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Verleihung des Bayerischen Fernsehpreis 2017 am 19.05.2017 im Prinzregententheater
Ilse Aigner, Senta Berger (Ehrenpreisträgerin), Carsten Schmidt (Vorsitzender Geschäftsführer Sky Deutschland) Der Blaue Panther – 28. Bayerischer Fernsehpreis im Prinzregententheater in München am 03.06.2016 Agency People Image(c.) Michael Tinnefeld
Rückblick auf 2016: Ilse Aigner, Senta Berger (Ehrenpreisträgerin), Carsten Schmidt (Vorsitzender Geschäftsführer Sky Deutschland) – 28. Bayerischer Fernsehpreis im Prinzregententheater in München am 03.06.2016
Nina Kunzendorf  Der Blaue Panther – 28. Bayerischer Fernsehpreis im Prinzregententheater in München am 03.06.2016 Agency People Image(c.) Michael Tinnefeld
Nina Kunzendorf
Richard Huber, Annette Frier , Damian Hardung, Luise Befort, Nick Julius Schuck Der Blaue Panther – 28. Bayerischer Fernsehpreis im Prinzregententheater in München am 03.06.2016 Agency People Image(c.) Michael Tinnefeld
Richard Huber, Annette Frier , Damian Hardung, Luise Befort, Nick Julius Schuck
Jessica Kastrop Der Blaue Panther – 28. Bayerischer Fernsehpreis im Prinzregententheater in München am 03.06.2016 Agency People Image(c.) Michael Tinnefeld
Jessica Kastrop
Aline von Drateln und Sebastian Hellmann  Der Blaue Panther – 28. Bayerischer Fernsehpreis im Prinzregententheater in München am 03.06.2016 Agency People Image(c.) Michael Tinnefeld
Aline von Drateln und Sebastian Hellmann
Antonia Rados  Der Blaue Panther – 28. Bayerischer Fernsehpreis im Prinzregententheater in München am 03.06.2016 Agency People Image(c.) Michael Tinnefeld
Antonia Rados

Agency People Image(c.) Michael Tinnefeld für Sky

Bei dieser Raubkatze werden die Promis ganz zahm... Im Münchner Prinzregententheater wird am 19.05.2017 zum 29. Mal der „Bayerische Fernsehpreis“ vergeben.

Die Objekte der Begierde: Die blauen Panther aus feinstem Nymphenburger Porzellan, die im Rahmen der in diesem Jahr wieder von 3SAT/ZDF präsentierten Gala im Münchner Prinzregententheater verliehen werden.

Alle Jahre ist die Veranstaltung ein Pflichttermin für die TV- und Filmlieblinge. Und deshalb gibt es sich auch dieses Mal viel Glamour an der Isar. Zahlreiche VIPs werden auf dem roten Teppich erwartet wie in jedem Jahr, ein musikalisches Highlight am Abend wird auf der Bühne die Grupe Moop Mama sein.

In der Hauptrolle der diesjährigen Verleihung ist aber der Kabarettist, Satiriker, Bühnenkünstler und Autor Gerhard Polt vorgesehen. Er wird für sein Lebenswerk mit dem diesjährigen Ehrenpreis des bayerischen Ministerpräsidenten ausgezeichnet. Ministerpräsident Horst Seehofer würdigt im Vorfeld daher Polt „als herausragenden Künstler, genauen Beobachter und profunden Kenner der bayerischen Mentalität“.

Ministerpräsident Seehofer: „Gerhard Polt ist in Bayern eine Institution - auf der Bühne ebenso wie im Fernsehen. Seine Kunst liegt in der Zuspitzung des Alltäglichen. Er steigert die Absurdität seiner Figuren derart, dass uns dadurch ein tiefer Einblick in die menschlichen Beweggründe möglich wird. Polt kennt sich aus in der Welt und ist trotzdem immer eng in Bayern verwurzelt geblieben. Seine herausragenden Leistungen als Autor, Kabarettist und Schauspieler würdigt die Jury zu Recht mit dem Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten.

Überreicht wird ihm der Preis von Medienministerin Ilse Aigner, die Horst Seehofer an diesem Abend vertreten wird.

Der seit 1989 verliehene Bayerische Fernsehpreis ist eine der renommiertesten und begehrtesten Auszeichnungen im deutschen Fernsehen. Vergeben werden die Blauen Panther in fünf Kategorien, nämlich für Informationssendungen, Fernsehfilme, Serien und Reihen, Unterhaltungsprogramme sowie für Kultur- und Bildungsangebote.

