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"Die letzten Stunden von Herculaneum"
Ausstellung der Archäologische Staatssammlung München -
Museum für Vor- und Frühgeschichte - 14. Juni - 1. November 2006




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Heraculeum - archäologischer Park
Es ist viel Unheil in der Welt geschehen, aber wenig, das den Nachkommen so viel Freude gemacht hätte. Ich weiß nicht leicht etwas Interessanteres“ schrieb Johann Wolfgang von Goethe 1787 nach seinem Besuch in Herculaneum.

Dieses ambivalente Gefühl teilt sich auch dem Besucher der Ausstellung „Die letzten Stunden von Herculaneum“ mit. Sie versetzt den Besucher in die römische Kleinstadt am Golf von Neapel, die durch den Vesuvausbruch des 24./25. August 79 n. Chr. in einer einzigen Nacht verschüttet wurde.

Entlang von zehn Stationen macht der Besucher einen Rundgang durch die versunkene Stadt, von der heute noch zwei Drittel unter einer bis zu 30 Meter dicken Schicht aus verhärtetem Schlamm liegen. Skelette erzählen von der menschlichen Katastrophe, organische Fundstücke vom Alltag, sensationelle Kunstwerke von der hochentwickelten Kultur.

Bereits 1709, Jahrzehnte vor den Ausgrabungen in Pompeji, hatte man die nach dem Helden Hercules benannte Stadt Herculaneum entdeckt. Dort wurden in der berühmten Villa dei Papiri nicht nur einige der schönsten römischen Bronzestatuen gefunden, sondern auch eine komplette antike Bibliothek, bestehend aus zahlreichen Papyrusrollen, aufgedeckt.

Trotzdem stand Herculaneum bisher immer im Schatten von Pompeji.

Erst jetzt, durch neuentdeckte, prachtvolle Kunstwerke und sensationelle Erkenntnisse, rückt die im Jahr 79 n. Chr. untergegangene Vesuvstadt Herculaneum wieder ins Zentrum der Aufmerksamkeit.

"Die letzten Stunden von Herculaneum" ist die erste und sicher letzte große Präsentation dieser berühmten und wohlhabenden Stadt der Antike, die ausserhalb Italiens gezeigt wird. Die Konzeption der Ausstellung entstand in einer langjährigen Kooperation mit der obersten Denkmalbehörde von Pompeji und dem Archäologischen Nationalmuseum Neapel.

Die von Dieter Richter (Universität Bremen), Mitarbeitern des Westfälischen Römermuseums Haltern, der Berliner Antikensammlung sowie des Focke-Museums Bremen gemeinschaftlich konzipierte Ausstellung „Die letzten Stunden von Herculaneum“ zeigt die Bedeutung Herculaneums, das seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert zu Unrecht oft im Schatten der Ausgrabungen Pompejis stand.

Ursprünglich nur für drei Ausstellungsorte vorgesehen, nämlich für Haltern am See, Bremen und Berlin, besteht nun die Möglichkeit diese spektakuläre Ausstellung im Sommer/Herbst 2006 in München in der Archäologischen Staatssammlung zeigen zu können.

Diese einzigartige Ausstellung präsentiert erstklassige Kunstwerke wie Marmorstatuen und Bronzeskulpturen, kostbare Wandmalereien, Papiri, bunte Mosaiken, Wandfresken, Mobiliar aus Holz und erlesenen Goldschmuck. Die zahlreichen Funde stammen aus dem Antiquarium von Herculaneum und dem Archäologischen Nationalmuseum Neapel, das derzeit renoviert wird und daher seine Hauptstücke zur Verfügung stellte.

Erstmalig werden neue Skelettfunde aus den Bootshäusern und Forschungsergebnisse zum Thema Vulkanologie vorgestellt.

Ungefähr 5000 Einwohner zählte die mondäne Küstenstadt am Golf von Neapel. Vor allem begüterte Römer und ihre Sklaven lebten dort, aber auch Handwerker und Ladenbesitzer“, so Dieter Richter. „Man kann sich den 24. August 79 gut vorstellen - ein Sommertag am Golf von Neapel, Fischer ziehen ihre vollbeladenen Boote an den Strand. Eine frische Brise weht vom Meer, während sich die wohlhabenden Römer in den Gärten ihrer luxuriösen Sommervillen entspannen. Niemand ahnt, dass in ein paar Stunden der Vesuv ausbrechen und die ganze Stadt unter einer glühendheißen Lawine aus Asche, Schlamm und Bimsstein begraben wird.

