwiesngelände wird seit dem Jahr 2009 mit insgesamt 17 Videokameras überwacht. Die im Einsatz befindliche Kameratechnik hat sich seit Jahren als wichtiges Hilfsmittel zur Fahndung nach Straftätern bewährt. Zudem leistet sie wertvolle Unterstützung in der Einsatzsteuerung vor Ort. Auch vor dem Hintergrund der allgemeinen Gefährdungslage „internationaler Terrorismus“ ist die Videoüberwachung aus dem Sicherheitskonzept des Münchner Oktoberfestes nicht mehr wegzudenken. Darüber hinaus wirkt die Videobeobachtung für potentielle Straftäter abschreckend und dient somit der Prävention. Natürlich konnten auch heuer wieder Feststellungen zu kleineren Streitereien und den üblichen Pöbeleien sowie verdächtigen Gegenständen getroffen werden. Diese wurden dann im Zusammenwirken mit den Einsatzgruppen vor Ort in aller Regel rasch bereinigt. Auch bei Aufklärung verschiedenen Straftaten wie bei Drogendelikten und bei Taschendiebstählen leisten die Überwachungskameras wertvolle Hilfe. So konnte zum Beispiel ein rumänischer Taschendieb aus dem Verkehr gezogen werden. Einem 63-jährigen Rentner wurde am zweiten Wiesntag im Gedränge der Geldbeutel aus der Hosentasche gezogen. Allerdings konnte der Geschädigte aufgrund der dichten Menschenmassen keinen Täter feststellen. Bei einer späteren Videoauswertung durch die Kriminalpolizei konnte der Täter bei seiner Tatausführung gesehen werden. Am Samstag, 25.09.2010, erkannten Beamte der Hauptbahnhofwache den Taschendieb im U-Bahnbereich, als dieser gerade auf dem Weg zum Oktoberfest war. Der einschlägig vorbestrafte arbeits- und wohnsitzlose Rumäne war nachweislich am 5. und 7. Festtag an Taschendiebstahlshandlungen beteiligt. Er wurde dem Haftrichter vorgeführt. Im Rahmen der Jugendschutzkontrollen wurden bislang 30 (19) stark alkoholisierte Minderjährige aufgegriffen. In der überwiegenden Zahl der Fälle mussten die Beamten einen Atemalkoholkonzentrationswert (AAK) von über einem Promille feststellen. So griffen Kräfte der Wiesnwache einen betrunkenen 16-Jährigen auf dem Hügel der Anlieferstraße auf. Ein Alkotest ergab einen AAK-Wert von 1,62 Promille. Daraufhin wurde er dem Jugendamt auf dem Oktoberfest überstellt und im Anschluss von der verständigten Mutter abgeholt. In den Nachmittagsstunden des vergangenen Montags, 20.09.2010, stellten die Beamten an selbiger Örtlichkeit einen 14-jährigen und einen 15-jährigen Münchner fest, die sichtlich stark angetrunken waren. Der durchgeführte Alkoholtest ergab beim Jüngeren einen AAK-Wert vom 1,86 Promille und bei seinem Freund einen AAK- Wert von 1,42 Promille. Beide Buben wurden ebenfalls dem Jugendamt auf dem Oktoberfest überstellt und anschließend den benachrichtigten Eltern übergeben. Auch dieses Jahr unterstützen Polizeibeamte aus Südtirol und erstmals aus Frankreich die Beamten der Wiesnwache bei ihren Streifengängen. Die ausländischen Polizisten, die in ihren Uniformen patrouillieren, werden von den Wiesnbesuchern sehr positiv wahrgenommen. Insbesondere deren Landsleute zeigen sich höchst erfreut, auf Oktoberfest auch Ordnungshüter aus der Heimat anzutreffen. Aufgrund der Terrordrohungen im Internet im vergangenen Jahr wurde das Sicherheitskonzept für die Wiesn überarbeitet und Kontrollstellen eingerichtet. Von den Sperrringen im Umfeld der Theresienwiese gibt es bislang keine bemerkenswerten Vorfälle zu berichten. Die Kontrollen im Umfeld und auch an den Zugängen verlaufen reibungslos, die Beamten erhalten von den Besuchern viel Lob und Verständnis für ihr freundliches Auftreten und ihre umsichtige Arbeit. Die Verkehrsbilanz der ersten sechs Tage (18.09. bis 23.09.2010) bewegt sich in etwa auf dem Vorjahresniveau. Bei den Verkehrsunfällen mussten wir ein leichtes Plus von 8,1% (2010: 845 zu 2009: 782) mit allerdings deutlich mehr verletzten Beteiligten (2010: 160 zu 2009: 126) verzeichnen. Die Fahrten unter Alkoholeinfluss gingen dagegen um 3,4 % leicht zurück (2010: 169 zu 2009: 175), während die Fahrten unter Drogeneinfluss nahezu gleich blieben (2010: 32 zu 2009: 31). Bislang wurden 103 Führerscheine sicherstellt (2009: 115) und 7.378 Verkehrsteilnehmer kontrolliert. Im Bereich um die Theresienwiese wurden darüber hinaus 165 Fahrzeuge (2009: 199) abgeschleppt. - Zur Startseite Wiesn 2010 - Halbzeit-Pressekonferenz (mehr) Im Oktoberfestspecial finden Sie umfangreiche und nützliche Informationen zu den Wiesnzelten, den Fahrgeschäften und den Hintergründen. Natürlich auch die Bierpreise, die Reservierungsnummern Das eine oder andere wird noch allen für Sie weiterhin die umfassendste Fundstelle zum Oktoberfest bleiben. |
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