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Ausstellung Stephan von Huene - Klangskulpturen -
In Zusammenarbeit mit dem Wilhelm Lehmbruck Museum Duisburg
und der Hamburger Kunsthalle
vom 18. Oktober 2002 bis 06. Januar 2003 im Haus der Kunst

Die Werke des Amerikaners Stephan von Huene (1932-2000) – vom Künstler gelegentlich auch Maschinen genannt – ziehen den Betrachter auf den ersten Blick in ihren Bann.

Es bedarf mehr als nur der visuellen Rezeption, um sie zu verstehen, denn sie entziehen sich der Möglichkeit simpler Kategorisierung. Es sind synästhetische Werke, die gleichzeitig an die visuellen, akustischen und körperlichen Wahrnehmungen des Betrachters appellieren.

Stephan von Huene wurde 1932 in Los Angeles als Sohn baltendeutscher Emigranten geboren. Er studierte Freie Kunst und Kunstgeschichte u.a. an der University of California, Los Angeles, und dem Chouinard Art Institute. Ab 1971 begann er seine langjährige Lehrtätigkeit am California Institute of the Arts in Los Angeles, ab 1979 nahm er zahlreiche Lehraufträge an europäischen Kunstakademien an.

Anfang der 60er Jahre schuf von Huene die ersten Bilder mit Assemblagecharakter, denen in den Jahren 1963-66 grotesk wirkende Skulpturen, wie Persistent Yet Unsuccessful Swordsman (Hartnäckiger doch erfolgloser Kämpfer) oder Dentist’s Lunchpail (Lunchbox eines Zahnarztes) folgten.

Charakteristisch für diese Werkphase sind Skulpturen aus isolierten Körperteilen – Beine und Arme, die aus Brot, Holz und anderen Materialien bestehen und mit Leder überzogen sind. Bezüge zur surrealistischen Plastik der 30er Jahre sind evident, die Verwendung der Materialien Holz und Leder wirkt dabei nostalgisch.

Zu dieser Zeit verwirklichte Stephan von Huene auch die ersten audio-kinetischen Skulpturen, in denen präzise kalkulierte Klangprozesse mit spektakulärer Schaulust verbunden werden. In den Jahren 1964-70 widmete sich von Huene ausschließlich akustischen Untersuchungen von Musikinstrumenten, mechanischen Klavieren und Orgeln, die für den Bau seiner Klangskulpturen essentiell waren.

So realisierte er 1967 sein erstes audio-kinetisches Objekt Kaleidophonic Dog (Kaleidophonischer Hund); es folgten im selben Jahr Washboard Band (Waschbrett Band), Rosebud Annunciator (Rosenknospenverkünder) oder Tap Dancer (Stepptänzer), der die Reihe der akustisch-kinetischen Objekten vorläufig beschließt.

In den Jahren 1969-70 manifestierte Stephan von Huene sein besonderes Interesse an Orgelpfeifen – ihrer Ästhetik, den Materialien und ihrer Mechanik – in der Serie der fünf Totem Tones (Totem-Töne). Diese Skulpturen wirken zum Teil bedrohlich und dominieren den Ausstellungsraum vollkommen.

1976 kam Stephan von Huene durch ein DAAD-Stipendium nach Berlin. Als er 1980 nach Deutschland übersiedelte, entstanden die Text Tones (Text-Töne), 1979-82, – weiße, minimalistische Kästen mit Aluminiumröhren, die in neutralem Habitus auftreten. Die Text Tones stehen in engem Bezug zu den Geräuschen im Ausstellungsraum: Stimmen und Laute werden über Sensoren erfasst, von Mikrofonen aufgenommen und anschließend von einem Computer selektiert und zeitversetzt wiedergegeben.

Ein Netz aus Klängen und Geräuschen jenseits unserer Hörgewohnheiten entsteht; es umgibt den Betrachter bzw. Zuhörer, der an seiner Entstehung mitwirkte. In den Text Tones veranschaulicht sich eindrucksvoll die Resonanz, die jedes Kunstwerk beim Besucher auslöst – seinerseits braucht es den Besucher, um Kunstwerk zu sein: "Kunstwerke können verstummen, wie die Text Tones, wenn keiner an ihnen vorbeigeht", so der Künstler. Der Betrachter wird gleichsam zum Schöpfer der Kunst..

1976-80 widmete sich Stephan von Huene vermehrt Untersuchungen spezifischer Klangeigenschaften eines Objekts. Seine Recherchen setzte der Künstler mit seinem Werk Erweiterter Schwitters, das er 1987 auf der documenta 8 präsentierte, in die Tat um. Basierend auf der Ursonate von Kurt Schwitters bewegt sich eine Gliederpuppe zu den synthetisierten Klängen der Ursonate und offenbart sich als fragmentiertes Menschenbild.

Diesem Werk folgten 1988 die Tischtänzer: Die mechanische Bewegung der Unterkörper in Herrenhosen wird durch den Impuls politischer Reden gesteuert. Nur eine unbekleidete Figur bewegt sich zu einer Melodie. Die Tischtänzer demonstrieren nicht wie frühere Objekte die Zerstückelung der Worte, sondern die der körperlichen Gesten.

Bis zu seinem Tod im Jahr 2000 lebte und arbeitete Stephan von Huene in Hamburg.

Das Haus der Kunst zeigt in einer umfassenden Retrospektive auf das künstlerische Schaffen des international bekannten Intermedia-Künstlers auch einige der frühen, unbewegten Skulpturen und einen Zyklus früher Federzeichnungen.


Die Leihgaben stammen aus renommierten Sammlungen und Museen, wie dem Museum Ludwig, Köln, dem Hirshhorn Museum & Sculpture Garden, Smithsonian Institution, Washington D.C., dem Los Angeles County Museum sowie dem Nachlass Stephan von Huene

Text: überwiegend Haus der Kunst. ©alle Fotos: Haus der Kunst

Haus der Kunst
Prinzregentenstraße 1
80538 München

MVG/MVV U-Bahn Lehel oder Odeonsplatz


Eröffnung: 17. Oktober 2002, 19 Uhr
Ausstellungsdauer: 18. Oktober 2002 – 6. Januar 2003

Öffnungszeiten: jeden Tag 10 - 22 Uhr

Ausstellung Stephan von Huene - Klangskulpturen -
In Zusammenarbeit mit dem Wilhelm Lehmbruck Museum Duisburg
und der Hamburger Kunsthalle

Eintrittspreise:
Euro 6,00 / erm. Euro 4,00
Jugendliche unter 18 Jahren: Euro 2,50
Dauerkarte: Euro 12,00 / erm. Euro 10,00
Kombikarte (für alle laufenden Ausstellungen): Euro 12,00 / erm. Euro 10,00
Jugendliche unter 18 Jahren: Euro 5,00
Kinder unter 10 Jahren: freier Eintritt

Ausserdem im Haus der Kunst:
TIPP bei schönem Wetter gleich nebenan auf dem Eisbach: Isar River Surf



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