Ministerpräsident Seehofer „Der Bayerische Fernsehpreis ist Anerkennung für herausragende Leistungen von Fernsehschaffenden vor und hinter der Kamera. Er ist Ansporn für Niveau und Qualität im deutschen Fernsehen. Der ‚Blaue Panther‘ ist fester Bestandteil der Kunst- und Kulturförderung im Freistaat Bayern."

Die feierliche Preisverleihung wird in diesem Jahr von ZDF / 3sat produziert und live bei 3sat ausgestrahlt. Eine Zusammenfassung läuft ab 00.30 Uhr im ZDF.

Die Entscheidungen über den Bayerischen Fernsehpreis trifft eine fachkompetente und unabhängige Jury. Im Jahr 2017 gehören ihr an:

Andreas Bartl, Dr. Ulrich Berls, Daniel Curio, Prof. Dr. Georg Feil, Ralph Fürther, Dr. Friedemann Greiner, Christof Lang, Anne Reidt, Prof. Bettina Reitz, Prof. Dr. Klaus Schaefer (Vorsitz), Barbara Thielen, Elke Walthelm, Yvonne Weber.

BAYERISCHER FERNSEHPREIS 2017

Der Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten geht an Gerhard Polt

Begründung der Jury:

„Die Weisheiten vom Erwin und der Anni sind legendär. Gerhard Polt ist der Experte für das Leben in und die Wesensart der Bayern - und natürlich der bayerischen Landespolitik. Er zählt unbestreitbar zu den ganz Großen der deutschen Kulturszene. Mitte der 1970er-Jahre wurden seine scharfe Beobachtungsgabe, seine Liebe zum Absurden und sein Talent als Ge-schichtenzähler entdeckt.

Der Kabarettist, Satiriker, Bühnenkünstler und Autor tritt im Theater und in Fernsehsendungen auf, er schreibt Bücher und Drehbücher für Kino- und Fernsehfilme und ist sein eigener (Ko-)Regisseur und Hauptdarsteller. Dem Fernsehpublikum bekannt wurde er durch die Sketchreihe „Fast wia im richtigen Leben“. Es folgten Rollen in „Monaco Franze“, „Scheibenwischer“, „Unsere Nachbarn, die Baltas“ und die Kinofilme „Kehraus“, „Man spricht deutsch“ und „Herr Ober“, die längst Klassiker geworden sind.

Zu den zahlreichen Preisen, die Gerhard Polt im Laufe seiner Karriere erhalten hat, zählen der „Adolf-Grimme-Preis“, der „Deutsche Filmpreis“, der „Jean-Paul-Preis“, der „Bayerische Ka-barettpreis“ und der „Kulturpreis Bayern“.“
Seehofer: „Mit großem Engagement, Mut und persönlichem Einsatz hat Jörg Armbruster lange Jahre die Geschehnisse in der Welt, insbesondere im Nahen Osten, erklärt und kommentiert. Mit seinem Schaffen, das für Qualität und Seriosität deutscher Auslandskorrespondenten steht, mit seinen Berichten und Reportagen, hat Jörg Armbruster die Welt in die bundesdeutschen Wohnzimmer geholt. Seine herausragenden Leistungen im deutschen Fernsehschaffen würdigt die Jury mit der Verleihung des Ehrenpreises des Bayerischen Ministerpräsidenten.“

Die diesjährige Gewinnerin des Nachwuchsförderpreises des Bayerischen Fernsehpreises, der in diesem Jahr bereits zum zwölften Mal vergeben wird, ist Katrin Nemec als Regisseurin und Autorin der Dokumentation ‚Vom Lieben und Sterben‘ (BR). Der Nachwuchsförderpreis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Medienministerin Aigner: „Ich gratuliere Katrin Nemec zu dieser besonderen Auszeichnung und danke der LfA Förderbank Bayern für die Stiftung des Nachwuchsförderpreises. Gerade für junge Talente setzen wir damit einen Anreiz für hochwertige Beiträge im deutschen Fernsehen. Katrin Nemec ist mit der Dokumentation ‚Vom Lieben und Sterben‘ ein ganz besonderer Film gelungen. Sie erhält zu Recht den Nachwuchsförderpreis 2017.“

Begründung der Jury:

Er ist ein erfolgreicher Musiker und glücklich mit einer jungen Frau verheiratet - bis zu einem Verkehrsunfall, den er vom Kopf abwärts querschnittsgelähmt überlebt. Jahrelang kämpft das Paar, aber dann will er nur noch sterben. Die Sterbehilfe in der Schweiz hat er (gegen den Willen seiner Frau) vorbereitet. Doch dann rafft ihn eine Bronchitis, die er nicht behandelt haben will, hinweg.

