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Zentralinstitut für Kunstgeschichte
Farbdiaarchiv zur Wand- und Deckenmalerei
Seit fünfzig Jahren bewahrt das Zentralinstitut für Kunstgeschichte in München für die Bundesrepublik Deutschland eine Serie von 39.000 Colordiapositiven unter dem Namen "Historisches Farbdiaarchiv zur Wand- und Deckenmalerei" auf.

Das "Farbdiaarchiv zur Wand- und Deckenmalerei" enthält 39.000 digitalisierte Aufnahmen von bedeutenden Freskenzyklen und Wanddekorationen in Kirchen, Klöstern, Schlössern und anderen Profanbauten in den Ländern Deutschland, Österreich, Polen und Rußland (Ost- und Westpreußen) und Tschechien (Böhmen und Nordmähren).

Das Archiv entstand in den Jahren 1943-1945, mitten im 2. Weltkrieg, als Versuch des nationalsozialistischen Regimes, angesichts drohender Zerstörung die wandfeste Ausstattung bedeutender Baudenkmäler im gesamten "großdeutschen Reich" in Farbaufnahmen zu dokumentieren.

Auf Befehl Adolf Hitlers wurden im Frühsommer 1943 zunächst einige Probekampagnen durchgeführt. Nachdem die Resultate, die er sich in Form großformatiger Papierbilder vorlegen ließ, seine Billigung gefunden hatten, übernahm die "Hauptabteilung Bildende Kunst" des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda die weitere administrative Durchführung des "Führerauftrags Farbphotographie".

In Zusammenarbeit mit den Denkmalämtern erstellte das Ministerium Listen aller als bedeutend bewerteten Freskendekorationen im Deutschen Reich, verpflichtete Fotografen, sorgte für die Einheitlichkeit von Kameras, Objektiven und Filmmaterial, beschaffte Beleuchtungsapparaturen und organisierte ihren Transport zu den jeweiligen Einsatzorten.

Die Tatsache, dass ein Farbumkehrfilm im Kleinbildformat verwendet wurde (der „Agfacolor-Neu“, seit 1936 auf dem Markt) mag erstaunen, hat jedoch einen ganz pragmatischen Hintergrund. Zum einen schloss sich angesichts der geplanten enormen Anzahl von Aufnahmen der  Einsatz herkömmlicher Plattenkameras zwangsläufig aus. Zum andern erklärt sich die Anfertigung von Diapositiven daraus, dass sich die Kapazitäten zur Produktion von Farbnegativfilmen durch die Agfa vollständig in der Bedarfsdeckung des Kinofilms erschöpften.

Die Fotografen rekrutierten sich aus völlig unterschiedlichen Sparten; das Spektrum reichte vom Hochschulprofessor und seinen Schülerinnen, wie z.B. Walter Hege, über den etablierten Bildjournalisten (Paul Wolff), dem Kunsthistoriker (Carl Lamb), Chemiker (Ralph Weizsäcker) bis zu Großunternehmen wie die "Rex-Film" oder die "Ufa".

Die Großkampagne dauerte, verbunden mit einem erheblichen wenn auch gut bezahlten Risiko für die Fotografen, bis in den April 1945 hinein, endete praktisch also erst mit der Kapitulation des Deutschen Reiches.

Der Verteilung der doppelten Aufnahmesätze auf mehrere Sicherungsdepots ist es zu verdanken, dass der größte Teil der Fotografien überlebt hat und nun hier – transferiert in ein modernes elektronisches Medium – der Öffentlichkeit verfügbar gemacht werden kann.

Die während des Krieges eingetretenen Verluste und jene der Besatzungszeit lassen sich zwar nicht beziffern, jedoch kann auf der Basis der erhalten gebliebenen Projektlisten davon ausgegangen werden, dass es sich lediglich um wenige Tausend Aufnahmen handelt, die vor allem die Gebiete Schlesien und Westpreußen betreffen.

Die Konzentration auf akut gefährdete Objekte, logistische Probleme und vor allem der Kriegsverlauf, der das Ende der Aktion nach zwei Jahren herbeiführte, machen den Flickenteppichcharakter des Farbdiaarchivs erklärlich. So gibt es zwar eine ausführliche Dokumentation der Fresken Cosmas Damian Asams in der Dreifaltigkeitskirche oder der Kirche Sankt Anna im Lehel in München aber nicht von jenen in der Heilig-Geist-Kirche oder der Damenstiftskirche Sankt Anna.

Ein Beschluss des Bundesinnenministeriums vom 17. Januar 1956 übertrug dem Zentralinstitut für Kunstgeschichte die Aufgabe, die Farbdiapositive möglichst vollständig zu archivieren und einer wissenschaftlichen Auswertung zugänglich zu machen. Es erhielt als Treuhänder die Bestände aus den Depots in Freiburg, Tübingen und Berlin. Ein in Mainz aufgefundener Satz von ca. 20.000 Dias wurde dem dortigen kunsthistorischen Institut übergeben und gelangte später in das Bildarchiv Foto Marburg. Das Herder-Institut in Marburg erwarb 1962 ein Konvolut von 643 Aufnahmen aus Breslau, das in keiner der anderen Serien enthalten ist.

In München fehlendes Material wurde nach und nach ergänzt durch Tausch mit Denkmalämtern, zum Teil durch Doublierung oder durch den Ankauf von den Fotografen, die ihr Exemplar noch besaßen.

Im Jahr 2000 trafen das Zentralinstitut und das Bildarchiv Foto Marburg eine Vereinbarung zur gemeinschaftlichen Digitalisierung und datenbankgestützten Aufarbeitung des gesamten Farbdiaarchivs. Durch einen Abgleich der doppelt vorhandenen Dias (etwa 70% ) konnte das jeweils besser erhaltene für die Digitalisierung herangezogen werden.

Die zeitliche Spanne der fotografierten Kunstwerke in insgesamt etwa 480 Bauwerken erstreckt sich vom 10. bis zum Ende des 19. Jahrhundert. Neben der Wand- und Deckenmalerei wurden auch Wandbespannungen und Tapeten, in geringem Umfang auch farbig gefaßte Architekturelemente, Stuckdekor, Tafelbilder und Altäre fotografiert.

Aufnahmen der Gebäude selber stellen eine Ausnahme dar; sie waren den Fotografen von seiten des federführenden "Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda" sogar ausdrücklich untersagt.

Die Kriegssituation und die damit verbundenen logistischen Probleme sowie unstabile Farbemulsionen haben zwangsläufig dazu geführt, daß viele bedeutende Objekte gar nicht oder nur unzulänglich dokumentiert werden konnten. Manche Aufnahmeserien gingen im Bombenhagel oder in den Wirren der Nachkriegszeit verloren. Unsachgemäße Lagerung und Projektion der Diapositive in den vergangenen fünf Jahrzehnten haben zu empfindlichen Farbverlusten geführt.

Dennoch bleibt das Farbdiaarchiv eine unersetzbare Bildquelle zur Geschichte der mitteleuropäischen Wand- und Deckenmalerei, da in ihm eine Vielzahl zerstörter oder beschädigter Kunstwerke, häufig in erstaunlichem Detailreichtum, für Forschung, Bildung und Denkmalpflege überliefert ist.

Die Fotos finden sie unter

www.zi.fotothek.org/





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