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Mark Rothko - Retrospektive
Ausstellung in der Kunsthalle der Hypo Kulturstiftung München vom 8. Februar bis 27. April 2008






Kate Rothko Prizel, Dr. Christiane Lange (Direktorin Hypo Kunsthalle)








©Fotos: Martin Schmitz

Mark Rothko ist einer der bedeutendsten amerikanischen Künstler des 20. Jahrhunderts.

Bekannt sind seine meist großformatigen Gemälde mit horizontal geschichteten Farbflächen.

Solche meditativen Abstraktionen gelten heute als Synonyme für den Abstrakten Expressionismus. Unter dem Schlagwort New York School übernimmt die amerikanische Kunst nach dem Zweiten Weltkrieg analog zur Vormachtstellung der Vereinigten Staaten im politischen und wirtschaftlichen Bereich mit diesem Stil auch die Führung in der Welt der Kunst.


Film Film ab: Impressionen Mark Rothko Retrospektive, München

Rothko hat sich jedoch zeitlebens dagegen gewehrt, als Maler abstrakter Bilder vereinnahmt zu werden. 1903 als Marcus Rothkowitz als viertes Kind des jüdischen Apothekers Jacob und seiner Frau Anna Goldin Rothkowitz in Daugavpils, deutsch Dünaburg (heute Lettland, seinerzeit noch Bestandteil von Russland) geboren, kommt er als Zehnjähriger mit seiner Familie in die Vereinigten Staaten, die wegen der zahlreichen antisemitischen Pogrome im Zarenreich entschlossen hatte, in die USA auszuwandern.

Nach einem nicht abgeschlossenen Studium an der Yale University und an der New York School of Design beginnt er ab 1930 als Künstler zu arbeiten.


FilmFilm ab: Kurator Oliver Wick erläutert die
Mark Rothko Retrospektive, München
(Dauer ca. 20 Minuten, DSL erforderlich)

1932 heiratete er Edith Sachar. 1938 nahm er die amerikanische Staatsbürgerschaft an und nannte sich nun Mark Rothko. Er war Gründungsmitglied der Artist Union in New York und später formierte er die unabhängige Künstlergruppe „The Ten“ mit. 1945 heiratete er erneut und hatte mit Mell Beistle die Tochter Kate und den Sohn Christopher.

Ganz allmählich tastet er sich von figurativen Anfängen über den Surrealismus zu reinen Farbkonstellationen heran.

Man erkennt in seinen frühen städtischen Szenen bereits Experimente mit formalen Reduktionen und es wird deutlich, wie sich seine surreal-biomorphen Formen zu immer kompakteren Farbwolken, so genannten „multiforms“ bündeln.

Diese markieren Ende der 1940er Jahre den Übergang zu seinem genuinen Bildschema, den sich überlagernden Farbschleiern, die durch das Durchscheinen der Schichten zu räumlicher Wirkung gebracht werden. Wenn auch von allem Abbildlichen befreit, verbindet der Künstler seine Bilder weiter mit inhaltlichen Vorstellungen.

Auch vollkommen ungegenständliche Gemälde will er daher stets als etwas Konkretes verstanden wissen. Seine aus dem Rechteck entwickelten Formgefüge sorgen durch ihre Proportionen zueinander und die Zusammenstellungen ihrer Farben für einen von jedem Betrachter individuell erfahrenen Bildausdruck, den der Künstler als Bedeutungsgehalt versteht.

Die als harmonisch oder spannungsgeladen, leuchtend oder düster, dominant oder gleichgewichtig empfundenen Farbensembles von Mark Rothko sind gleichzeitig Auslöser und künstlerischer Reflex psychischer Stimmungswerte. Das Schwarz in seiner Farbskala steht für die Leere und das Nichts. Die in seinem letzten Lebensjahrzehnt entstehenden „Blackform“- und „Black on Gray“-Paintings setzen eine radikale Zäsur und stehen auch für Verweigerung.

Eine zu offensichtliche Schönheit wird zugunsten ikonischer Strenge zurückgenommen. Schwärze steht deshalb weniger für Depression und Krankheit, als für eine maximale Leistung des Betrachters, der so unausweichlich mit der elementaren Tragik dieser letzten Werke konfrontiert wird. Es ist deshalb wohl nicht falsch, diese in ihrer unausweichlichen Konsequenz als letzte geschlossene Bildserie zu verstehen und sie als eine Art Vermächtnis vor dem Freitod von 1970 zu lesen.

Kurz vor dem freiwilligen Tod des Künstlers im Jahre 1970 entschloss sich die Tate Galleryin London, einen eigenen, permanenten Rothko Room (www.tate.org.uk) zu installieren. Eine große Sammlung im deutschsprachigen Raum ist in der Fondation Beyeler (www.beyeler.com) in Riehen bei Basel zu besichtigen.