Man kann es kaum glauben, dass dies ‚nur‘ der Abschlussfilm einer Filmstudentin sein soll. Reif und stilsicher, wie eine ganz erfahrene Autorin, erzählt Katrin Nemec diese tragische Geschichte vom Sterben, aber auch vom Lieben. Ein einfühlsamer, immer wieder poetischer Dokumentarfilm, der große Nähe schafft, aber nie voyeuristisch wird.

Nachstehende Schauspielerinnen und Schauspieler wurden von der Jury für den Bayerischen Fernsehpreis 2017 in den Kategorien „Fernsehfilme / Serien und Reihen“ nominiert.

Der BAYERISCHE FERNSEHPREIS 2017 – Nominierungen

Nominiert als beste Schauspielerin in den Kategorien „Fernsehfilme / Serien und Reihen“:

Sonja Gerhardt für ihre Rollen in „Jack the Ripper" (SAT.1) und Ku’damm 56 (ZDF)

Begründung der Jury:

Ob Sonja Gerhardt in „Jack the Ripper“ eine Frau spielt, die 1888 in London ihren fälschlich beschuldigten Bruder vor dem Strick zu bewahren versucht und dabei schnell selber in das Visier des Mörders gerät oder in „Kudamm 56“ in den wilden 50ern Berlins die ungeliebte Tochter verkörpert, die gegen die Konventionen der Zeit und um die Akzeptanz ihrer Mutter kämpft und ihre Kraft aus ihrer Leidenschaft für den Rock’n Roll zieht: Immer gelingt es ihr, mit einer unterhaltsamen Authentizität und einer spürbaren, ehrlichen Begeisterung für die jeweiligen Rollen den Zuschauer in ihren Bann zu ziehen. Auf ihre temperamentvolle Art und Weise beherrscht Sonja Gerhardt sowohl das Melodram als auch humorvolle Momente mit der ihr eigenen Wahrhaftigkeit und Präsenz.

Es macht einfach Spaß ihr zuzuschauen, mit ihr in die erzählten Welten zu versinken und in die verschiedenen Charaktere einzutauchen. Wir freuen uns darauf, Sonja Gerhardt in ihrer Lebendigkeit und Energie auch in Zukunft verfolgen zu dürfen!

Karoline Schuch für ihre Rolle in „Katharina Luther“ (ARD)

Begründung der Jury:

Gegensätze scheinbar mühelos in ihr Spiel zu integrieren scheint das große Talent von Karoline Schuch zu sein. In „Katharina Luther“ spielt sie als Hauptprotagonistin diese Ambivalenz so überzeugend, dass man ihr noch viel länger hätte zuschauen wollen. Sie ist trotzig und zart, unverschämt und unschuldig, unerfahren, aber mit einem Willen, der Klostertüren und gesellschaftliche Konventionen hinter sich lässt. Karoline Schuch zeigt uns in „Katharina Luther“ gelebtes Selbstbewusstsein und das in Zeiten, in denen das Wort „Emanzipation“ noch gar nicht existierte und ein Mann wie Martin Luther jeden und alles um sich herum vereinnahmt hat. Aber wie Karoline Schuch den Glauben an sich selbst und an ihren Mann, das Ringen um das Richtige so schutzlos vor uns aufblättert, dass wir in diese schmerzlichen Prozesse mitgenommen werden und mit ihr fühlen dürfen, ist große Schauspielkunst. Die junge Katharina von Bora, spätere Katharina Luther, ist nicht nur nett sondern macht es uns auf Ihrem Weg nicht immer einfach. Dank Karoline Schuch wurde die historische Figur Katharina Luther in ein modernes, zeitgemäßes Verständnis für die Komplexität des Menschlichen übertragen. Dass „Katharina Luther“ uns bei aller Ambivalenz auch heute noch fasziniert, ist auch der große Verdienst des vielfältigen Spiels von Karoline Schuch.

Johanna Wokalek für ihre Rolle in „Landgericht – Geschichte einer Familie“ (ZDF)

Begründung der Jury:

Der Zweiteiler „Landgericht – Geschichte einer Familie“ erzählt die Tragödie einer deutsch-jüdischen Familie zur Zeit des zweiten Weltkrieges und in der Nachkriegszeit: Um ihre noch kleinen Kinder in Sicherheit zu bringen, schicken die Eheleute Claire und Richard diese nach England. Der Plan, die Familie dort wieder zusammenzubringen, soll sich niemals erfüllen. Als die beiden ihre Kinder nach dem Krieg wiederfinden, sind diese von ihren Eltern entfremdet. Die stille Verzweiflung, in der Claire begreift, dass die verlorene Zeit für immer verloren ist, gehört zu den größten Momenten dieser großen TV-Erzählung. Dort, wo Worte das Leid nicht erfassen können, ist Johanna Wokaleks ruhiges und präzises Schauspiel von einer atemberaubenden Intensität. Eine Darstellung, die lange nachwirkt.

