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Urlaub in Latsch (Laces) - Martell im Vinschgau: Wanderung ins Reich der 3000er oder: Vai Marco, Nicki, der Zwergpinscher und die Zufallhütte |
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![]() Zahlreiche Wanderpfade im Martelltal ![]() Alpenrosen blühen am Wegrand ![]() Bergführer Martin kennt die Schönheiten der Bergnatur im Martelltal ![]() ![]() Lurche am Wegesrand ![]() oben wird man durch den Blickauf 3000er belohnt ![]() So leicht gekleidet sollte man besser nicht auf den Berg wandern ![]() Mit Alphorn auf den Gipfel ![]() Steinmanderl weisen den Weg ![]() Ein Glas Wein vor dem Abstieg ![]() Ausruhen ist der schönste Teil der Wanderung ![]() Reste einer Unterkunft von der Ortlerfront ![]() Den Anblick genießen vom leerem Fensterrahmen aus ![]() Kapelle neben der Zufallhütte Fotos: Marikka-Laila Maisel (12), Martin Schmitz (3) |
Martell, ein paar Kilometer von Latsch enfernt liegt, im gleichnamigen Hochtal, das zu den schönsten Seitentälern und Skitourengebieten Südtirols gehört (www.martelltal.com). Seit einigen Jahren kultiviert man hier im Tal Erdbeeren, zahlreiche Bauern haben sich in diesem Tal dem Anbau von Erdbeeren verschrieben, die bis weit in den August hinein gernetet werden können. Das Erdbeerfest im Martelltal (23/24.06.2007) hat sich in den letzten Jahren zur kulinarischen Institution gemausert. Fans des roten Genusses sollten sich die Marteller Erdbeertage also keinesfalls entgehen lassen, auch Südtirols Landeshauptmann Dürnthaler hat sich angesagt zum roten Fruchtfest.
Das Martelltal liegt im Stilfser Joch Nationalpark, dem größten historischen Schutzgebiet Italiens und dem breitesten im Alpenraum, es ist umgeben von den Bergen des Cevedale- und Ortlermassivs. Hier, einige hundert Meter höher gelegen als Latsch, dauert der Winter immer etwas länger, beginnt die Vegetation später. Ende Mai lag der Schnee hier noch "so hoch", erklärt uns Alpinführer Martin und deutet oberhalb seiner Knie. Die Serpentinen geht es bei unserer geplanten Wandertour zunächst mit dem Bus immer weiter hinauf auf 2.065 m Höhe bis zum Parkplatz am Ende der Staatstraße beim seit Jahren dahinbröckelnden Hotel Paradies in seinem auffällig venezianischem Rot. Dieses soll Eigentümern der Süditrol dominerenden Forst Brauerei (www.forst.it) gehören und vielleicht, sollte doch einmal eine (umstrittene) Liftanlage für den Wintersport gebaut im Tal gebaut werden, irgendwann einmal abgerissen und durch einen Neubau mit gleichfalls sensationellem Bergblick ersetzt werden. Vielleicht zerfällt es ja auch einfach noch ein paar Jahrzehnte weiter in seien Bestandteile... Übrigens gibt es so weit oben hier überall, wo sich eine Parkmöglichkeit bietet, zugleich auch Parkautomaten. Eigentlich etwas, was man nur von der Stadt her kennt. Ein bisschen Münzgeld schadet daher nicht, wenn sie hier oben eine Tageswanderung machen wollen. Ausgehend vom ehemaligen Hotel Paradies, schlängeln sich diversen Wanderpfade vorbei an gelber Enzian (geschützt, zur Herstellung des Enzianschnapses vorwiegend genutzt) und von Mai bis Juli rot blühenden Alpenrosen. Rinnsale queren den Weg, bilden kleine und kleinste Wasserbecken, in denen sich im Juni die Kaulquappen richtig wohl fühlen samt deren gern unter Steinen verborgenen Lurch-Eltern. Hier oben wir nichts beregnet, es ist, wie es ist, und so ist