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„Der Krieg ist aus. Erinnern in München 1945 - 2005”
Ausstellung im Münchner Stadtmuseum bis 31.07.2005 (Archiv)


Feuerklatsche

Stück vom Siegestor

©alle Fotos: Martin Schmitz
Am 30. April 1945 erreichten die ersten amerikanischen Truppen den Marienplatz. Mit der Übergabe des Rathauses endete die nationalsozialistische Diktatur in München. Nur 84 Münchner Juden der einst über 9.000 Mitglieder großen Gemeinde erlebten die Befreiung. Alle anderen, die sich nicht ins Ausland retten konnten, waren ermordet worden.

Die inneren und äußeren Zerstörungen der Kriegsjahre wirkten sehr unterschiedlich nach - je nachdem wie das "Dritte Reich" erlebt, überlebt oder mitgestaltet worden war. Die sogenannte "Stunde Null" bedeutete dann nicht nur Wiederaufbau von Stadt und Gesellschaft, sondern für die ehedem Verfolgten meist die Fortführung eines Lebens ohne Heimat, ohne Familie und Freunde.

Diese Ambivalenz wird in der Ausstellung »Der Krieg ist aus. Erinnern in München 1945 – 2005« sichtbar. Das Gemeinschaftsprojekt von Kulturreferat der Landeshauptstadt München, Münchner Stadtmuseum und Süddeutscher Zeitung zeigt persönliche Erinnerungsstücke an die Tage der Befreiung im April 1945, aber auch Gegenstände, die noch heute an diesen Krieg und an die Befreiung vom NS-Terror erinnern.

In Vertretung von Oberbürgermeister Christian Ude eröffnete Stadtrat Michael Leonhart (SPD) am Samstag, 30. April 2005, die Ausstellung „Der Krieg ist aus. Erinnern in München 1945 - 2005” im Münchner Stadtmuseum.

Leonhart: „Es scheint auf den ersten Blick doch eine merkwürdige Ausstellung  zu sein. Die Objekte sind überwiegend nicht museal. Unter den Ausstellungsobjekten finden wir eine Mausefalle, einen Küchenquirl. Gegenstände des täglichen Gebrauchs, die im Normalfall keine Aufmerksamkeit verdienen.

In der Ausstellung entdecken wir sogar Objekte, die man gemeinhin als Abfall bezeichnen würde – ein winziges Stück uraltes Brot zum Beispiel”, so der Kulturstadtrat. Doch genau dies sei das Besondere dieser Ausstellung, die eine wunderbare Idee umsetze: Mit alltäglichen, aber persönlichen Dingen auf Schicksale zu verweisen, die exemplarisch weit über die individuelle Geschichte hinaus gehen.

Das ist eine sehr ansprechende Form des Erinnerns”, so Leonhart. Das Brotstückchen gehörte dem jüdischen Maler Adolf Frankl, der in Auschwitz war. Die letzte Ration Brot vor dem Todesmarsch nach Deutschland teilte er in viele kleine Portionen ein – in der Hoffnung, möglichst lange davon zehren und so überleben zu können.

Leonhart erinnerte daran, dass es im Vorfeld Befürchtungen gab, die Ausstellung verkomme zu einer unkritischen Devotionalienschau. Doch die Ausstellungsmacher hätten gefährliche Untiefen gekonnt umschifft. „Ich meine die Verwischung der Grenzen zwischen Opfern und Tätern – eine Tendenz, die heute leider zunimmt. Es gibt die Tendenz, dass immer mehr derjenigen, die den Tätern zuzurechnen sind, als Opfer des Krieges gesehen werden. Die Opfer sind die von Nazideutschland mit Krieg überzogenen Nationen, die Opfer sind in Deutschland die ermordeten und eingekerkerten Juden, die Sinti und Roma, die in den Konzentrationslagern festgesetzten Kommunisten, die Sozialdemokraten, die Gewerkschafter, die Homosexuellen, die Zwangsarbeiter.”

München stelle sich seiner historischen Verantwortung, betonte Leonhart.  Zur Geschichte des Nationalsozialismus gebe es eine ständige Ausstellung im Stadtmuseum. Zudem habe es hier bereits einige Ausstellungen gegeben, die sich mit dem NS-Terrorregime befassten. Die Stadt baue am Jakobsplatz in unmittelbarer Nähe zum Gemeindezentrum der Israelitischen Kultusgemeinde das Jüdische Museum. Gemeinsam mit Bund und Freistaat werde ein NS-Dokumentationszentrum errichtet.

Publikation

Die Süddeutsche Zeitung stellte seit Januar 2005 Fundstücke aus der Ausstellung vor und ließ ihre Besitzer die jeweilige Geschichte dahinter erzählen. Daraus entstand das von Franz Kotteder und Eberhard Wolf herausgegebene Buch »Der Krieg ist aus. Erinnern in München nach 1945«, das auf 128 Seiten alle Folgen dieser Serie enthält, ergänzt durch einen Essay und zahlreiche historische Fotodokumente.

Ab dem 1. Mai kann es an der Museumskasse für EUR 19,90 erworben werden.

Donnerstag, 5.05.05   20:00 Uhr
Das Buch wird in einer Lesung durch die Redakteure und Reporter der Süddeutschen Zeitung vorgestellt.

Das Filmmuseum zeigt vom 29.04. bis 19.06. die Filmreihe Deutschland 1945: Der Krieg ist aus.

Führungen im Mai
Donnerstag, 5.05.05 
  11:00 Uhr mit dem Ausstellungskurator Dr. Thomas Weidner
Samstag, 7.05.   16:00 Uhr mit Tatiana Hänert und Marta Reichenberger
im Anschluss
17:00 Uhr    Leben in Trümmern - eine Stadt ist zerstört - moderiertes Gespräch mit Zeitzeugen
Samstag, 21.05.   16:00 Uhr mit Tatiana Hänert und Marta Reichenberger
im Anschluss
17:00 Uhr    Bleibende Verletzungen und das Leben danach - moderiertes Gespräch mit Zeitzeugen

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01.05.-31.07.2005
„Der Krieg ist aus. Erinnern in München 1945 - 2005”
Münchner Stadtmuseum
St.-Jakobs-Platz 1
80331 München
Tel: 089-233 22370
Fax: 089-233 25033
www.stadtmuseum-online.de

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