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Augustiner am Platzl - altmünchnerische Schank- und Speisewirtschaft
Eröffnung der Gaststätten-Erweiterung am 10.09.2008










2003 schon war ein Teil des Lokales in der Münzstraße eröffnet worden.

©Fotos. Martin Schmitz

Die Adresse kam doch schon bekannt vor: Augustiner am Platzl, hatten die nicht 2003 erst in den Räumen des früheren zweiten Haxenbauers in der Münzstraße eröffnet? Und jetzt kam die Einladung mit der Anschrift Orlandostraße 5?

Das machte natürlich neugierig, die werden doch nicht einfach ein Wirtshaus so verschoben haben, war der erste Gedanke.

Doch die Lösung war clever: nicht das Wirtshaus war verschoben worden: es war einfach ganz deutlich erweitert worden.

Das Eckhaus Orlandostraße, in dem zuvor, wie bei der Eröffnung des Augustiner am Platzl Münchens Oberbürgermeister Christian Ude süffisant bemerkte, es "Sushi unter Fastfood Bedingungen gegeben hat"

(Der Imbiss shoya war eigentlich gar nicht mal so schlecht, für manche zählte der Shoya-Imbiss zu den besten Japanern in München, ein Shoya - japanisches Izakaya Restaurant am Platzl hingegen gibt es übrigens weiterhin wenige Meter entfernt am Platzl in der nahegelegen Pfisterstraße 6)

Noch etwas früher war im ersten Stock ein Etablissement angesiedelt namens "Casanova Bar", die aber so brav war, dass sie selbst die Gauweilerschen Aufräumaktionen der 80er Jahre überstanden hatte.

Nun wurde also das Augustiner am Platzl im Sommer 2008 umgebaut, innerlich und vor allem auch von aussen her wurde vielgemacht, so dass man hat den Eindruck erzeugen konnte beim hereinkommen: die Wirtschaft war schon immer so. Genau dies war es, was man seitens der Brauerei erzeugen wollte, ein wirklich tolles Wirtshaus.

Gemacht wird das Augustiner am Platzl jetzt von den Wirtsleuten Thomas und Iris Zeilermeier (vormals "Münchner Haupt"), die die Gäste samt ihrer erst gerade einige Wochen alten Tochter begrüßten, welche die "Versammlung von furchterregenden Gestalten der Münchner Gastronomieszene mit eiserner Gelassenheit" ertrug, wie Festredner Ude lobte.

Uns könne man gratulieren, den Münchnerinnen und Münchnern, denn es sei ja ein geradezu unglaublicher Vorgang, "dass man jetzt in unmittelbarer Nähe des Hofbräuhauses ein gescheits Bier trinken kann", fügte er hinzu. Da jubelten die Augustiner Fans, die ja bekanntlich ein ganz leidenschaftliches Verhältnis zu ihrer Marke pflegen, mit welchem hier der Münchner OB kokettierte.

Übrigens in Anwesenheit des gleichfalls anwesenden Höfbräu Direktors Michael Möller, der die Spitze mit stoischer Gelassenheit an sich abprallen ließ, man war ja zu Gast bei Nachbarn.

Man könne es ja auch anders sehen,setzte Ude fort. Die beiden, Hofbräu und Augustiner, seien ja dank der wechselvollen Abläufe der Globalisierung "und wie man des so nennt, wenn alles verhökert wird" bald die einzigen Brauereien, die nicht nur in München wirklich herstellen, sondern auch dirigiert werden.

Deswegen sei diese Nachbarschaft der beiden durch und durch original Münchnerischen Brauereien hier im Herzen der Altstadt sehr zu begrüßen: "ich hoffe, dass der Hofbräu damit wieder beruht ist".

Unvermeidbar dann ein wenig Sachkundeunterricht im Jahr des 850. Stadtjubiläums. Ude hatte seine Mitarbeiter in den Archiven forschen lassen und doch einiges Wissenswertes herausgefunden: das Platzl tauchte als Adresse erstmals 1780 in einem Plan Münchens auf. Was an sich nicht so wichtig sei, denn irgendwann musste es ja mal das erste Mal gewesen sein.

Doch was wirklich schockierend sei: Der Magistrat der Stadt München hatte doch tatsächlich im Jahr 1891 den Beschluss gefasst, das "sogenannte Platzl" umzubenennen in "Plätzchen". Es wurden sogar entsprechende Straßenschilder angebracht.

Man muss sich das jetzt mal vorstellen, wäre dies nicht korrigiert worden durch "die Urgewalt Münchnerischen Traditionsbewußtseins", welches sich zum Glück genauso durchgesetzt hat wie beim Stachus, der einfach der Stachus geblieben ist, auch wenn der Magistrat es wollte, dass er Karlsplatz heißen soll.

Sonst wäre jetzt Alfons Schuhbeck das "Plätzchenhirschlein". Das wäre doch wirklich eine schreckliche Vorstellung. Aber die Münchner Bevölkerung hatte sich durchgesetzt gegen diesen lachhaften Diminutiv und Münchens Stadtchronist Ernst von Destouches wirkte seinerzeit darauf hin, das bereit 1894 beschlossen wurde, das "Plätzchen" wieder in "Platzl" umzubenennen.