Neue Erkenntnisse brachte vor allem die Entdeckung von über 300 Skeletten in den Bootshäusern am ehemaligen Strand Herculaneums, auf die italienische Kanalarbeiter 1982 durch Zufall stießen. Dort hatten sich zahlreiche Einwohner der Stadt, die offenbar über das Meer zu fliehen hofften, zusammengedrängt. Gegen 1 Uhr nachts fanden sie durch die erste ‚pyroklastische Wolke’ in Sekunden den Tod. Knochen und Haare lieferten italienischen und amerikanischen Anthropologen präzise Informationen über Geschlecht, Alter und Ernährung der Menschen, über ihre Krankheiten, ihren sozialen Stand und die Art ihres Todes. Unter ihnen befanden sich Säuglinge, Kleinkinder, junge Leute, Menschen mit unterschiedlichsten Gebrechen. Keiner der Menschen war älter als 60 Jahre. Der Befund gibt einen repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung einer römischen Stadt im 1. Jh. n. Chr.

Schmuckstücke und Ringe, die in der Ausstellung zu sehen sind, geben Auskunft über den sozialen Status ihrer Besitzer, in seltenen Fällen geben sie Namen preis. Etwa 500 Menschen aus Herculaneum sind durch Inschriften namentlich bekannt, einer davon ist Marcus Pilius Primigenius Granianus, ein freigelassener Sklave. In seinem bescheidenen Haus fanden Archäologen eine hölzerne Wiege mit dem Skelett eines Babys auf einer Matratze aus Pflanzenfasern. Die Wiege ist neben Gebrauchskeramik, Möbeln und Gemmen in der Ausstellung zu sehen.

Kunstwerke und Mauern erzählen Geschichte

Wie die Menschen in Herculaneum in den letzten Jahrzehnten vor der Katastrophe lebten, verdeutlichen Befunde aus Häusern und Läden unterschiedlicher sozialer Schichten. Das Haus des Granianus steht mit seinem bescheidenen Mobiliar und Inventar für die einfachere Wohnung.

Eines der reichsten Anwesen Herculaneums, in herausgehobener Lage am Meeresufer mit Blick auf den Golf von Neapel, ist das Haus der Hirsche, dessen Gärten mit üppigem Skulpturenschmuck ausgestattet waren. Neben feinen Wandmalereien sind in der Ausstellung auch die marmornen Skulpturengruppen mit der Darstellung von Hunden angefallener Hirsche zu bewundern, nach denen das Haus benannt ist, sowie die berühmte Statuette des trunkenen Hercules.

Den Namen des Besitzers dieses Anwesens kennen wir dank der Tatsache, dass der Koch in einen Brotlaib den eigenen Namen (Celer) und den seines Herren (Q. Granius Verus) stempelte. Auch dieses durch die ‚pyroklastische Wolke’ verkohlte und durch die anschließende Verschüttung konservierte Zeugnis des römischen Alltagslebens ist in der Ausstellung zu sehen.

Die Villa dei Papiri – die größte erhaltene Bibliothek der Antike

Eine Sonderstellung unter den Häusern von Herculaneum, ja unter den Residenzen reicher Römer in ganz Italien, nimmt die Villa dei Papiri ein. Benannt wurde sie nach den rund 1800 Papyrusrollen, die sie beherbergte - der größten erhaltenen Bibliothek der Antike. Von den heute in der Nationalbibliothek von Neapel aufbewahrten Schriftrollen werden einige erstmals außer Landes im Original gezeigt.

Die 1750 entdeckte Villa findet mit ihren Ausmaßen von 253 x 50 Metern – das entspricht der Länge von zwei Fußballfeldern – , ihrer hervorragend erhaltenen Ausstattung von über 80 Marmor- und Bronzeskulpturen sowie mit der Bibliothek keine Parallelen. Bis zum heutigen Tage liegt ein Großteil von ihr unter den bis zu 30 m hohen Verschüttungsmassen begraben; die Skulpturen und weiteren Ausstattungsgegenstände wurden im 18. Jahrhundert über Tunnel geborgen. Auch viele der einzigartigen Skulpturen, die einst das Atrium und die beiden Gartenperistylien schmückten, werden erstmals außerhalb Italiens präsentiert – darunter die beiden bronzenen Läufer und die marmorne erotische Gruppe von Pan und Ziege.

Theater und Basilica

Zwei der wichtigsten öffentlichen Gebäude Herculaneums – das Theater und die sogenannte Basilica (das Augusteum) – wurden bereits zu Beginn des 18. Jahrhunderts entdeckt. Ihnen ist je eine eigene Sektion der Ausstellung gewidmet; sie sind gewissermaßen die Nahtstelle zwischen der Darstellung des antiken Herculaneum und seiner neuzeitlichen Rezeption. Theater waren in der Antike nicht nur Ort der Unterhaltung für Einwohner gleich welcher sozialen Schicht, sondern auch der Repräsentation einflussreicher und verdienter Bürger der Stadt, die dort mit Marmorstatuen und Inschriften geehrt wurden. Möglicherweise dienten auch die Statuen der sogenannten ‚Großen’ und der ‚Kleinen’ Herculanerin, die sich seit 1736 in der Dresdener Skulpturensammlung befinden und die in ganz Europa durch zahlreiche Nachbildungen berühmt wurden, der Ehrung verdienter Bürgerinnen von Herculaneum. Die römischen Kaiser wurden im Augusteum mit Statuen geehrt. Einige Räume dieser großen Platz- und Hallenanlage waren mit monumentalen Wandmalereien geschmückt, die bekannte Episoden aus der griechischen Mythologie zeigten: Achill und Chiron oder die Auffindung des Telephos durch seinen Vater Hercules.