es besonders schön wenn es mal, was selten vorkommt, im Frühsommer vorher ein paar Tage geregnet hat, was die Vegetation am Boden ergrünen lässt und die Pflanzen zur neuen Blüte antreibt. Im einem dem Gelände angemessenen Tempo geht es in ca. 40 - 50 Minuten den schönen, breiten Wanderpfad voran bis hinaus auf 2.265 m hoch gelegenen Zufallhüte (www.zufallhuette.com) im Cevedale - Ortler Massiv, benannt nach der Zufallspitze (3757m), auf die von dort aus der Blick fällt. Hier oben war Frontlinie der berüchtigten Ortlerfront von 1915 -1918 im 1. Weltkrieg. Steinfundamente und die Ruinenwände einer weiteren Hütte erinnern daran, andere Hütten, wie die Schlachterei eng an eine Felswand gebaut, hat man inzwischen renoviert. Auch die Kapelle ziert im Inneren ein Altar mit Gedenkgemäle an die Gefallenen. Die Zufallhütte hat ihren Ursprung Ende des ausgehenden 19. Jahrhunderts, wurde dann vom italienischen Alpenverein Ende der 30er Jahre ausgebaut und bietet auch heute noch Übernachtungsmöglichkeiten mit herrlichem Rundblick. Folgt man dem Pfaden einige hundert Meter weiter bergauf, kommt man zu einem alten Steinwehr. "Bau" wird diese alte Schutzmauer genannt, die 1891 bis 1983 errichtet wurde, um das Tal vor unvorhersehbaren plötzlichen Ausbrüchen von Gletscherseen zu schützen. Doch auch hier ist das Eis weit zurückgegangen, vorbei die Winter wie 1917/1918, also hier, man sieht es noch an den alten Fotos in der Zufallhütte, der Schnee Höhen von 6 Metern erreichte. Dafür begegnet man hier oben freundlichen Wanderern, mehr oder weniger alpin ausgestattet im Sommer. Da war dann die hübsche Lara Croft like daherkommende Italienerin in Hot Pants mit weißen Turnschuhen und Socken, Dolce & Gabana Gürtel und ziemlich bestimmten Ton, mit der sie ihre Truppe bestens ausgestatteter Bergwanderer kommandierte. „Vai Marco, vai....“ schallten ihre Rufe, und hinter der Ecke tauchte die zurückgefallene Gruppe mit schweren Rucksäcken und Bergschuhen auf. Sichtlich zufrieden, passierte sie unsere Gruppe, die sich immer noch die Augen rieb.. Lächelnd kam sie an uns vorbei: „...ist ein schöner Hund, nicht.....?“ , auch ihr Rehpintscher hatte offenbar auch keine Probleme mit der Bergwelt hier oben, sprang auf und ab, und wenn er sich entfernte, brachte sie ihn mit hohen „Nicki, Nicki, Nicki...“ Rufen ebenfalls zur Raison. Was lernten wird daraus: weiße Söckchen und weiße Turnschuhe zu Hot Pants, D&G Gürtel und knappestem T-Shirt nebst cooler Sonnenbrille sind nicht die angemessene Ausrüstung, wenn man sorgenfrei den Berg hinauf will. Wie es auch geht, zeigte Minuten später ein Gruppe Österreicher, die u.a. mit einem in zwei Teilen zerlegten Alphorn auf den Schultern nach oben stebten "Es gibt nichts Schöneres, als hier hoch oben zu spielen," so der Kommentar, warum man dies denn auf seinem Ausflug in die Bergwelt mitschleppe. Gäste aus dem Norden erreichen das Martelltal über den Reschen > Goldrain oder über den Brennerpass, Autobahnausfahrt Bozen Süd > Meran > Goldrain > Martelltal. Gäste aus der Schweiz erreichen den Vinschgau entweder über den Reschenpass oder über den Ofenpass > Müstair > Goldrain > Martelltal.
Text: Martin Schmitz, 21.06.2007 |
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| Weitere Informationen: Tourismusverein Martell Dorf 96 I-39020 Martell Südtirol - Italien |
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