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Wiesn-Fahrgeschäfte:
Toboggan - über 75 Jahre auf dem Oktoberfest



Toboggan 2010 (Foto: Martin Schmitz)
Toboggan 2011
Blick von oben auf den Toboggan (Foto: Martin Schmitz)
Blick von oben auf den Toboggan
Toboggan 2010 (Foto: Martin Schmitz)
der Trick ist, auf dem Band stehen zu bleiben
Toboggan 2010 (Foto: Martin Schmitz)
aber oben wird man auf jeden Fall in Emfpang genommen
Toboggan 2010 (Foto: Martin Schmitz)
Toboggan auf dem Oktoberfest
Toboggan 2011 (Foto: Martin Schmitz)
Toboggan auf dem Oktoberfest

runter geht es von ganz oben mittels Toboggan Rutsche...
Astrid Konrad erhielt 2008 eine Urkunde zum 75. Jubiläum von Tourismuschefin Dr. Gabriele Weishäupl (re.) (©Foto: Martin Schmitz)
Astrid Konrad erhielt 2008 eine Urkunde zum 75. Jubiläum von Tourismuschefin Dr. Gabriele Weishäupl (re.)




©Fotos: Martin Schmitz

Rutschbahnen gab es seit dem frühen 19. Jahrhundert, aus dem Jahr 1900 ist eine Postkarte mit einem Toboggan in Paris dokumentiert. 1906 baute der Badener Anton Bausch nach Pariser Vorbild den wahrscheinlich ersten deutschen Toboggan, eine ursprünglich amerikanische Turmrutschbahn.

"Toboggan" stammt aus der Sprache der kanadischen Algonkin-Indianer, und bezeichnet einen leichten Schneeschlitten.

Der Toboggan ist eine Turmrutschbahn: der Fahrgast wird mittels eines schnell laufenden Förderbandes auf ca. sechs Meter Höhe transportiert.

Von dort steigt man auf Treppen zur Turmspitze.


Toboggan auf dem Oktoberfest 2011

Auf dem Oktoberfest 1908 standen drei dieser personalaufwendigen Toboggans zum Vergnügen der Zuschauer wie der Rutschenden bereit: die Turmauffahrt der Kunden mittels Förderband entbehrte nicht der Komik, die sanfte Rutschfahrt in einer sich in Form einer Spirale um den Turm windenden Holzrinne machte Spaß.

Die eigentliche Attraktion für die Zuschauer sind allerdings die mehr oder weniger eleganten Versuche der Fahrgäste, das Förderband zu betreten.

Boshafterweise bewegt sich, anders als bei einer Rolltreppe, der Handlauf nicht mit, und wer sich dort festhält, fällt zur Gaudi der Zuschauer unweigerlich hintenüber. Die Gaudi steigert sich, wenn Frauen im Dirndl ihr Glück versuchen, damals wie heute versucht der männliche Teil im Publikum, einen Blick auf die Beine zu erhaschen.

Wer es sanfter mag, sich nicht traut oder zu klein ist, lässt sich einfach helfen, und greift zur Hand eines der Mitarbeiter, die einen dann ganz souverän hinaufziehen. Manch eine der Toboggan besuchenden Damen könnte natürlich durchaus von selbst hinaufkommen, zieht aber die männliche Hilfestellung dennoch vor.

Dem ist noch heute so auf der Wiesn. Der nostalgische Toboggan steht 2011 seit nunmehr über 75 Jahren auf dem Oktoberfest und ist eine überaus beliebte, traditionsreiche Reminiszenz an die gute, alte Wiesnzeit.


Rückblick: Toboggan auf dem Oktoberfest 2010

Bereits der Urgroßvater des am 27. Februar 1988 verstorbenen Toboggan Besitzers Rudolf Konrad, Herr Josef Huber (24.05.1812-11.11.1901) war Schausteller (Karussell Besitzer).

Dessen Tochter führte das Schaustellergewerbe (Karussell, Kettenflieger, Schiffschaukel) weiter und heiratete den Zollbeamten Max Klapp (01.06.1854-17.06.1916), Großvater des oben genannten Rudolf Konrad.

Die Tochter Hedwig von Max Klapp (Mutter von Rudolf Konrad) und der Sohn Max Klapp jr. (gestorben 1982 in Schongau) blieben weiter dem Schaustellergewerbe treu.

Hedwig Klapp heiratete den Konditormeister Hans Konrad (14.09.1892-25.04.1967) und beide kauften 1920 den in München heute bekannten Toboggan, der damals allerdings noch anders aussah, nämlich mit gleich 2 Rutschbahnen und dem sogenannten Hexenkessel.

Auch nannte sich das Geschäft damals noch anders: "Trottoir Roil- and Canadian Elektro Toboggan - H. Konrad".

Im Laufe der Zeit wurde der Turm verkürzt und nur noch mit einer Rutschbahn betrieben.

Mit diesem Geschäft bereiste das Ehepaar Hans und Hedwig Konrad die Länder Ungarn, Kroatien, Italien und von 1926-1932 alle Hauptstädte der österreichischen Bundesländer.

Rudolf Konrad (geb. 20.01.1925), der schon von Kindheit an den Schaustellerbetrieb miterlebte, übernahm nach dem Tode seines Vaters, Hans Konrad, 1967 zusammen mit seiner Mutter Hedwig den Toboggan und wurde nach deren Tod im Jahre 1976 Besitzer.

Seitdem führt er das Geschäft zusammen mit seiner Ehefrau Astrid, der Tochter des Studiendirektors Dr.Gerhard Gnass (gest. 1977), bis zu deren Tod am 27.02.1988.

Mit dem Tod von Rudolf Konrad ging das Geschäft in den Besitz von dessen Witwe Astrid Konrad (geb. am 15.09.1940) über. Sie führte den Schaustellerbetrieb zusammen mit ihrem einzigen Sohn Claus (geb. 21.07.1968) weiter, um die nunmehr fast 90-jährige Familientradition der Schongauer Familie Konrad fortzuführen.

Interessant ist vielleicht noch der Zufall zu erwähnen, daß bei einer Eheschließung zur Fortsetzung der Tradition immer ein Ehegatte aus dem Schaustellergewerbe stammte, wogegen der andere Partner mit diesem Gewerbe nichts zu tun hatte.

Seit 1933 steht nun der Toboggan bis zur heutigen Wiesn alljährlich auf dem Münchner Oktoberfest, einschließlich der Herbstfestjahre 1946/48, ausgenommen natürlich der Kriegsjahre 1939-1945, in denen das Oktoberfest ausfiel.


Toboggan auf dem Oktoberfest

Seit Mitte der 1960er Jahre ist der Münchner Toboggan nur noch auf dem Oktoberfest zu finden. Für die Reise ist dieses Traditionsgeschäft nicht mehr rentabel.

Immerhin sind, wenn es hoch zugeht, zwischen 10 und 12 Personen am Toboggan beschäftigt. Alles noch gute alte Handarbeit, hier im Toboggan.


Sie finden den Toboggan auf dem Oktoberfest:
wie immer in der Matthias Pschorr Str. Ausgang Esperantoplatz gegenüber dem Höllenblitz

Infos: eigen, Toboggan, wikipedia

Anzeige:






Öffnungszeiten:
Mo-Do. 12.00-23.30 Uhr
Freitag, 12.00-24.00 Uhr
Samstag. 10.00-24.00 Uhr
Sonntag, 10.00-23.30 Uhr

Preise:
Erw. € 3,50, Kinder € 2,00
Familientage (Di.) 12-18 Uhr Erwachsene ..... Euro / Kinder ..... Euro


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