Nominiert als bester Schauspieler in den Kategorien „Fernsehfilme / Serien und Reihen“:

Devid Striesow für seine Rollen in „Das weiße Kaninchen“ (ARD) und „Katharina Luther“ (ARD)

Begründung der Jury:

In „Das Weiße Kaninchen“ geht es um das aktuelle Thema Cybergrooming, um Träume und Versuchungen, um das Spiel mit falschen Identitäten und um den Missbrauch von Vertrauen. Devid Striesow verkörpert mit größter Glaubhaftigkeit eine Figur, die von auseinanderdriftenden Gefühlen und Motivationen getrieben wird, von der nie klar wird, wie sehr sie die Außenwelt belügt und wie weit sich selbst. Und er schafft es mit seinem intensiven Spiel, die entsprechend ambivalenten Gefühle perfekt auch im Zuschauer auszulösen. Auch durch seine vielschichtige Darstellung des Luther in dem Film „Katharina Luther“ gelingt es Striesow mit einer Lausbubenhaftigkeit, aber auch mit einer Schüchternheit ein so beeindruckendes, ungewöhnliches Bild des Reformators zu zeichnen, dass man mit ihm gebannt durch die Ereignisse der damaligen Zeit geht. In beiden Filmen beweist Devid Striesow seine Vielfalt und sein unglaubliches Gefühl für Rollen. Er schafft es so bravourös, ganz in den Figuren zu verschwinden und ihnen doch seinen eigenen Stempel aufzudrücken, dass man voller Hochachtung von einer grandiosen und außergewöhnlichen, authentischen schauspielerischen Leistung sprechen kann.

Ken Duken für seine Rolle in „Tempel“ (ZDF)

Begründung der Jury:

Eine Nachbarschaft, der Berliner Wedding, wird von den Menschen entkernt, die dort zu Hause sind. So wie Mark Tempel, der sein Leben in einem Kraftakt umgedreht hat. Einst schlug er sich als Boxer und Kleinkrimineller durch, dann zog er sich für seine Familie raus aus dem Milieu-Sumpf. Jetzt ist er selbständiger Altenpfleger, ein "Arschwischer", sagen seine alten Kiez-Freunde. Ken Duken spielt diesen Mark Tempel bravourös: Einen Mann, der auch ohne viel Worte - die liegen ihm nicht - Wärme ins Elend seiner Schutzbefohlenen zu bringen vermag, die er als Pfleger besucht.

Duken zeigt uns mit stummer Intensität Tempels Einfühlungskraft und dessen Wut. Warum sollte er „seinen“ Kiez räumen, damit in den Altbauten Platz für Luxuswohnungen wird? Tempel stemmt sich gegen die Ent-Mieter, die einer todkranken Frau das Fenster zumauern und ihm selbst das Wohnzimmer zertrümmern. Je mehr Tempel das gewohnte Leben wieder gerade zu rücken versucht, desto mehr zerbricht er es. Er rutscht in die Halbwelt zurück, aus der er sich so mühsam befreit hat. Der Robin Hood aus dem Wedding hat keine Chance.

Es ist der Verdienst des Schauspielers, dass wir hier einen Wutgetriebenen sehen, der gleichzeitig auch ein Menschenfreund ist. Er bekommt selbst dann nichts Unmenschliches, als er zuschlägt und irgendwann auch tötet. Ken Duken hat sich in den letzten Jahren den schwierigen Stoffen gestellt. Als Mark Tempel brilliert er.

Ronald Zehrfeld für seine Rolle in „Landgericht – Geschichte einer Familie“ (ZDF)

Begründung der Jury:

Eine deutsch-jüdische Familie wird in „Landgericht“ auf tragische Art und Weise auseinandergerissen: die Eheleute Claire und Richard schicken ihre Kinder nach England und verlieren im zweiten Weltkrieg für lange Zeit jeglichen Kontakt zu Ihnen. Nach der Heimkehr aus dem Exil versucht Richard einen Neuanfang in seinem Beruf, doch die Bitterkeit über das erlittene Unrecht und die Tragödie seiner Familie, die nicht mehr wirklich zusammenfindet, lasten schwer auf seinem Leben. Ob Momente des Leids, das Licht einer neuen Liebe, der Eifer und die stille Verzweiflung der Nachkriegsjahre - Ronald Zehrfelds Spiel ist jederzeit berührend und wahrhaftig. Ein Höhepunkt im Werk einer der besten Schauspieler unserer Zeit.

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