Die Wiederentdeckung Herculaneums

Herculaneums Entdeckung begann, als ein Bauer 1709 im Ort Resina, dem heutigen Ercolano, einen Brunnen grub und dabei auf Marmorblöcke aus römischer Zeit stieß. Davon hörte der lothringische Prinz d’Elboeuf, der sich am Golf von Neapel eine Villa errichten ließ. Mit mühsam in den vulkanischen Tuff gegrabenen Stollen ließ er - zunächst heimlich - nach weiteren Kunstwerken suchen. Das erste Gebäude des mehr als 1600 Jahre zuvor verschütteten Herculaneum war gefunden: das Theater. Damit begannen die Ausgrabungen von Herculaneum schon Jahrzehnte, bevor man Pompeji entdeckte.

Nach den ersten Ausgrabungen breiteten sich Nachrichten über die wiedergefundene Stadt wie ein Lauffeuer in Europa aus. Zahlreiche Fürsten, adelige und bürgerliche Besucher vor allem aus England, Frankreich und den deutschen Ländern kamen, um Augenzeugen der spektakulären Entdeckungen zu werden. Mit Fackeln bewaffnet stieg man durch die schmalen, feuchten Gänge in das verzweigte Labyrinth des unterirdischen Theaters hinab und bestaunte die zutage gekommenen Schätze im königlichen Schloss in Portici.

Johann Wolfgang von Goethe, Gotthold Ephraim Lessing, William Turner, Hans Christian Andersen und viele andere von der Antike faszinierte Künstler und Gelehrte reisten, nach Herculaneum. In Presseberichten, Reisebeschreibungen und illustrierten Werken entfaltete sich der „herculanische Geist“ in Europa.

Die Funde aus Herculaneum und Pompeji inspirierten europaweit die Entwicklung eines neuen künstlerischen Stils. Maler, Bildhauer, Architekten und Kunsthandwerker benutzten Abbildungen antiker Kunstwerke und Gebrauchsgegenstände als Vorlagen für eigene Schöpfungen. Wandmalereien aus Herculaneum und Pompeji wurden zu Vorbildern für Wanddekorationen in Schlössern und Bürgerhäusern. Die Wiederentdeckung der antiken Städte am Golf von Neapel wurde die Geburtsstunde des europäischen Klassizismus.

Die italischen Leihgaben werden durch prachtvolle Werke, die bereits im 18. und 19. Jh. von Herculaneum nach Berlin und Dresden gelangt sind, ergänzt.

Eine effektvolle Ausstellungsarchitektur - die Raumwände bilden das vulkanische Material nach, mit dem der Vesuv die Städte am Golf von Neapel verschüttete - zahlreiche interessante Medienstationen und Filme, die rekonstruierte Straßenzüge und Prachtvillen zeigen aber auch originale Gesteinsproben machen diese Ausstellung zu einem unvergessenen Erlebnis.

Führungen: So 11.00 Uhr und 14.00 Uhr, 6.00 Euro
Themenführungen: vgl. Tagespresse/Internet
Audiotour: deutsch / engl.

Anmeldung zu Führungen: T. 089-21124-02, Eintritt: 6.00 €.

Anmeldung für Schulklassen MPZ-Tel.: 089-23805-192/193 Öffnungszeiten: Die-So 9.30-17.30 Uhr, Do 21.00 Uhr

Weitere Informationen unter: www.herculaneum-ausstellung.de


Katalog und Entdeckungsbuch für Kinder:

Zur Ausstellung ist im Verlag Philipp von Zabern ein ausführlicher Katalog "Verschüttet vom Versuv - Die letzten Stunden von Herculaneum" erschienen, 355 Seiten mit 341 Farb- und 25 Schwarzweißabbildungen, in der Archäologischen Staatssammlung erhältlich für 24.90 Euro (Buchhandel 41 Euro).

Im Roseni Verlag ist das Entdeckungsbuch für Kinder erschienen, 44 Seiten, erhältlich für 7.00 Euro.


Öffnungszeiten: täglich außer Montag 9.00 Uhr bis 16.30 Uhr

Eintrittspreise

Sonntag: 1, 00 Euro
Erwachsene: 2, 50 Euro
Ermäßigt: 1, 50 Euro
Studenten: 0, 50 Euro


Archäologische Staatssammlung
vormals Prähistorische Staatssammlung
Lerchenfeldstraße 2
80538 München



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