Was aus Alfons Schuhbeck mit seinen diversen Lokalen rund um den Platzl dann wieder einen Platzlhirsch und kein Plätzchenhirschlein machen konnte.

Am Ort des heutigen Lokales waren früher immer die geruchsintensiven Betriebe angesiedelt, die Gerber, die Lederer und die Loderer. Erst im 16. Jahrhundert kamen dann auch "vornehme Kreise", zu denen auch überraschenderweise Künstler gezählt wurden, und herzogliche Beamte dazu.

So wurde aus dem Platzl ein vornehmer Platz der Altstadt, bis 1906 das "Grand Restaurant" umgewandelt wurde in eine Bauern- und Komödiantenbühne.

Erst aus dieser Zeit, also 20. Jahrhundert, wurde das Platzl ein Ort der Volkssängerszene, die dann immerhin 88 Jahre hier zu Hause war.

Und dann kam ein Kapitel, was immer mit vornehmen Umschreibungen angedeutet wird: das Platzl hat sich eine Zeitlang bemüht, so etwas ähnliches wie ein Rotlichtmilieu hervorzubringen.

"Aber ich kann alle Sittenstrengen nur beruhigen: das war immer nur vorgetäuscht, für Neppanfällige Touristen, die dann tatsächlich drauf reingefallen sind. Aber Münchner wissen ja schon: nicht immer hält das rote Licht, was es dem Wandersmann verspricht." Und deshalb brauchte hier im Hause auch nie das Etablissement geschlossen werden, nicht einmal in der Ära des Kreisverwaltungsreferenten Peter Gauweiler.

Aber Namen wie Papagei Bar - das klingt ja schon nach Dreigroschenoper, oder Lola Montez, das verruchteste, was sich der Münchner überhaupt vorstellen kann, haben einiges versprochen, was dann hinterher nicht gehalten worden ist. Das Platzl hatte so nicht den besten Ruf, nicht einmal bei Liebhabern der Rotlichtszene, geschweige denn in der gutbürgerlichen Münchner Gesellschaft.

Schlag auf Schlag habe sich dass dann aber in den letzten Jahren geändert, was laut Ude zu den ganz großen positiven Entwicklungen von Altstadtquartieren zählt.

Heute habe man am Platzl Immobilien, die man herzeigen könne.

Wie das vollständig sanierte Orlandohaus, das Platzl Hotel samt Pfistermühle, eine positive Entwicklung beim Alten Hof, eine Feinschmeckeroase wie den Boettner, mehrere Einrichtungen des nun in der Rede schon wiederholt gelobten Alfons Schuhbeck, der auch in Person viel zur Aufwertung des ganzen Platzes und seiner Umgebung getan hat.

Und jetzt hätte man eine Wirtschaft bekommen, "wo man nicht glauben möchte dass es da vor einem Jahr noch Sushis unter Fastfoodbedingungen gegeben hat.. Es schaut hier doch wirklich so aus, als ob hier auch der Prinzregent gelegentlich eingekehrt wäre. Das aber nicht auf ein rustikal volkstümelnde Weise im Landhausstil, sondern mit einer wirklich Münchner Gasthauskultur. Da geht einem als Augustiner und Wirtshauskulturliebhaber das Herz auf, und ich möchte mich bei der Brauerei für diesen Beitrag zur Aufwertung des ganzen Gagenauer Viertels wirklich ganz herzlich bedanken."

Traditioneller Ausschank vom Holzfaß ist bei diesem Augustiner Wirtshaus natürlich, mit gutem Essen und gutem Service will das Wirtepaar künftig dafür sorgen, dass sich die Gäste hier wohlfühlen.

Beide haben internationale Erfahrungen gesammelt, von Südafrika bis zuletzt als Wirte der "Münchner Haupt", so dass sie dank der Erfahrungen ein typisch bayerisches Wirtshaus erschaffen könne, da ist sich die Brauerei sicher.

Zur Eröffnung kamen neben den traditionellen Schäfflern und einem Augustiner Fuhrwerk u.a. Augustiner am Dom und Hippodrom Wirt Sepp Krätz, Tambosi Wirte Frank und Andra Waldegger, Asam Schlössl Wirtin Birgit Netzle, Wirt Wolfgang Sperger, Gastwirt Rudi Kull mit Frau (sein "Buffet Kull", die "Bar Centrale" , das Cortina Hotel sowie die "Riva Bar" sind in Laufreichweite), Ammer Wirt Josef Schmidbauer, MdL Hermann Memmel, MdL Ludwig Wörner, die Stadträte Josef Schmid (CSU) und Helmut Schmid (SPD), Ingeborg Staudenmeyer vom Bezirksausschuss, u.v.a.m.

(MS, 10.09.2008)

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Augustiner am Platzl
Orlandostraße 5
80331 München
Tel.: 089 / 21 11 35-6
Fax: 089 / 211135-77
Öffnungszeiten:
tgl.10.00-24.00 Uhr
www.augustiner-am-platzl.de

MVG/MVV:U- und S-Bahnen Marienplatz, von dort aus 2 Minuten zu Fuß direkt am berühmten Platzl


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