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Architektur als Bild und Bühne: Zeichnungen der Bramante- und Michelangelo-Nachfolge
aus dem Atelierbestand des Alessandro Galli Bibiena
Ausstellung der Staatlichen Graphischen Sammlung
in der Pinakothek der Moderne, München (24.09.04-09.01.05)

Mit dem Grundstock des Sammlungskonvoluts aus dem Besitz der Architekten- und Szenographen-Dynastie Galli Bibiena wurde 1758 eines der bedeutendsten Zeichnungs- und Kupferstichkabinette durch Kurfürst Carl Theodor von der Pfalz begründet. Aus ihm ging die heutige weltberühmte Staatliche Graphische Sammlung München hervor.

Die Ausstellung präsentiert rund 40 der frühesten Zeichnungen des Konvoluts, die weit vor den Galli Bibiena entstanden sind. Seit der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts legten sich die Blätter wie die Jahresringe um einen Baumstamm um diesen von Künstler zu Künstler weitervererbten Kernbestand.

Die Ideenskizzen und Entwürfe sind, wie rund zehn selten gezeigte Kupferstiche illustrieren, aus Vorstellungen des führenden Architekten der italienischen Renaissance, Donato Bramante (1444-1514) sowie aus Schöpfungen Michelangelos (1475-1564) entwickelt. Sie zielen auf eine suggestive, bild- und bühnenhafte Anlage von Architektur.

Zu den Höhepunkten der Ausstellung zählt eine Gruppe von elf Blättern des Aristotile da Sangallo. Sie beschreibt in programmatischer Zuspitzung die Abkehr von den Idealen der Früh- und Hochrenaissance und legt ein Bekenntnis ab zu den künstlerischen Anschauungen Bramantes und Michelangelos.

Blätter des Raffaello da Montelupo erweisen den Bildhauer, der oft Seite an Seite mit Michelangelo arbeitete, als virtuosen und erfindungsreichen Zeichner. Das Rarissimum einer Ideenskizze Vincenzo Borghinis für den Katafalk Michelangelos steht am Beginn der neuzeitlichen Künstlerapotheose.

Andere Entwürfe, darunter ungewöhnliche Fassadenprospekte, Raumbilder und Aufrisse von Campanili steuerten Simone und Francesco Mosca, Pietro Francesco Battistelli und Giovanni Battista Magnani bei, aber auch so bedeutende Künstler wie Giulio Romano und Perino del Vaga, Giacomo della Porta, Geronimo Rainaldi und Simone Mosca Moschino.

Darüber hinaus präsentiert die Ausstellung rund 25 Werke des Ferdinando (1657-1743) und des Alessandro (1686-1748) Galli Bibiena. Ihre sinnlichen Bühnenarchitekturen variieren über tief greifende stilistische Wandlungen hinweg selbst im 18. Jahrhundert noch immer Ideen der frühesten Zeichnungen des Münchner Konvoluts. Von den Blättern nach 1500 bis zu den spätesten gegen 1750 bezeugen die Werke die Inspiration und Kreativität von Künstlern, die über Jahrhunderte durch den Atelierbestand miteinander verbunden waren.

Für die durchweg noch nie gezeigten Werke erscheint ein Bestandskatalog mit 159 Nummern. In drei noch erhaltenen und ebenfalls ausgestellten Folianten kann an einem Terminal virtuell geblättert werden. München ist die einzige Station der Ausstellung

Die Sammlungen in der Pinakothek der Moderne:
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Hier der Link auf die offizielle Website.

Kurator der Ausstellung: Kurt Zeitler


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