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Wiesn-Vergnügungsgeschäfte: Pemperlprater - Ältestes Karussell der Welt dreht sich für den Sozialverband VdK Bayern |
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![]() ![]() Wiesnchefin Dr. Gabriele Weishäupl kennt den Pemperprater noch aus Kindheitstagen ![]() ![]() Pemperlprater auf dem Oktoberfest 2011 ![]() ![]() Frau Weishäupl und Albrecht Engel (Landesgeschäftsführer des VdK Bayern) stehen neben Original-Exponaten vom Pemperlprater aus dem Münchner Stadtmuseum. ![]() Über eine Rampe gelangen Rollstuhlfahrer zum Pemperlprater-Rolliplatz. Die kleine Lea und ihre Mutter haben die Konstruktion getestet und sind begeistert. Foto: Schubarth |
Der Sozialverband VdK Bayern wird das diesjährige Oktoberfest in München noch einmal mit einem ganz besonderen Fahrgeschäft bereichern: dem „Pemperlprater“, dem ältesten älteste Karussell mit Ringelstechen der Welt.
Das Biedermeier-Schmuckstück aus dem Jahr 1830 befindet sich im Besitz des VdK Bayern, der es 2006 aufwändig und liebevoll restaurieren ließ. Das Karussell mit dem blauen VdK-Logo auf dem Dach steht heuer an der Feststraße 2 neben dem Augustiner-Festzelt.
Den Urprater schuf der Passauer Schuhmacher Engelbert Zirnkilton in den Jahren 1826 bis 1829. Eigenhändig schnitzte er aus Holz 16 Rösser, außer dass alle Hengste waren, glich keines dem anderen, und stellte sie auf ein Bodenkarussell. 1830 kam das Pferdekarussell auf der Passauer Maidult erstmals zum Einsatz und wurde schnell zum beliebten Volksfestvergnügen bis heute. Der Clou ist die Ringelstechvorrichtung: Die außen sitzenden Reiter sind beim Ringelritt mit einem Lederriemen fest angegurtet und versuchen, mit einem Stecher in der Hand den goldenen Ring aus einem Fischkopf aufzuspießen; der Sieger bekommt eine Freifahrt spendiert. Zunächst durch Muskelkraft betrieben, drehte sich das Fahrgeschäft ab 1926 elektrisch. Um 1910 konnten 80 Personen auf 30 Pferdln, zwei Hirschen und in vier Kutschen auf dem Pemperlprater, wie ihn die Passauer liebevoll nannten, ihre Runden drehen. Bis in die 1990er Jahre gehörte der Pemperlprater, als Attraktion auf der Innpromenade zum Passauer Stadtbild; bis 1969 in Besitz der Familie Zirnkilton. Nach mehrmaligen Eigentümerwechseln nahm sich der Passauer Peter Zimmermann 2005 des Biedermeier-Schmuckstücks an und ließ es nicht nur auf den Passauer Dulten, sondern sogar in Florenz und in einem Freizeitpark in Templin gastieren. Als das alte Fahrgeschäft von seinem Stammplatz auf der Passauer Innpromenade weichen musste, hat sich der VdK Bayern entschlossen, es vor dem Vergessen und dem möglichen Verfall zu bewahren. Im VdK-Sozialverband fand Zimmermann 2007 einen veritablen Partner, um den Bestand des Pemperlprater zu sichern. Die Behinderteneinrichtung „Dimetria“ gemeinnützige GmbH, einer Behinderteneinrichtung des VdK Bayern in Straubing, restaurierte in liebevoller Handarbeit das altehrwürdige Rundfahrgeschäft, das trotz elektrischer Beleuchtung und neuer Dachkonstruktion immer noch die Anmutung eines historischen Schaustellerbetriebes behält. Sogar die Mähnen der Holzpferde sind auch heute noch original aus Pferdehaar! „Der Pemperlprater ist kein Museumsstück,“, so VdK-Landesgeschäftsführer Albrecht Engel, „im Gegenteil: Dieses Karussell steht symbolisch für den VdK: generationenübergreifend Werte bewahren und in die Zukunft befördern. Wer könnte das besser repräsentieren als die Kinder, die hier glücklich ihre Runden drehen?“. Übrigens nicht nur zur Freude der Kinder, auch viele Erwachsene lassen sich auf dem Pemperlprater gerne in die alte Zeit entführen. Seit der Renovierung durch die "Dimetria" war das alte Karussell 2007 schon auf mehreren Veranstaltungen zu Gast gewesen, zum Beispiel auf der traditionellen Regensburger Maidult oder dem Stadtgründungsfest in München im Juni 2007 und 2008. Auch Rollstuhlfahrer herzlich willkommen Zur Wiesn 2007 bereits konnte das Biedermeier-Schmuckstück aus dem Jahr 1830 mit einer echten Neuerung aufwarten, denn auch Rollstuhlfahrer können jetzt bequem mitfahren. Über eine Rampe gelangen sie auf das Karussell und nehmen zwischen den Pferden, Hirschen und Kutschen Platz, das Pemperlprater-Team packt selbstverständlich gerne mit an. Die Konstruktion ist für Erwachsene wie Kinder mit Rollstühlen aller Bauarten - also auch Elektrorollstühlen - gleichermaßen geeignet. Der Rollstuhl wird vor der Fahrt an einem Schienensystem fest und sicher verankert, der Fahrer bleibt bequem sitzen, niemand muss umständlich aus- und umsteigen. "Der Sozialverband VdK Bayern vertritt auch die Interessen von Menschen mit Behinderungen, deshalb ist es für uns selbstverständlich, dass wir unseren Teil zur Barrierefreiheit und Gleichbehandlung beitragen", so VdK-Landesgeschäftsführer Albrecht Engel zum erfolgten Umbau und fügt hinzu: "Der Pemperlprater ist ja kein Museumsstück, sondern lebt mit seiner Zeit. In früheren Jahren hat er schon Motor, Beleuchtung und auch ein neues Dach bekommen. Heute ist noch der behindertengerechte Umbau dazugekommen, damit jeder Mensch an der Freude teilhaben kann." Zum Pemperlprater gehört auch ein historisches Kasperltheater.. „Der Pemperlprater passt hervorragend zum Charakter der Wiesn“, so Albrecht Engel, „schließlich soll es nicht nur um ‚Schneller-Höher-Weiter’ gehen, sondern auch um das Bewahren von Traditionen.“
Der Standort auf der Wiesn 2011: |
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