Mark Rothko ist in europäischen Sammlungen nur selten vertreten. Wenige deutsche staatliche Museen, wie in Berlin, Düsseldorf oder Stuttgart besitzen überhaupt ein Gemälde von ihm.

Aufgrund der extremen Empfindlichkeit seiner sensiblen Bildoberflächen und der exorbitanten Entwicklung auf dem Kunstmarkt, ist es absehbar, dass eine groß angelegte Überblicksausstellung, wie sie nun in München und Hamburg gezeigt wird, für lange Zeit nicht mehr in Europa zu realisieren sein wird.

Umso größer ist der Dank an Kate Rothko Prizel und Christopher Rothko, die beiden Kinder des Künstlers, ohne deren Unterstützung dieses ambitionierte Projekt nicht zustande gekommen wäre.

Die Rekonstruktion des Rothko-Raums auf der Biennale in Venedig 1958 war Ausgangspunkt für eine Ausstellung im Palazzo delle Esposizioni (www.palazzoesposizioni.it), die diesen Winter in Rom zu sehen ist. Oliver Wick, der unter anderem schon die bedeutende Rothko-Ausstellung in der Fondation Beyeler 2001 realisierte, hat als wissenschaftlicher Kurator auch die italienische Präsentation erarbeitet.

Aufgrund seines Engagements konnte die römische Ausstellung modifiziert werden und wandert in veränderter Form nun nach München und Hamburg.

20 Jahre nach der bislang einzigen Retrospektive - 1988 in Köln - und knapp 40 Jahre nach der ersten Museumsausstellung in Deutschland - 1971 in Berlin - ist es höchste Zeit, das Gesamtwerk von Mark Rothko mit über 100 Gemälden und Papierarbeiten dem deutschen Publikum noch einmal umfassend zu präsentieren.

Mit Schlüsselwerken der Moderne und vielen bisher nicht öffentlich gezeigten Bildern wird Mark Rothko einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt und den Kennern seines Werks das Erlebnis der Abstraktion in höchster Intensität erfahrbar gemacht.

Zur Ausstellung in Deutschland erscheint ein eigener Katalog im Hirmer Verlag München mit Abbildungen sämtlicher ausgestellter Werke und Texten von Gottfried Böhm, Hubertus Gaßner, Karin Koschkar, Christiane Lange, Renée Maurer, Jessica Stewart, Christopher Rothko und Oliver Wick.

Die Ausstellung in München begleitet ein umfangreiches Programm mit Filmen, Vorträgen, Kuratorenführungen, einer szenischen Lesung vor den Originalen und einem Kammerkonzert der Akademie des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks.

Nach der Präsentation in München ist die Retrospektive vom 16. Mai bis 3. August 2008 in der Hamburger Kunsthalle zu sehen.Der Katalog ist in der Kunsthalle für € 19,- erhältlich.

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Kurator Oliver Wick, Kate Rothko Prizel, Dr. Christiane Lange (Direktorin Hypo Kunsthalle) (Foto: MartiN Schmitz)
Kurator Oliver Wick, Kate Rothko Prizel, Dr. Christiane Lange (Direktorin Hypo Kunsthalle)

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Mark Rothko - Retrospektive
Ausstellung in der Kunsthalle der Hypo Kulturstiftung
08.02.-27.04.2008
Theatinerstraße 8
80333 München 

Eröffnung: 07. April 2008 (für geladene Gäste)

Die Ausstellung ist täglich von 10-20 Uhr geöffnet.

Privatführungen Di-Fr von 10-20 h und Sa 10-13 h nur nach vorheriger Anmeldung.
Exklusivveranstaltungen mit Sonderführungen außerhalb der Öffnungszeiten können unter Tel.: 089-22 44 12 gebucht werden.
Kinderführungen, Mi 15-16 Uhr, Anmeldung: 089-22 44 12

Eintrittspreise: Regulär: Euro Regulär: € 9,–
Gruppen (ab 10 Personen) und Rentner: € 8,–
Schüler/Studenten/Arbeitslose: € 5,-
Schüler klassenweise (Ausnahme Fach-/ Berufsschüler): Euro 0,50

Blauer Montag:
An jedem Montag, der nicht auf einen Feiertag fällt, halbieren sich alle Eintrittspreise.

Führungen

Mark Rothko Retrospektive
Mo, Sa 11:30
Di, Do, Fr 15:30
Mi 18:30

Internet www.hypo-kunsthalle.de


MVV/MVG:
U4/U5: Odeonsplatz, U3/U6: Marienplatz und Odeonsplatz, S-Bahn: S1 - S8: Marienplatz, Straßenbahn Linie 19: Theatinerstraße, Bus Linie 100: Odeonsplatz


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